Freitag, 27. April 2012
Lesehunger
Dienstag, 10. Januar 2012
Eskapismus oder Stimme der Sehnsucht
Für die Sehnsucht nach dem Fantastischen hat Thomas Kielinger eine Erklärung: "Unsere Zeit leidet am Mangel politischer Größe, die sich nicht einstellen will inmitten der ökonomischen Malaise, die wie eine globale Krake das Denken gefangen hält. Helden hätte man gerne, Drachentöter, die mit dem Schwert der Rechtschaffenheit den Monstern der Gegenwart entgegentreten und ihnen den Garaus machen." (Die Welt)
Der Mangel an Komplexität, den man Figuren der Fantasy-Literatur oft nachsagt, hat eben auch eine Kehrseite: Die eher einfach gezeichneten und gradlinigen Figuren sind eher Archetypen als komplexe Charaktere, d.h. sie stehen für Grundbilder. Eine Geschichte, die Komplexität zu reduzieren versteht, und deren Bilder und Konflikte so viel überschaubarer sind als die (politische) Wirklichkeit unserer Tage, kommt einer Sehnsucht entgegen. Im Kino stehen Fantasy-Filme, (zu denen auch Comic-Verfilmungen mit Superhelden-Geschichten gezählt werden können) hoch im Kurs. Ob das der Film The Iron Lady über die "Heldin von Einst" (Kielinger) Margaret Thatcher ebenfalls einlösen kann, bleibt abzuwarten.
Sonntag, 1. Januar 2012
2012 - Ein paar mehr oder weniger wichtige Jubiläen
- Am 01.01.2002 wurde der Euro als Barwährung eingeführt. (10 Jahre Euro)
- Am 31.03.1987 erhielt der Film "Platoon" vier Oscars, unter anderem als bester Film. (25 Jahre Platoon-Oscars)
- Am 09.04.1962 erhielt der Film "West Side Story" zehn Oscars, unter anderem als bester Film. (50 Jahre West Side Story-Oscars)
- Am 17.06.1962 wurde bei der Fußball-WM 1962 in Chile Brasilien zum zweiten Mal Weltmeister.Im Finale schlugen sie die Tschechoslowakei mit 3:1. (50 Jahre WM 1962)
- Im Oktober 1962 befand sich die Welt am Rande eines (Atom-)Krieges der Supermächte USA und Sowjetunion. (50 Jahre Kubakrise)
- Am 15. April 1912 sank die Titanic, 1500 Menschen starben. (100 Jahre Titanic-Katastrophe) Am 14. Dezemer 1997 wurde James Camerons Film Titanic in den USA uraufgeführt, der später mit elf Oscars ausgezeichnet werden sollte. (15 Jahre Titanic-Film). Für dieses Jahr ist eine Wiederaufführung mit neuen 3D-Effekten geplant. Die Wiederaufführung soll auf den 6. April fallen, dem hundertsten Jahrestag des Auslaufens der Titanic.
- Am 13. August 1912 lernt Franz Kafka seine spätere Verlobte Felice Bauer kennen. Berühmt ist diese Beziehung wegen der Briefe. Das Paar war drei mal verlobt. Nach der dritten Entlobung heiratete Felice Bauer den Bankprokuristen Moritz Marasse. Die Familie siedelte in die Schweiz über und wanderte später in die USA aus. Hier kommt 1981 (21 Jahre nach ihrem Tod) ihr Urenkel Adam Green zur Welt. (100 Jahre Begegnung Kafka/Bauer)
- Am 04. Juli 1862 erzählte Lewis Carroll während einer Bootsfahrt auf der Themse den Schwestern Alice, Edith und Lorina Lidell eine Geschichte, die später unter dem Namen Alice im Wunderland veröffentlicht und berühmt werden sollte. (100 Jahre Alice im Wunderland-Idee).
