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Freitag, 27. April 2012
Lesehunger
-cp- "Das grenzenloseste Abenteuer der Kindheit, das war das Leseabenteuer. Für mich begann es, als ich zum ersten Mal ein eigenes Buch bekam und mich da hinein schnupperte. In diesem Augenblick erwachte mein Lesehunger, und ein besseres Geschenk hat das Leben mir nicht beschert." (aus: Astrid Lindgren, "Das entschwundene Land")
In diesem Sinne der Hinweis auf einen Appetitmacher: Die Stiftung Lesen hat gemeinsam mit dem Bundesministerium für Bildung und Forschung das Projekt Lesestart ins Leben gerufen. So sinnvoll das Projekt auch ist, muss die Frage aufgeworfen werden, warum es so lange gedauert hat, waren doch die Erfolge von Bookstart in England seit Anfang der 90er Jahre bekannt. Zu hoffen bleibt, dass die Familien auch Unterstützung erhalten, was die Umsetzung angeht. Hier sind sicherlich die Kitas gefragt. Siehe auch: Literaturkita.
Mittwoch, 15. Juni 2011
Falsche Freunde
-cp- Heute gibt es in der Kategorie Zitat des Tages mal ein schönes Beispiel für ein Teekesselchen.
"Der Besitz verschafft Freunde, das gebe ich zu, aber falsche, und er verschafft sie nicht dir, sondern sich." (Erasmus von Rotterdam) Hier ist die wörtliche Bedeutung des "falschen Freundes" gleich der wirklichen. (Das hoffe ich zumindest.) Es gibt aber auch Auslegungen im übertragenen Sinne.
"Eine besondere Form der Flatulenz besteht, wenn beim Abgang von Leibwinden ungewollt Stuhl mit abgeht (umgangssprachlich falscher Freund)." (Wikipedia) Wenn das ein "falscher Freund" ist, was ist denn dann ein echter?
Auch in der Auseinandersetzung mit Sprache findet sich ein falscher Freund: (Wikipedia)
Wie man es also dreht und wendet: Bei falschen Freunden muss man vorsichtig sein. Bei falschem Hasen allerdings sieht es schon wieder anders aus.
"Der Besitz verschafft Freunde, das gebe ich zu, aber falsche, und er verschafft sie nicht dir, sondern sich." (Erasmus von Rotterdam) Hier ist die wörtliche Bedeutung des "falschen Freundes" gleich der wirklichen. (Das hoffe ich zumindest.) Es gibt aber auch Auslegungen im übertragenen Sinne.
"Eine besondere Form der Flatulenz besteht, wenn beim Abgang von Leibwinden ungewollt Stuhl mit abgeht (umgangssprachlich falscher Freund)." (Wikipedia) Wenn das ein "falscher Freund" ist, was ist denn dann ein echter?
Auch in der Auseinandersetzung mit Sprache findet sich ein falscher Freund: (Wikipedia)
Wie man es also dreht und wendet: Bei falschen Freunden muss man vorsichtig sein. Bei falschem Hasen allerdings sieht es schon wieder anders aus.
Freitag, 20. Mai 2011
In Minden nimmt man's ganz genau mit der Statistik
-cp- Mit Statistiken ist es ja immer so eine Sache, wie zum Beispiel das Zitat von Franz Steinkühler zeigt: "Ich denke bei Statistik an den Jäger, der bei einem Hasen das erste Mal knapp links daneben schoss, und beim zweiten Mal knapp rechts vorbei. Im statistischen Durchschnitt gäbe es einen toten Hasen."
Heute nun berichtet das Mindener Tageblatt über die von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) vorgestellte Kriminalstatistik, in der es heißt, dass die Zahl der Einbrüche in Deutschland im Jahr 2010 gegenüber 2009 um sieben Prozent gestiegen sei. Zwei Artikel weiter wird über einen Einbruch in ein Mindener Möbelgeschäft berichtet:
Was soll das werden? Ein Rekordversuch? Ganz ehrlich - lange hält's mich hier nicht mehr.
Heute nun berichtet das Mindener Tageblatt über die von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) vorgestellte Kriminalstatistik, in der es heißt, dass die Zahl der Einbrüche in Deutschland im Jahr 2010 gegenüber 2009 um sieben Prozent gestiegen sei. Zwei Artikel weiter wird über einen Einbruch in ein Mindener Möbelgeschäft berichtet:
Was soll das werden? Ein Rekordversuch? Ganz ehrlich - lange hält's mich hier nicht mehr.
