-cp- Wenn man sich mit Medieninhalten beschäftigt, stößt man immer wieder an die Grenzen des Erträglichen. Ursache dafür ist wohl, dass Boulevardformate immer weniger in Frage gestellt werden. Und so verwundert es nicht, dass viele Medienrezipienten wichtige Informationen von unwichtigen nicht unterscheiden können. Wobei man sich hier natürlich streiten kann, wer überhaupt festlegen darf, was wichtig ist, und was nicht. Das Stichwort Onlinedurchsuchung ist für viele ein weniger wichtiges Thema als die Tatsache, dass der Lothar wieder mit Liliana zusammen ist. Für viele ist Schäuble keine spannende Person, weil über sein Liebesleben nicht berichtet wird und er keine coolen Outfits trägt. "Journalismus" hat heute viele Aspekte, und Society-Expertin ist eine Berufsbezeichnung, die man immer öfter hört, ebenso wie Paparazzo. Dass diese Form des "Journalismus" Grenzen sprengt und nicht mehr nur über Dinge berichtet, sondern sie mitgestaltet, zeigt sich immer wieder, sei es durch die öffentliche Vorführung von Britney Spears oder den Tod von Lady Di. Erschreckend ist, dass selbst Formate mit seriösem journalistischem Anspruch Boulevard-Themen behandeln.
Die Tatsache, dass Boulevard-Themen eine zunehmende Bedeutung gewinnen, und viele (insbesondere junge) Menschen in diesem Land zwar wissen, wer Lisa Bund ist, aber den Namen Kurt Beck nicht einordnen können, ist traurig. Damit soll nicht gesagt sein, dass Politik wichtig ist, und alles andere nicht, denn gesellschaftlich bedeutsame Fragen werden nicht nur in der Politik, sondern auch in der Kultur aufgegriffen. Ich hoffe nur, dass das Liebesleben von Lothar Matthäus nicht auch noch Thema des Heute Journals oder der Tagesschau wird.
Soviel dazu, wollen wir uns nun der Meldung des Tages zuwenden. [KLICK] Weiß jemand, ob es den besagten Film in deutscher Sprache gibt?
Donnerstag, 28. Februar 2008
Montag, 25. Februar 2008
John Rambo - eine Allegorie auf das Leben
-sg- John Rambo sagt im gleichnamigen Film an einer Stelle "Willst du für nichts leben oder für etwas sterben?" und er bezieht sich dabei möglicherweise auf Neil Young, der in seinem Song "Hey hey, my my (into the black)" singt: "It's better to burn out than to fade away" - also lieber mit Leidenschaft im Blut zu Grunde gehen, als langsam dahin zu dämmern, für nichts. Kurt Cobain zitierte bekanntermaßen Young in seinem Abschiedsbrief.
Sieht man dieses eine Zitat als Leitsatz des Films, stellt m.E. der Film "John Rambo" eine Allegorie auf das Leben an sich dar. Bestärkt wird diese Annahme nicht nur durch die (nur scheinbar sinnlose) Zurschaustellung von extremer Gewalt (die als künstlerisches Mittel zu verstehen ist und so das Leben als etwas wertvolles erscheinen lässt), sondern auch dadurch, dass Stallone John Rambo im Film nach all den Jahren sagen lässt, dass er nicht für sein Land, sondern für sich selbst töte - er selbst also seinen Weg ohne Kompromisse gehe und dabei lieber ausbrenne, als in der Monotonie des Alltags zu verfaulen.
Sieht man dieses eine Zitat als Leitsatz des Films, stellt m.E. der Film "John Rambo" eine Allegorie auf das Leben an sich dar. Bestärkt wird diese Annahme nicht nur durch die (nur scheinbar sinnlose) Zurschaustellung von extremer Gewalt (die als künstlerisches Mittel zu verstehen ist und so das Leben als etwas wertvolles erscheinen lässt), sondern auch dadurch, dass Stallone John Rambo im Film nach all den Jahren sagen lässt, dass er nicht für sein Land, sondern für sich selbst töte - er selbst also seinen Weg ohne Kompromisse gehe und dabei lieber ausbrenne, als in der Monotonie des Alltags zu verfaulen.