- Im Jahr 1812 führte Napoleon seinen berühmten Russland-Feldzug und scheiterte. (200 Jahre Russland-Feldzug)
- Am 20.12.1812 erschien die Erstausgabe der "Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm. (200 Jahre Grimms Märchen)
- Am 17.09.1787 wird die Verfassung der Vereinigten Staaten von Amerika zu Papier gebracht und von George Washington, Benjamin Franklin und Alexander Hamilton unterschrieben. Alle drei sind heute als Portrait auf amerikanischen Dollar-Noten zu finden. Washington: 1 Dollar, Hamilton 10 Dollar, Franklin 100 Dollar. (225 Jahre Verfassung der USA)
- Am 01.11.1512 wird Michelangelos Deckengemälde in der Sixtinischen Kapelle enthüllt. Das bekannteste Fresko ist Die Erschaffung Adams. (500 Jahre Fresken der Sixtinischen Kapelle)
Donnerstag, 22. September 2011
Die Todesstrafe
Ein interessanter Gedanke hierzu findet sich bei Franz Kafka. In seiner Erzählung In der Strafkolonie ist letztlich jede Strafe eine Todesstrafe. Ein Offizier ist Richter und Henker in Personalunion. Die Strafe wird durch eine Maschine umgesetzt, die dem Verurteilten zunächst das übertretene Gebot in den Körper ritzt, bevor sie ihn nach und nach tötet. Ein Reisender teilt dem Offizier mit, dass er dieses Prozedere ablehnt. Der Offizier versucht danach aus eigenem Antrieb, sich selbst für dafür zu bestrafen, legt sich in die Maschine und will sich "Sei gerecht!" in den Körper ritzen lassen.
Dieser Höhepunkt aus Kafkas Erzählung wirft (mindestens) zwei wichtige Fragen auf: 1. Kann eine Todesstrafe überhaupt gerecht sein? (Was ist eigentlich Gerechtigkeit?)
2. Machen sich Richter und Henker durch die Vollstreckung nicht ebenfalls schuldig?
Neben Kafkas "In der Strafkolonie" gibt es noch einige andere Werke, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, u.a. sieben empfehlenswerte Filme zum Thema Todesstrafe.
Dienstag, 11. Januar 2011
Psychische Erkrankungen im Spielfilm
Was aber ist "Psycho" wirklich? Und: Inwieweit schaffen es ambitionierte Filme, halbwegs realistische Krankheitsdarstellungen abzuliefern? In seiner kommunikationswissenschaftlichen Analyse zu diesem Thema nimmt sich Dr. Stephan Grunst dieser Fragen anhand dreier Themenkomplexe an: Alkoholkrankheit, Schizophrenie und bipolare Störung. Die Krankheiten werden aus medizinisch-psychiatrischer Sicht dargestellt und mit dem verglichen, was die allgemein als ernst zu nehmenden Filme zu diesen Krankheitsbildern darstellen, z.B. "A beautiful mind" zum Thema Schizophrenie. Tragen die Filme zu einem realistischen Blick auf die Erkrankungen bei? Oder sind die Filme selbst stigmatisierend?
Eine wissenschaftliche Arbeit, die sehr spannend zu lesen ist und zudem in gut nachvollziehbaren Schritten sehr genau arbeitet. Wer sich für das Thema interessiert oder sich generell mit Filmanalysen befassen möchte, wird von diesem Buch keinesfalls enttäuscht werden. Mehr Informationen auf www.psychiatriefilm.de.
Donnerstag, 9. September 2010
Fall Benaissa auch abgeschlossen
Pünktlich zum Abschluss des Prozesses erscheint ihre Biographie "Alles wird gut" als Buch und Hörbuch. Da bleibt nur zu hoffen, dass sie mit ihrem Honorar ihre Schulden begeleichen kann, war sie doch Anfang 2008 nach eigenen Angaben "pleite" und musste einen Offenbarungseid ablegen, was soviel wie Privatinsolvenz bedeutet.
Urteil gegen Jörg Tauss wegen Sichverschaffens kinderpornographischer Schriften rechtskräftig
-sv- Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs vom 31.08.2010:
"Das Landgericht Karlsruhe hat den Angeklagten unter anderem wegen des Sichverschaffens kinder- und jugendpornographischer Schriften in 95 Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt. Nach den Feststellungen des Landgerichts hatte der Angeklagte, der im Tatzeitraum Mitglied des Deutschen Bundestages war, Kontakt zu mehreren Personen aus der Kinderpornographieszene, an die er mittels seines Mobiltelefons Bild- und Videodateien mit kinder- und jugendpornograhischen Inhalten versandte und von denen er solche Dateien auch per Mobiltelefon erhielt.
Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung konnten zudem weitere Bild- und Videodateien sowie drei DVDs mit kinder- und jugendpornographischen Inhalten, die der Angeklagte in der Innentasche eines in seinem Schrank hängenden Jacketts bzw. in der hinteren Reihe eines zweireihig bestückten Bücherregals aufbewahrt hatte, sichergestellt werden.
Der Einlassung des Angeklagten, er habe die Taten in Ausübung seines Bundestagsmandats begangen, um eigene Erkenntnisse über die Verbreitung von Kinderpornographie im Internet zu gewinnen, ist das Landgericht nicht gefolgt. Der Angeklagte hat gegen das Urteil Revision eingelegt. Sein auf die allgemeine Sachrüge* gestütztes Rechtsmittel hat der 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs auf einen entsprechenden Antrag des Generalbundesanwalts als offensichtlich unbegründet verworfen (§ 349 Abs. 2 StPO). Das Urteil ist damit rechtskräftig."
Beschluss vom 24. August 2010 – 1 StR 414/10
Landgericht Karlsruhe – 2 KLs 310 Js 323/09 – Urteil vom 28. Mai 2010
Damit dürfte die Causa Tauss endgültig abgeschlossen sein!
*Im Zuge einer Sachrüge wird geprüft, ob das Recht richtig angewendet wurde. Details und Beispiele dazu hier.
Freitag, 28. Mai 2010
Tauss zu 15 Monaten auf Bewährung verurteilt
Details zum Prozess im SPIEGEL - hier wird mehr als deutlich, dass er sich in Widersprüche verstiegen hat. Tauss ist jetzt vorbestraft und reiht sich ein in die Reihe anderer straffällig gewordener Politiker.
Interessant ist es aus heutiger Sicht, seine Verteidigungsrede vom Anfang 2009 zu hören, in der er standhaft seine Unschuld beteuert [hier] - geglaubt hat ihm schon damals fast niemand. Ironie des Schicksals, dass das von Tauss so geliebte Internet jetzt zum Bumerang wird.
Donnerstag, 20. Mai 2010
Streik der Krankenhausärzte: Immer mehr Geld für Ärzte und immer weniger für die Pflegenden
Schade ist in diesem Kontext, dass es die ca. 700.000 professionell Pflegenden nicht schaffen, mit einer Stimme zu sprechen - dies haben die Ärzte den Pflegenden voraus.
Dienstag, 18. Mai 2010
Kurz informiert: Prozess gegen Tauss beginnt.
Sonntag, 21. März 2010
Jörg Tauss muss im Mai vor Gericht
Kino-Kultur?
Gerade in den USA erfreut sich Robert McKee einer gewissen Bekanntheit. Er hat sich mit Filmgeschichten und Plots auseinandergesetzt und gibt Seminare zum Thema "Storytelling". Nicht nur Anfänger, sondern auch renomierte Drehbuchautoren besuchen seine Seminare oder lassen sich von ihm beraten. In dem Film Adaption hat er einen Gastauftritt. In seinem Buch "Story
Es bleibt abzuwarten, wie sich "Kino-Kultur" weiterentwickelt. Solange die Eintrittspreise weiterhin ins Unverschämte steigen und die Qualität der meisten Filme derartig flach ist, sollte man gut überlegen, was man mit seinem Geld und seiner Zeit anstellt.
Montag, 1. März 2010
Sinus-Milieus
Warum ich das zitiere? Es ist immer schön, wenn man Komplexität reduzieren und sich selbst einem Milieu zuordenen kann. Ich selbst sehe mich an der Schnittstelle zwischen bürgerlicher Mitte und Postmaterialismus. Es gibt aber noch die Katgeorien Traditionsverwurzelte, Konservative, DDR-Nostalgiker, Etablierte, Konsum-Materialisten, Postmaterielle, Moderne Performer, Experimentalisten und Hedonisten.
Lieber Leser: schau doch mal selbst, zu welcher Gruppe Du Dich hingezogen fühlst! Weitere Infos gibt es hier und hier.