Sonntag, 10. April 2011
Rotkäppchen, Märchen, Fabeln und die Aufklärung
-cp- Der aufklärerische Philosoph Christian Wolff (1679-1754) war nicht unbedingt der größte aller Märchenfreunde. Als Gattung zieht er dem Märchen die Fabel deutlich vor. Er schreibt: "So hat man den Kindern bei sich zeigendem Gebrauche der Vernunft durch Exempel und Fabeln die Tugenden und Laster vorzustellen, damit sie beide nicht allein kennenlernen, sondern auch einen Trieb zu jenen und einen Abscheu vor diesen bekommen. Und mit diesen Erzählungen würde man bei ihnen ein Mehreres fruchten als mit den abgeschmackten Märlein die gewöhnlicher Maßen von alten Weibern und ihresgleichen den Kindern erzählet werden, dadurch sie an allerhand Vorurteil und Aberglauben verleitet, auch öfters zu vielen bösen Neigungen gleichsam zugestimmet werden."
Das Märchen verleitet also aus aufklärerischer Sicht zu Vorurteilen und Aberglauben. Hierzu sollte man festhalten, dass dieses Zitat deutlich vor der ersten Märchensammlung der Brüder Grimm aus dem Jahr 1812 veröffentlicht wurde, also auch deutlich vor der Zeit der Märchenbuchverbreitung. Die Kritik bezieht sich also nicht auf das Märchen, wie wir es heute kennen, sondern auf das mündlich erzählte, das durchaus als beängstigendes Mahnmärchen daherkommen konnte.
Anhaltspunkte für eine solche Märchentradition findet man noch in "Rotkäppchen": Die moralische Auflösung des Märchens jedenfalls ist recht fragwürdig. Da sagt Rotkäppchen in einem Selbstgespräch: "Du willst dein Lebtag nicht wieder allein vom Wege ab in den Wald laufen, wenn dir's die Mutter verboten hat." Dabei muss man doch festhalten, dass ihr jenseits des Weges nichts passiert ist. Auf dem befohlenen Weg jedoch gab es gleich zwei Übergriffe: Sie wurde vom Wolf angesprochen. Und im Haus der Großmutter, das sie aufsuchen sollte, wurde sie sogar vom Wolf gefressen. Der Knackpunkt, egal in welche Richtung man das Märchen deutet, ist vor der pädagogische Vorschlaghammer vom Gehorsam den Eltern gegenüber. Das Märchen (in einer solchen Form) will nicht zum Nachdenken anregen, sondern dem zuhörenden Kind Antworten eintrichtern. Eine Entwicklung von Vernunft im Sinne der Aufklärung ist so sicherlich nicht zu erreichen. Wobei sich die Aufklärer in ihrer Kritik vor allem auf das damals sehr verbreitete Ammenmärchen bezogen. Heute sind Volks-, Kunst- und Moderne Märchen über diesen Zweifel weitestgehend erhaben.
Schön ist jedoch, dass jemanden gibt, der das Märchen im Allgemeinen und "Rotkäppchen" im Besonderen mit den aufklärerischen Idealen versöhnt, auch wenn Christian Wolff dies leider nicht mehr mitbekommen hat. Peter Rühmkorf (1929-2008) veröffentlichte 1983 sein Buch "Der Hüter des Misthaufens - aufgeklärte Märchen", das unter anderem "Rotkäppchen und der Wolfspelz" enthält.
Anmerkung am Rande: Dass der böse Wolf sinnbildlich Christian Wolff als Märchenkritiker darstellen sollte, darf bezweifelt werden.
Das Märchen verleitet also aus aufklärerischer Sicht zu Vorurteilen und Aberglauben. Hierzu sollte man festhalten, dass dieses Zitat deutlich vor der ersten Märchensammlung der Brüder Grimm aus dem Jahr 1812 veröffentlicht wurde, also auch deutlich vor der Zeit der Märchenbuchverbreitung. Die Kritik bezieht sich also nicht auf das Märchen, wie wir es heute kennen, sondern auf das mündlich erzählte, das durchaus als beängstigendes Mahnmärchen daherkommen konnte.