Dienstag, 19. Februar 2008
Phänomen und Wirtschaftsgut Michael Jackson
-sg- Dieser Tage ist von Michael Jackson die "25 Jahre Thriller"-Jubiläums-Edition erschienen, was mich zu einem privaten Rückblick auf das Schaffen von Michael Jackson veranlasst hat. Dabei bemerkenswert: Jackson hat in der Zeit von 1979 bis bis heute nur 6 reguläre Studioalben veröffentlicht - für einen der erfolgreichsten und bekanntesten Musiker dieses Planeten im Grunde unglaublich wenig. Und schaut man genauer hin wird klar, dass sich sein Erfolg im Grunde auf 3 Alben gründet: Thriller (1982), Bad (1987) und Dangerous (1991). Die drei anderen Alben (Off the wall, 1979; HIStory 1995 und Invincible, 2001) fielen zwar durch einzelne Titel auf, blieben insgesamt jedoch hinter den drei zuerst genannten zurück. Bei der gefühlten Omnipräsenz von Jackson haben wir es also mit einer grandiosen Mehrfachverwertung von im Grunde wenig Material zu tun. Zum Vergleich: Elvis Presley hat von 1956 bis zu seinem Tod 1977 insgesamt 74 reguläre Studioalben aufgenommen, die Mehrfachverwertung dürfte bei ihm ins Unendliche gehen.
Sonntag, 17. Februar 2008
Gewalt durch Gewalt im Fernsehen?
-sg- Die sozial-kognitive Lerntheorie (Bandura) besagt: Menschen werden nicht mit einem Repertoire an aggressiven Verhaltensweisen geboren. Modellverhalten im Fernsehen wird unter bestimmten Bedingungen vom Rezipienten gelernt – aggressive Medieninhalte gehen als Verhaltensentwürfe in das Wissensrepertoire des Zuschauers über und werden bei geeigneter Gelegenheit auch gezeigt. Dieser Ansatz wird gegenwärtig in der Forschung favorisiert. Fast alle empirischen Studien bestätigen die Annahmen der Lerntheorie. Welche Konsequenzen erwartet werden und wie diese bewertet werden, hängt aber entscheidend von den Persönlichkeitseigenschaften und dem sozialen Umfeld des Rezipienten ab. Fehlt also ein soziales Umfeld, dass die Persönlichkeit im Hinblick auf Formen der Konfliktlösung schult, die jenseits von Gewalt liegen und werden Fernseherfahrungen, die Gewalt als Lösung anbieten, nicht als problematisch thematisiert, kann Medienkonsum durchaus zu Gewalt führen.
Einen kritischen Überblick über das Thema gibt Klaus Merten in seinem Buch "Gewalt durch Gewalt im Fernsehen?"
Einen kritischen Überblick über das Thema gibt Klaus Merten in seinem Buch "Gewalt durch Gewalt im Fernsehen?"
Freitag, 15. Februar 2008
Mediale Verfehlungen
-cp- Nicht nur, weil Tobias sich hin und wieder mit den Fragwürdigkeiten von Medien im Allgemeinen und Fernsehen im Speziellen befasst, sondern auch, weil es einfach zu häufig mediale Aufreger gibt, muss ich mich an dieser Stelle mal wieder über die Medien auslassen. Also:Wann immer es eine jugendliche Gewalttat gibt, ob es gleich ein Amoklauf sein muss oder "nur" eine schwere Körperverletzung in der Münchener U-Bahn, gibt es Schlaumeier, die gewalttätige Medieninhalte, vor allem die sogenannten Ego-Shooter dafür verantwortlich machen. Diese Zuschiebung von Verantwortung ist freilich einerseitz viel zu reduziert und andererseits viel zu banal, denn Gewalttaten werden nicht verübt, weil das Handlungsmuster medial vorgelebt wurde und sich ohne weiteres imitieren lässt, sondern weil ein Gefühl der Verunsicherung und Frustration zugrunde liegt. Die Frage, die zu stellen ist, ist: Warum sind viele Jugendliche so frustriert, verunsichert und perspektivlos? Da gibt es sicherlich keine pauschale Antwort, denn die konkreten Ursachen sind bei jedem anders, aber es kann deutlich festgehalten werden, dass die Medien zur Verunsicherung beitragen. Da gibt es die Werbung, die einem sagt, was man haben muss und wie man aussehen muss, um cool zu sein, und vor allem gibt es eine neue Unsitte. Ob nun auf Viva, MTV oder RTL, es finden sich immer häufiger Sendungen, in denen es um Style geht, und in denen anhand von Negativbeispielen gezeigt wird, wie man besser nicht sein sollte. Dass diese Sendungen von 14-jährigen geschaut werden, die sich daran orientieren, weil nun mal die Oberfläche eine immer wichtigere Rolle spielt und weil sie genau wissen, dass sie durch die meisten Raster fallen, wenn sie sich hier nicht anpassen, scheingt den Medienmachern egal zu sein.