Sonntag, 17. Januar 2010
Handygewalt
Sonntag, 3. Januar 2010
Das Leben des David Gale
Zum Inhalt: David Gale (Kevin Spacey) war Philosophie-Professor und hat sich jahrelang in Theorie und Praxis gegen die Todesstrafe eingesetzt. Nun sitzt er selbst in der Todeszelle und gibt einer jungen Journalistin (Kate Winslet) ein letztes Interview. Auch hier stellt sich die Frage - ist er schuldig oder nicht? Hervorhebenswert ist dabei, dass die Auseinandersetzung mit der Todesstrafe an sich unabhängig von der Schuld oder Unschuld David Gales behandelt wird.
Der Film ist schauspielerisch und dramaturgisch absolut überzeugend und liefert ein beeindruckendes Statement gegen die Todesstrafe. Schnitt und Musik gehen teilweise experimentelle Wege, und dieses Experiment ist geglückt, denn der Film hat eine durch und durch unheilvolle Atmosphäre. Die Filmmusik stammt übrigens von den beiden Söhnen Alan Parkers und weicht deutlich vom Filmmusik-Mainstream ab. Auch der Soundtrack ist eine Anschaffung wert. Die DVD enthält auch einige sehenswerte Specials (Filmmusik, Todesstrafe in Texas, Making Of, ...). Einziges Manko ist die Soundqualität. Die Dialoge klingen etwas unsauber. Aber diese Störung ist minimal und fällt nicht ins Gewicht.
Samstag, 2. Januar 2010
Kleine Pädagogik des Märchens
Die Geschichte der Märchenpädagogik ist seitdem geprägt von Aufs und Abs. Der pädagogische Wert von Märchen wurde einerseits früh erkannt und herausgestellt. Andererseits waren viele Märchen wegen ihrer Grausamkeiten auch zu allen Zeiten umstritten. Die moderne Psychologie hat sich seit Sigmund Freud und Carl Gustav Jung bis heute immer wieder wissenschaftlich mit Märchen und ihrer entwicklungsfördernden Wirkung beschäftigt. Spätestens seit Bruno Bettelheims berühmter Studie Kinder brauchen Märchen von 1975 ist das Märchen unter pädagogischen und psychologischen Gesichtspunkte vollständig rehabilitiert. Heute weiß man: Märchen sind nicht nur unterhaltsam und erfreuen die Leser und Hörer, sondern sind auch phantasieanregend und allein deshalb pädagogisch wertvoll.
Ganz aktuell ist zu diesem Thema die Monographie „Kleine Pädagogik des Märchens“ von Oliver Geister erschienen. Dieses Buch bringt das Kunststück fertig, wichtige Theorien zur Textsorte Märchen komprimiert und verständlich darzustellen und mit didaktischen Ansätzen für die pädagogische Praxis zu versehen. So gibt es praktische Hinweise für Nutzungsmöglichkeiten, die sich zum Teil auf Kita, in der Hauptsache aber auf den Schulunterricht beziehen (Grundschule und 5./6.Klasse). Angereichert wird das Buch durch einige Textbeispiele. Das Buch ist für Pädagogen und Märcheninteressierte eine wunderbare und leicht zu lesende Lektüre. Wenn man didaktisch oder kreativ mit Märchen arbeiten möchte, ist das Buch ein guter Einstieg in das Thema, liefert aber auch über die grundlegenden Themen hinaus noch spannende Ansätze, wie z.B. die Erarbeitung und Produktion eines Märchenhörspiels als Klassenprojekt. An diesem und anderen Beispielen zeigt der promovierte Erziehungswissenschaftler Oliver Geister auf, wie mit Hilfe alter Märchen auch Medienkompetenz vermittelt werden kann. Auch moderne Märchen werden behandelt. Ein weiteres Thema ist die interkulturelle Nutzung von Märchen. Fazit: Unbedingt empfehlenswert! (Das Buch bei Amazon)
Link: www.maerchenpaedagogik.de
Dienstag, 29. Dezember 2009
Nachruf 2009
Dienstag, 15. Dezember 2009
Die Todesstrafe im Film
Die Todesstrafe sorgt immer für Diskussionsstoff, und auch in Deutschland, obgleich sie hier schon lange nicht mehr praktiziert wird, ist das Thema durchaus aktuell, sei es als weltpolitisches oder ethisches Problem. Eine Auseinandersetzung findet sich unter anderem auf der Website von Amnesty International.