Anhaltspunkte für eine solche Märchentradition findet man noch in "Rotkäppchen": Die moralische Auflösung des Märchens jedenfalls ist recht fragwürdig. Da sagt Rotkäppchen in einem Selbstgespräch: "Du willst dein Lebtag nicht wieder allein vom Wege ab in den Wald laufen, wenn dir's die Mutter verboten hat." Dabei muss man doch festhalten, dass ihr jenseits des Weges nichts passiert ist. Auf dem befohlenen Weg jedoch gab es gleich zwei Übergriffe: Sie wurde vom Wolf angesprochen. Und im Haus der Großmutter, das sie aufsuchen sollte, wurde sie sogar vom Wolf gefressen. Der Knackpunkt, egal in welche Richtung man das Märchen deutet, ist vor der pädagogische Vorschlaghammer vom Gehorsam den Eltern gegenüber. Das Märchen (in einer solchen Form) will nicht zum Nachdenken anregen, sondern dem zuhörenden Kind Antworten eintrichtern. Eine Entwicklung von Vernunft im Sinne der Aufklärung ist so sicherlich nicht zu erreichen. Wobei sich die Aufklärer in ihrer Kritik vor allem auf das damals sehr verbreitete Ammenmärchen bezogen. Heute sind Volks-, Kunst- und Moderne Märchen über diesen Zweifel weitestgehend erhaben.
Schön ist jedoch, dass jemanden gibt, der das Märchen im Allgemeinen und "Rotkäppchen" im Besonderen mit den aufklärerischen Idealen versöhnt, auch wenn Christian Wolff dies leider nicht mehr mitbekommen hat. Peter Rühmkorf (1929-2008) veröffentlichte 1983 sein Buch "Der Hüter des Misthaufens - aufgeklärte Märchen", das unter anderem "Rotkäppchen und der Wolfspelz" enthält.
Anmerkung am Rande: Dass der böse Wolf sinnbildlich Christian Wolff als Märchenkritiker darstellen sollte, darf bezweifelt werden.
Freitag, 24. September 2010
Philosophische Frage
-cp- "Wenn es so ist, dass wir nur einen kleinen Teil von dem leben können, was in uns ist - was geschieht mit dem Rest?" (aus Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier).
Donnerstag, 16. September 2010
Reden, wenn der Mensch noch lebt
-sv- Harald Schmidt im Interview mit der ZEIT:
"Ich habe ein gutes Rezept, damit man sich nicht den Tod als großes Drama erzählen muss. Man redet, wenn der Mensch noch lebt."
Hier das ganze Interview.
"Ich habe ein gutes Rezept, damit man sich nicht den Tod als großes Drama erzählen muss. Man redet, wenn der Mensch noch lebt."
Hier das ganze Interview.
Donnerstag, 26. August 2010
Das Leben an sich
-cp- Von Branford Marsalis stammt das schöne Zitat: "Es gibt einen bestimmten Punkt im Leben, an dem muss man aufstehen und sagen: Ja, genau das will und muss ich tun."
Das klingt nicht nur gut, sondern auch auffordernd. Man ist geneigt aufzustehen und die Brocken hinzuwerfen oder wahlweise andere Brocken aufzuheben oder sonst was zu tun. Die Sache hat nur einen Haken: Wenn ein erfolgreicher Musiker, der bereits mit Leuten wie Sting und Miles Davis gespielt hat, solche Dinge sagt, dann klingt es sehr nach Erfolgsrezept. Die Menschen allerdings, die Lebensentscheidungen getroffen haben, mit denen sie dann gescheitert sind, obgleich sie es noch so sehr wollten, sind leider nicht berühmt genug, als das man sie zitieren könnte.
Das klingt nicht nur gut, sondern auch auffordernd. Man ist geneigt aufzustehen und die Brocken hinzuwerfen oder wahlweise andere Brocken aufzuheben oder sonst was zu tun. Die Sache hat nur einen Haken: Wenn ein erfolgreicher Musiker, der bereits mit Leuten wie Sting und Miles Davis gespielt hat, solche Dinge sagt, dann klingt es sehr nach Erfolgsrezept. Die Menschen allerdings, die Lebensentscheidungen getroffen haben, mit denen sie dann gescheitert sind, obgleich sie es noch so sehr wollten, sind leider nicht berühmt genug, als das man sie zitieren könnte.
Dienstag, 24. August 2010
Bücherschätze auf und unter der Hand
-cp- "Es gibt mehr Schätze in Büchern als Piratenbeute auf der Schatzinsel. Und das Beste ist, du kannst diesen Reichtum jeden Tag deines Lebens genießen." (Walt Disney)
Interessant, dass dieses Zitat gerade von einem Filmemacher stammt. Interessant auch, dass Thalia dieses Zitat nutzt, um für Zukunftleser zu werben. Was dahinter steckt, ist keine Überraschung: ein eReader. Schließlich braucht jede Buchhandlung einen eigenen Kindle, iPad, usw.