Aber ganz abgsehen von den fragwürdigen Botschaften, die hier ungefiltert abgesondert werden, finde ich die Sendungen auch in ihrer Machart geradezu fürchterlich. Ich meine, da äußern sich B- und C-Promis, für die sich niemand mehr interessiert, zum wiederholten Male darüber, dass es peinlich war, dass Britney Spears damals keine Unterwäsche trug, und dass Björks Schwanenkostüm eine modische Verfehlung gewesen sei. Wen interessiert das? Wo ist der geistige oder ästhetische Nährwert dieser "Shows"? Liebe Fernsehmacher! Bitte zeigt mir nie wieder Ex-Prominente oder Society-Experten, die darüber reden, was ging, was geht und was nicht geht!
Mittwoch, 13. Februar 2008
Top 5 Bücher
-sg- a) Welche 5 Bücher sind in diesem Moment Deine ultimativen Lieblingsbücher?
1. Patricia Highsmith, "Lösegeld für einen Hund" (stellvertretend für alle ihre Romane)
2. Sven Regener, "Neue Vahr Süd" (incl. "Herr Lehmann")
3. Wolf Haas, "Der Knochenmann" (stellvertretend für alle seine Romane)
4. Benjamin v. Stuckrad-Barre, "Soloalbum"
5. Francois Truffaut, "Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?"
b) Sende Deine Top5 per Email an leser@buecher-magazin.de
1. Patricia Highsmith, "Lösegeld für einen Hund" (stellvertretend für alle ihre Romane)
2. Sven Regener, "Neue Vahr Süd" (incl. "Herr Lehmann")
3. Wolf Haas, "Der Knochenmann" (stellvertretend für alle seine Romane)
4. Benjamin v. Stuckrad-Barre, "Soloalbum"
5. Francois Truffaut, "Mr. Hitchcock, wie haben Sie das gemacht?"
b) Sende Deine Top5 per Email an leser@buecher-magazin.de
Bücher-Stöckchen II
-sg- (1) Nimm das erste Buch in deiner Nähe, das mindestens 123 Seiten hat.
Neben mir liegt das Buch "Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit" von Berger/Luckmann. Es hat 218 Seiten.
(2) Öffne das Buch auf Seite 123, finde den 5. Satz und poste die nächsten 3 Sätze.
"Erstens kann abseitigen Phänomenen ein negativer ontologischer Status zugeschrieben werden, und zwar mit und ohne therapeutische Absicht. Die theoretische Konzeption einer Nihilierung wird am häufigsten bei Individuen oder Gruppen gebraucht, die für die betreffende Gesellschaft Fremde sind und daher für eine Therapie nicht in Frage kommen. Das Verfahren ist in diesem Falle ziemlich einfach."
(3) Wirf das Stöckchen an 5 Blogger weiter.
Neben mir liegt das Buch "Die gesellschaftliche Konstruktion der Wirklichkeit" von Berger/Luckmann. Es hat 218 Seiten.
(2) Öffne das Buch auf Seite 123, finde den 5. Satz und poste die nächsten 3 Sätze.
"Erstens kann abseitigen Phänomenen ein negativer ontologischer Status zugeschrieben werden, und zwar mit und ohne therapeutische Absicht. Die theoretische Konzeption einer Nihilierung wird am häufigsten bei Individuen oder Gruppen gebraucht, die für die betreffende Gesellschaft Fremde sind und daher für eine Therapie nicht in Frage kommen. Das Verfahren ist in diesem Falle ziemlich einfach."
(3) Wirf das Stöckchen an 5 Blogger weiter.