Auch im Film wurde die Todesstrafe mehrfach behandelt, mal am Rande, mal als zentrales Thema. Hier eine Liste von sieben empfehlenswerten Filmen:
1) Dead Man Walking (1995, Regie: Tim Robbins)
Links: Wikipedia, Amazon
2) Endstation Schafott (1973, Regie: José Giovanni)
Links: Wikipedia, Amazon
3) Ein kurzer Film über das Töten (1987, Regie: Krzysztof Kieślowski)
Links: Wikipedia, Amazon
4) Das Leben des David Gale (2002, Regie: Alan Parker)
Links: Wikipedia, Amazon
5) Ein wahres Verbrechen (1999, Regie: Clint Eastwood)
Links: Wikipedia, Amazon
6) Monsters Ball (2001, Regie: Marc Forster)
Links: Wikipedia, Amazon
7) Die Kammer (1996, Regie: James Foley)
Links: Wikipedia, Amazon
Samstag, 5. Dezember 2009
Shanti wegen Missbrauchs verurteilt, Polanski auf Kaution frei.
Nachdem an dieser Stelle bereits in der Vergangenheit über Prominente berichtet wurde, die teils zu Recht teils ungerechtfertigt als pädophil gelten [Artikel aus dem September 2009], reiht sich nun auch Oliver Shanti in die Liste ein. Nachdem 2002 Vorwürfe in dieser Richtung bekannt wurden tauchte er unter. 2008 wurde er von den portugisischen Behörden nach Deutschland ausgeliefert. Im Prozess gestand er die ihm zur Last gelegten Taten. Das Urteil: sechs Jahre und zehn Monate Gefängnis [Spiegel Online]. Wenn das Klischee stimmt, wird seine Strafe nicht der langjährige Freiheitsentzug selbst sein, sondern die soziale Position, die verurteilte Pädophile innerhalb des Strafvollzugs haben.
Die Frage, was aus den Tätern wird, beschäftigt die Medien nachhaltig, wie gerade der Fall Polanski wieder zeigt. Der konnte jetzt gegen Zahlung einer Kaution aus der schweizerischen Justizvollzugsanstalt in eine Villa umziehen, wo er unter Hausarrest steht. Bestürzung gibt es auch darüber, dass viele berühmte Kollegen Polanskis eine Petition zu seinen Gunsten unterschrieben haben. Was nun weiter passiert wird man sehen. Was im Fall Polanski das Wort Gerechtigkeit überhaupt bedeuten kann, könnte Thema juristischer und/oder philosophischer Doktorarbeiten sein. [Artikel auf FAZ-Online]
Die weitaus wichtigere Frage ist allerdings die, was für die Opfer "gerecht" wäre, und zu dem Thema schweigen sich die Medien wie immer aus. Auch das Thema "Prävention" kommt zu kurz. Sicherlich wäre es falsch, die Opfer in die Medien zu zerren, aber die Frage, wie man Kinder schützen kann, verdient größere Aufmerksamkeit. Hierzu drei Links:
- Kinderschutzportal
- Zartbitter
- DGgKV
Montag, 9. November 2009
Marketingagentur "Bundesprüfstelle"
Der Schuss geht m.E. nach hinten los, denn eine bessere Werbung als die Indizierung kann sich eine Band wie Rammstein kaum wünschen - auch wenn die Bandmitglieder nicht verstehen können, warum ein Text (und sei er noch so platt und einfallslos) wie der zu dem Lied "Ich tu Dir weh" für Kinder möglicherweise ungeeignet sein könnte, Zitat: "Bei dir hab ich die Wahl der Qual - Stacheldraht im Harnkanal - Leg dein Fleisch in Salz und Eiter - Erst stirbst du, doch dann lebst du weiter - Bisse, Tritte, harte Schläge - Nadeln, Zangen und stumpfe Säge - Wünsch dir was, ich sag nicht nein - Und führ dir Nagetiere ein".