Die Vorteile liegen auf der Hand:
1. Man muss in Zukunft nicht mehr so viel Geld für Bücherregale ausgeben.
2. Man muss beim nächsten Umzug nicht so viele Bücherkisten schleppen.
3. eBooks sind gefeit vorm Zahn der Zeit, der Staub ansetzt und die Seiten vergilbt.
4. Man kann jederzeit seine gesammte Bibliothek mit sich herumtragen.
Die Nachteile liegen unter der Hand:
Bücher werden entwertet. Nicht inhaltlich, denn der Inhalt bleibt derselbe. Auch nicht zwangsläufig beim Lesen selbst (also dem Aufnehmen des Inhalts), denn die Menschen sind zwar unterschiedlich in ihren Bedürfnissen, aber ich denke, dass man sich an das digitale Lesen gewöhnen kann, wenn man denn möchte. ABER: Den Büchern wird ihre Geschichte genommen. Und zwar nicht allgemein, sondern in Bezug auf das einzelne Exemplar. Über Knicke, Eselsohren, usw. erzählt jedes Buch die Geschichte, wie oft es gelesen wurde, und was dem Leser wichtig war. Sätze wie: "Ein schönes Buch, das habe ich mal von XY zum Geburtstag bekommen" oder "Das habe ich beim Stöbern in der Buchhandlung entdeckt, damals im Urlaub" wird man seltener hören, da ja die Bücher der Zukunft alle denselben Hintergrund haben sollen: hochgeladen und in einem digitalen Verzeichnis abgespeichert werden.
Die Entwertung findet besonders deutlich in der Welt der Kinder statt, denn wenn man ihnen für ihren iPad eine Urlaubs- oder sonstige Lektüre spendiert, dann bekommen sie gar nicht mehr mit, dass dafür auch Geld bezahlt wird. Einen Einblick in Papis nächste Kreditkartenabrechnung werden sie kaum nehmen. Und sie müssen auch keine Tüte mehr nach Hause tragen und die Aufregung aushalten, bevor sie endlich mit dem Lesen anfangen können. Eine Aufregung, die auch so manchem Erwachsenen fehlen wird. Und: Wie soll eigentlich, praktisch gesehen, ein stolzer Vater einen Schatz seiner Jugend (das Buch "Der Schatz im Silbersee" zum Beispiel) an seinen lesebegeisterten Sohn weitergeben. Es ist nicht nur ein Winnetou-Abenteuer, sondern auch ein Stück Lebensgeschichte des Vaters, der das Buch über Jahre aufbewahrt hat.
Es gibt einfach viele Sinneseindrücke, die beim digitalen Lesen flöten gehen. "In dem Duft der Druckerschwärze wohnt das grenzenloseste aller Abenteuer." (Astrid Lindgren) Das Zitat mag bereits etwas zu oft bemüht worden sein, und es ist auch nicht frei von Kitsch, aber die dahinterstehende Weisheit lässt sich nicht wegdiskutieren. Literatur ist ein gewichtiges Kulturgut, und ihre Schätze darf man ruhig auch beim Anfassen spüren. (vgl. Quint Buchholz)
Interessant, dass dieses Zitat gerade von einem Filmemacher stammt. Interessant auch, dass Thalia dieses Zitat nutzt, um für Zukunftleser zu werben. Was dahinter steckt, ist keine Überraschung: ein eReader. Schließlich braucht jede Buchhandlung einen eigenen Kindle, iPad, usw.
Die Vorteile liegen auf der Hand:
1. Man muss in Zukunft nicht mehr so viel Geld für Bücherregale ausgeben.
2. Man muss beim nächsten Umzug nicht so viele Bücherkisten schleppen.
3. eBooks sind gefeit vorm Zahn der Zeit, der Staub ansetzt und die Seiten vergilbt.
4. Man kann jederzeit seine gesammte Bibliothek mit sich herumtragen.
Die Nachteile liegen unter der Hand:
Bücher werden entwertet. Nicht inhaltlich, denn der Inhalt bleibt derselbe. Auch nicht zwangsläufig beim Lesen selbst (also dem Aufnehmen des Inhalts), denn die Menschen sind zwar unterschiedlich in ihren Bedürfnissen, aber ich denke, dass man sich an das digitale Lesen gewöhnen kann, wenn man denn möchte. ABER: Den Büchern wird ihre Geschichte genommen. Und zwar nicht allgemein, sondern in Bezug auf das einzelne Exemplar. Über Knicke, Eselsohren, usw. erzählt jedes Buch die Geschichte, wie oft es gelesen wurde, und was dem Leser wichtig war. Sätze wie: "Ein schönes Buch, das habe ich mal von XY zum Geburtstag bekommen" oder "Das habe ich beim Stöbern in der Buchhandlung entdeckt, damals im Urlaub" wird man seltener hören, da ja die Bücher der Zukunft alle denselben Hintergrund haben sollen: hochgeladen und in einem digitalen Verzeichnis abgespeichert werden.