Gebrochenes Bücher-Stöckchen
-cp- Vom Tobias kommt ein Stöckchen zum Thema "Bücher", das an dieser Stelle aufgegriffen wird:
Anleitung und Durchführung:
(1) Nimm das erste Buch in deiner Nähe, das mindestens 123 Seiten hat.
Gerade ist eine Buchbestellung bei mir eingetroffen, und da ich ein ausgesprochener Janosch-Fan bin, wollte ich gerne mal einen seiner Erwachsenen-Romane lesen. Daher liegt nun vor mir auf dem Tisch das mir noch gänzlich unbekannte Buch Von dem Glück, Hrdlak gekannt zu haben. Es hat 220 Seiten, erfüllt also die Bedingung.
(2) Öffne das Buch auf Seite 123, finde den 5. Satz und poste die nächsten 3 Sätze.
"Das Kind hatte keine Flecken, keine Schwindsucht, es war nicht blind und nicht dumm, denn es brüllte sofort los. Es sah nicht besonders schön aus, Else merkte das sofort. Aber es war, gottlob, ein Sohn; der Hannek hätte sie windelweich geschlagen, wenn es ein Mädchen geworden wäre."
(3) Wirf das Stöckchen an 5 Blogger weiter.
An dieser Stelle bricht das Stöckchen leider, denn ich kenne keine 5 Blogger, die Stöckchen fangen. Statt dessen fliegt von hier aus ein neues Bücher-Stöckchen los, und zwar folgendes:
a) Welche 5 Bücher sind in diesem Moment Deine ultimativen Lieblingsbücher? b) Sende Deine Top5 per Email an leser@buecher-magazin.de
Meine Antwort:
1. Patrick Süskind, Die Geschichte von Herrn Sommer
2. Alessandro Baricco, Seide
3. Eric Emmanuel-Schmitt, Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran
4. Jean-Jacques Sempe, Das Geheimnis des Fahrradhändlers
5. Dieter Wellershoff, Der Liebeswunsch
Hierzu würde ich gerne die Herren Tobias und Stephanski einladen.
Anleitung und Durchführung:
(1) Nimm das erste Buch in deiner Nähe, das mindestens 123 Seiten hat.
Gerade ist eine Buchbestellung bei mir eingetroffen, und da ich ein ausgesprochener Janosch-Fan bin, wollte ich gerne mal einen seiner Erwachsenen-Romane lesen. Daher liegt nun vor mir auf dem Tisch das mir noch gänzlich unbekannte Buch Von dem Glück, Hrdlak gekannt zu haben. Es hat 220 Seiten, erfüllt also die Bedingung.
(2) Öffne das Buch auf Seite 123, finde den 5. Satz und poste die nächsten 3 Sätze.
"Das Kind hatte keine Flecken, keine Schwindsucht, es war nicht blind und nicht dumm, denn es brüllte sofort los. Es sah nicht besonders schön aus, Else merkte das sofort. Aber es war, gottlob, ein Sohn; der Hannek hätte sie windelweich geschlagen, wenn es ein Mädchen geworden wäre."
(3) Wirf das Stöckchen an 5 Blogger weiter.
An dieser Stelle bricht das Stöckchen leider, denn ich kenne keine 5 Blogger, die Stöckchen fangen. Statt dessen fliegt von hier aus ein neues Bücher-Stöckchen los, und zwar folgendes:
a) Welche 5 Bücher sind in diesem Moment Deine ultimativen Lieblingsbücher? b) Sende Deine Top5 per Email an leser@buecher-magazin.de
Meine Antwort:
1. Patrick Süskind, Die Geschichte von Herrn Sommer
2. Alessandro Baricco, Seide
3. Eric Emmanuel-Schmitt, Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran
4. Jean-Jacques Sempe, Das Geheimnis des Fahrradhändlers
5. Dieter Wellershoff, Der Liebeswunsch
Hierzu würde ich gerne die Herren Tobias und Stephanski einladen.