Die Entwertung findet besonders deutlich in der Welt der Kinder statt, denn wenn man ihnen für ihren iPad eine Urlaubs- oder sonstige Lektüre spendiert, dann bekommen sie gar nicht mehr mit, dass dafür auch Geld bezahlt wird. Einen Einblick in Papis nächste Kreditkartenabrechnung werden sie kaum nehmen. Und sie müssen auch keine Tüte mehr nach Hause tragen und die Aufregung aushalten, bevor sie endlich mit dem Lesen anfangen können. Eine Aufregung, die auch so manchem Erwachsenen fehlen wird. Und: Wie soll eigentlich, praktisch gesehen, ein stolzer Vater einen Schatz seiner Jugend (das Buch "Der Schatz im Silbersee" zum Beispiel) an seinen lesebegeisterten Sohn weitergeben. Es ist nicht nur ein Winnetou-Abenteuer, sondern auch ein Stück Lebensgeschichte des Vaters, der das Buch über Jahre aufbewahrt hat.
Es gibt einfach viele Sinneseindrücke, die beim digitalen Lesen flöten gehen. "In dem Duft der Druckerschwärze wohnt das grenzenloseste aller Abenteuer." (Astrid Lindgren) Das Zitat mag bereits etwas zu oft bemüht worden sein, und es ist auch nicht frei von Kitsch, aber die dahinterstehende Weisheit lässt sich nicht wegdiskutieren. Literatur ist ein gewichtiges Kulturgut, und ihre Schätze darf man ruhig auch beim Anfassen spüren. (vgl. Quint Buchholz)
Mittwoch, 11. August 2010
Eisern und unbeugsam
-cp- Manchmal ist es schon drollig, was einem bei der Internetrecherche so ins Auge springt. In diesem Fall zwei Zitate unterschiedlicher Zitatdatenbanken, die (via iGoogle) zufällig nebeneinander standen.
1. Ein Ausspruch von Frederick Mayer (1921 - 2006): "Der kreative Mensch zeichnet sich dadurch aus, dass er für neue Ideen empfänglich ist, er ist aufgeschlossen und in jeder Hinsicht erlebnisfähig. Starres Denken und unbeugsame Regeln sind ihm fremd." Und da dieser Mayer "Kreativitätsexperte" war, musste er es ja wissen.
2. Das zweite Zitat stammt von Groucho Marx (1890-1977): "Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere."
Es ist doch schön, wie Mayers "unbeugsame Regeln" sich bei Groucho als "eiserne Prinzipien" wiederfinden und gleichzeitig ad absurdum geführt werden.
1. Ein Ausspruch von Frederick Mayer (1921 - 2006): "Der kreative Mensch zeichnet sich dadurch aus, dass er für neue Ideen empfänglich ist, er ist aufgeschlossen und in jeder Hinsicht erlebnisfähig. Starres Denken und unbeugsame Regeln sind ihm fremd." Und da dieser Mayer "Kreativitätsexperte" war, musste er es ja wissen.
2. Das zweite Zitat stammt von Groucho Marx (1890-1977): "Ich habe eiserne Prinzipien. Wenn sie Ihnen nicht gefallen, habe ich auch noch andere."
Es ist doch schön, wie Mayers "unbeugsame Regeln" sich bei Groucho als "eiserne Prinzipien" wiederfinden und gleichzeitig ad absurdum geführt werden.
Dienstag, 3. August 2010
Abwehrmittel gegen Dämonen usw.
-cp- Gut zu wissen: "Zeigt man Dämonen, Hexen oder persönlichen Feinden sein bloßes Gesäß, so können sie einem nichts anhaben." (Quelle: Wikipedia, Kontext: Schwäbischer Gruß)
Samstag, 10. Juli 2010
Kathargo
-cp- "Das große Karthago führte drei Kriege. Nach dem ersten war es noch mächtig. Nach dem zweiten war es noch bewohnbar. Nach dem dritten war es nicht mehr zu finden." (Bertolt Brecht)
Es wird gemutmaßt, dass es zum dritten punischen Krieg vielleicht nicht gekommen wäre, wenn Hannibal im zweiten (nach seinem legendären Zug mit den Elefanten durch die Alpen und einigen gewonnenen Schlachten) Rom angegriffen hätte. "Vincere scis, Hannibal, victoria uti nescis." ("Zu siegen weißt du, Hannibal, aber nicht den Sieg auszunutzen.") (Maharbal)
Was lernen wir daraus?
- Fußball: Nie mit einem 1:0 zufriedengeben.
- Kultur: Man möge bitte eine Verfilmung der Punischen Kriege durch Ridley Scott verhindern.
- Sprache: Drei Kriege (und 118 Jahre Geschichtsschreibung) machen eine vortreffliche Wirkung, wenn sie von Bertolt Brecht zusammengefasst werden.
- Geschichte: Von "Puniern" oder "Kathargern" redet heute niemand mehr. Eine Art vierter punischer Krieg fand am 30.05.2004 statt. Er dauerte 90 Minuten, und es kam niemand zu Tode. Damals gewann Italien das Freundschaftsspiel in Tunesien mit 4:0 (Link).
Es wird gemutmaßt, dass es zum dritten punischen Krieg vielleicht nicht gekommen wäre, wenn Hannibal im zweiten (nach seinem legendären Zug mit den Elefanten durch die Alpen und einigen gewonnenen Schlachten) Rom angegriffen hätte. "Vincere scis, Hannibal, victoria uti nescis." ("Zu siegen weißt du, Hannibal, aber nicht den Sieg auszunutzen.") (Maharbal)
Was lernen wir daraus?
- Fußball: Nie mit einem 1:0 zufriedengeben.
- Kultur: Man möge bitte eine Verfilmung der Punischen Kriege durch Ridley Scott verhindern.
- Sprache: Drei Kriege (und 118 Jahre Geschichtsschreibung) machen eine vortreffliche Wirkung, wenn sie von Bertolt Brecht zusammengefasst werden.
- Geschichte: Von "Puniern" oder "Kathargern" redet heute niemand mehr. Eine Art vierter punischer Krieg fand am 30.05.2004 statt. Er dauerte 90 Minuten, und es kam niemand zu Tode. Damals gewann Italien das Freundschaftsspiel in Tunesien mit 4:0 (Link).
Mittwoch, 9. Juni 2010
Rumpelstilzchen schlägt zurück
-sv- Wie die Bild-Zeitung heute berichtet, "erregte das Auftreten des Verteidigungsministers Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU) während der eineinhalbtägigen Sparklausur im Kanzleramt so viel Unmut und Erstaunen, dass in einer Runde die Worte fielen Der führt sich auf wie Rumpelstilzchen. Als Urheber im Verdacht: Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CDU). Ob Karl-Theodor das auf sich sitzen lässt? Bis wir davon Kenntnis erlangen, empfiehlt "Kategorie: Vermischtes" den Hörgenuss der gleichnamigen CD "Rumpelstilzchen schlägt zurück" aus dem Hause HoerSketch.
Dienstag, 23. März 2010
Kino-Kultur, nachgelegt
-cp- Manchmal stolpert man über interessante Zitate, heute über eines, das zur Kino-Kultur-Diskussion passt:
"Wenn ein Film Erfolg hat, ist er ein Geschäft. Wenn er keinen Erfolg hat, ist er Kunst." (Jean Gabin)
Im Rahmen der Diskussion kann man den Gedanken nachvollziehen. Aber: Ist tatsächlich jeder Flop als Kunst zu bewerten? Und: Schließen Kunst und Erfolg einander aus?
"Wenn ein Film Erfolg hat, ist er ein Geschäft. Wenn er keinen Erfolg hat, ist er Kunst." (Jean Gabin)
Im Rahmen der Diskussion kann man den Gedanken nachvollziehen. Aber: Ist tatsächlich jeder Flop als Kunst zu bewerten? Und: Schließen Kunst und Erfolg einander aus?