Dienstag, 12. Februar 2008
Preview: Das Waisenhaus
Laura hat einen Traum. Sie möchte gemeinsam mit ihrem Mann, dem Arzt Carlos, aus dem alten Waisenhaus, in dem sie einen Teil ihrer Kindheit verbracht hat, ein kleines Heim für behinderte Kinder machen. Sie kaufen das Haus und ziehen gemeinsam mit ihrem Adoptivsohn Simón dort ein. Simón ist ein nicht unproblematisches Kind. Er hat keine Freunde und verbringt seine Zeit daher mit imaginären Spielgefährten. Auch im alten Waisenhaus findet er einen neuen unsichtbaren Freund. Laura und Carlos machen sich Sorgen um ihn, aber die Zeit drückt, und sie sind auch sehr mit der Renovierung und verschiedenen Vorbereitungen beschäftigt. Schließlich kommen die neuen Bewohner mit ihren Familien. Doch während der Eröfnungsfeier verschwindet Simón auf einmal spurlos. Wurde er entführt, ist er im Meer ertrunken oder haben ihn die imaginären Freunde oder gar Geister geholt?
"Das Waisenhaus" besticht durch seine atmosphärische Intensität. Die Balken des alten Hauses knarren, und man spürt in jeder Sekunde, dass dieser Ort eine düstere Vergangenheit hat, die noch eine Rolle spielen wird. Es ist im Grunde eine klassische Spukgeschichte, obwohl nie ganz klar ist, ob es wirklich spukt oder ob lediglich Laura Gespenster sieht. Es wird eine dichte Grundspannung aufbaut, immer wieder gesteigert durch kleine Schockeffekte oder rätselhafte Ereignisse. Besonders erwähnenswert finde ich, dass die Story nicht überfrachtet ist und ausufert, und dass man nicht versucht hat, das Rad neu zu erfinden. "Das Waisenhaus" ist für mich gerade deshalb so gut, weil die Geschichte einfach und konzentriert vorgetragen wird. Wenn ein Gruselfilm funktionieren will, dann darf er sich nicht in inhaltlicher Komplexität verlieren, sondern muss seinen Schwerpunkt auf die Atmosphäre legen. Die Geschichte muss ganz einfach, aber nicht banal sein. Sicherlich gibt es in "Das Waisenhaus" Versatzstücke, die man bereits in anderen Filmen gesehen hat. Manchmal ist man an "The Ring", "Sixth Sense" oder "Poltergeist" erinnert, aber diese Versatzstücke sind so geschickt angeordnet und arrangiert, dass etwas sehr eigenes entsteht. Und: gewisse Grundelemente sind in einem Gruselfilm einfach unverzichtbar. "Das Waisenhaus" ist absolut empfehlenswert.
Sonntag, 10. Februar 2008
Fragwürdiger Erfolg
-cp- Der Fänger im Roggen von Jerome David Salinger wurde erstmals 1951 veröffentlicht und sofort erfolgreich. Erzählt wird die Geschichte des 16-jährigen Holden Caulfield, der wegen schlechter Leistungen wieder einmal aus einem Internat geflogen ist, und sich ein langes Wochenende in New York gönnt, wo er zwischen Schlägerein, Nachtclubs und Frauen sein Leben vor sich selbst rechtfertigt. Um es kurz zu machen: Ich halte dieses literarisch oft hochgelobte Werk für maßlos überschätzt. Das Buch ist sprachlich sehr rauh, und durch viele Rückblenden bzw. Erinnerungsfetzen, die nicht sonderlich spannend sind, anstrengend zu lesen. Auch kann ich nicht nicht ganz nachvollziehen, wieso es sich um einen Roman zum Thema "Erwachsenwerden" handeln soll. Ich habe die Geschichte eines 16-jährigen gelesen, der sich geprägt von Frustrationen auf der einen und sexueller Neugierde auf der anderen Seite weigert, Verantwortung für sein Leben zu übernehmen. Holden hat keine Impulskontrolle und flieht im Grunde vor sich selbst. Was dem Autor tatsächlich gelingt ist, in dieser Ich-Erzählung die verzerrte Weltsicht des Holden darzustellen, der auf mich wirkt, wie eine tickende Zeitbombe, die nach psychologischer Intervention schreit. Ich sehe in Holden einen potentiellen U-Bahn-Schläger und wundere mich keines Falls darüber, dass Mark David Chapman (der Mörder John Lennons), Massenmörder Charles Manson und anderere Gewaltverbrecher sich in dem Roman wiederfinden.
Abonnieren
Posts (Atom)