Freitag, 5. März 2010
Eddie Dickens und die Bärte
-cp- Eddie Dickens ist die Hauptfigur einer zunächst dreiteilig geplanten (und mittlerweile sechs Bände starken) Jugendbuchreihe. Er ist etwa 12 Jahre alt und lebt im viktorianischen England, allerdings fern von Glanz und Pracht: Seine Familie ist durch und durch bescheuert, und er gerät (u.a. durch ihr Verschulden) immer wieder in verrückte Situationen und Abenteuer. Folgenübersicht:
1. Schlimmes Ende
2. Furcht erregende Darbietungen
3. Schlechte Nachrichten
4. Unliebsame Überraschungen
5. Abscheuliche Angewohnheiten
6. Allerletzter Akt
Eine der Figuren, mit der er es im Laufe der ersten drei Geschichten zu tun bekommt, wird als durch und durch bärtiger Mensch beschrieben. So bärtig, dass man den Mund nicht sieht, sondern höchstens erahnen kann. Nimmt man dies zum Anlass, sich mal mit dem Bart an sich zu befassen, fallen einem verschiedene Dinge auf: Erstens (allgemein), dass es sehr unterschiedliche Barttypen gibt, zweitens (auch allgemein), dass der längste Bart der Welt über fünf Meter lang war, und dass sein Besitzer Hans Langseth hieß, und drittens (auf Eddie Dickens bezogen), dass es zwischen Autor Philip Ardagh und Übersetzer und Rezitator Harry Rowohlt neben ihrer Vorliebe für skurrile Geschichten noch mindestens eine Gemeinsamkeit gibt: Sie sind Freunde und Träger des meistens "ungetrimmten Bartes".

Unsere "Zitate zum Wochenende" fallen heute entsprechend haarig aus:"Die Vorliebe der Männer für Vollbärte hängt mit der Emanzipierung der Frau zusammen. Denn beim Vollbart kommt auch die emanzipierteste Frau nicht mit." (George Hamilton) "Ohne Schnurrbart ist ein Mann nicht richtig angezogen." (Salvador Dalí) "Es ist fast unmöglich, die Fackel der Wahrheit durch ein Gedränge zu tragen, ohne jemandem den Bart zu versengen." (Georg Christoph Lichtenberg)
1. Schlimmes Ende
2. Furcht erregende Darbietungen
3. Schlechte Nachrichten
4. Unliebsame Überraschungen
5. Abscheuliche Angewohnheiten
6. Allerletzter Akt
Eine der Figuren, mit der er es im Laufe der ersten drei Geschichten zu tun bekommt, wird als durch und durch bärtiger Mensch beschrieben. So bärtig, dass man den Mund nicht sieht, sondern höchstens erahnen kann. Nimmt man dies zum Anlass, sich mal mit dem Bart an sich zu befassen, fallen einem verschiedene Dinge auf: Erstens (allgemein), dass es sehr unterschiedliche Barttypen gibt, zweitens (auch allgemein), dass der längste Bart der Welt über fünf Meter lang war, und dass sein Besitzer Hans Langseth hieß, und drittens (auf Eddie Dickens bezogen), dass es zwischen Autor Philip Ardagh und Übersetzer und Rezitator Harry Rowohlt neben ihrer Vorliebe für skurrile Geschichten noch mindestens eine Gemeinsamkeit gibt: Sie sind Freunde und Träger des meistens "ungetrimmten Bartes".

Unsere "Zitate zum Wochenende" fallen heute entsprechend haarig aus:
Donnerstag, 28. Januar 2010
Schlussfolgerungen über die Frau an sich
-cp- Frauen schämen sich für nichts mehr, könnte man aus folgendem Zitat schlussfolgern: "Der Teint der Frauen war früher besser. Das kam von der kräftigen Durchblutung durch gelegentliches Erröten." (Maurice Chevalier) Was aber hat sich eigentlich geändert? "Mädchen von heute ziehen Hosen an, um wie Jungens auszusehen, und durchsichtige Blusen, um zu beweisen, dass sie keine sind." (Heinz Drache). "Frauen arbeiten heutzutage als Jockeys, stehen Firmen vor und forschen in der Atomphysik. Warum sollten sie irgendwann nicht auch rückwärts einparken können." (Billy Vaughan)
Zusammenfassend lässt sich sagen: Frauen haben ihre Kleidung geändert und ihren beruflichen Horizont erweitert, was dazu führt dass sich sich kaum noch schämen. Das hat ihren Teint verändert. Und das hat Folgen: "Frauen tun für ihr Äußeres Dinge, für die jeder Gebrauchtwagenhändler ins Gefängnis kommt." (Nick Nolte). Man kann also vermuten, dass, so bald sie die Sache mit dem Einparken hinbekommen, die Botox-Spritzer dieser Welt noch reicher werden. Dafür verarmen dann die Autowerkstätten. Man wird sehen, ob die "Experten" Recht behalten.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Frauen haben ihre Kleidung geändert und ihren beruflichen Horizont erweitert, was dazu führt dass sich sich kaum noch schämen. Das hat ihren Teint verändert. Und das hat Folgen: "Frauen tun für ihr Äußeres Dinge, für die jeder Gebrauchtwagenhändler ins Gefängnis kommt." (Nick Nolte). Man kann also vermuten, dass, so bald sie die Sache mit dem Einparken hinbekommen, die Botox-Spritzer dieser Welt noch reicher werden. Dafür verarmen dann die Autowerkstätten. Man wird sehen, ob die "Experten" Recht behalten.
Dienstag, 8. Dezember 2009
Gute Bücher
-cp- Bjørnstjerne Martinius Bjørnson hat darüber, was er sich unter einem guten Buch vorstellt, angeblich mal Folgendes gesagt: "Es gibt zwei Arten von Büchern, - solche, die in den Menschen die Freude am Leben, die Sehnsucht nach dem Guten steigern, und solche, die das nicht tun; die ersteren sind gut, die anderen sind schlecht, so ausgezeichnet und genial sie auch in Einzelheiten sein mögen."
Im ersten Moment eine gute Aussage. Man fühlt sich daran erinnert, wie viel Unsinn man im Deutsch-Unterricht lesen musste, nur weil irgendein Freak im Kultusministerium das für wichtig erachtet und in den Lehrlan geschrieben hat. Doch bereits im zweiten Moment wird klar, dass das Zitat auch irgendwie schnullibulli ist, denn was "den Menschen" eine Freude am Leben bereitet und was nicht, ist doch höchst unterschiedlich, wie man schon in der Spiegel-Bestseller-Liste sehen kann.
Im ersten Moment eine gute Aussage. Man fühlt sich daran erinnert, wie viel Unsinn man im Deutsch-Unterricht lesen musste, nur weil irgendein Freak im Kultusministerium das für wichtig erachtet und in den Lehrlan geschrieben hat. Doch bereits im zweiten Moment wird klar, dass das Zitat auch irgendwie schnullibulli ist, denn was "den Menschen" eine Freude am Leben bereitet und was nicht, ist doch höchst unterschiedlich, wie man schon in der Spiegel-Bestseller-Liste sehen kann.
Sonntag, 11. Oktober 2009
Liebesdinge auf Wirtschaftisch
-cp- "Wenn eine Frau die Zärtlichkeit rationiert, geht der Mann auf den schwarzen Markt." (Senta Berger)
Montag, 21. September 2009
Wie beendet man eigentlich eine Freundschaft?
-sv- Vorab ein Zitat von Mellin de Saint-Gelais: "Eine Freundschaft, die beendet werden kann, hat eigentlich nie so recht begonnen." Insofern geht es hier vielleicht eher um das Beenden vom Bekanntschaften. [vgl. dazu auch diesen Beitrag]
In der Liebe ist es einfach: wenn man den geliebten Menschen nicht mehr liebt, dann sagt man ihm es und die Beziehung ist zu Ende. Wenn man aber mit einem Menschen befreundet ist und diese Freundschaft/Bekanntschaft nicht mehr aufrecht erhalten möchte, dann hat man ein Problem - "Schluss machen" passt irgendwie nicht und manch ein Freund/Bekannter ist so hartnäckig, dass er es nicht akzeptieren kann, wenn man sich einfach nicht mehr meldet. jetzt-Autorin GodareSommar hat zu dieser Problematik einen lesenswerten Beitrag verfasst, der am Ende sogar einen schönen Lösungsweg bereithält. [zum Beitrag]
In der Liebe ist es einfach: wenn man den geliebten Menschen nicht mehr liebt, dann sagt man ihm es und die Beziehung ist zu Ende. Wenn man aber mit einem Menschen befreundet ist und diese Freundschaft/Bekanntschaft nicht mehr aufrecht erhalten möchte, dann hat man ein Problem - "Schluss machen" passt irgendwie nicht und manch ein Freund/Bekannter ist so hartnäckig, dass er es nicht akzeptieren kann, wenn man sich einfach nicht mehr meldet. jetzt-Autorin GodareSommar hat zu dieser Problematik einen lesenswerten Beitrag verfasst, der am Ende sogar einen schönen Lösungsweg bereithält. [zum Beitrag]
Samstag, 19. September 2009
Das Detail
-cp- Die Frage ist, wer oder was im Detail steckt. "Der Zauber steckt immer im Detail", sagt ein Zitat von Theodor Fontane. In einer klassischen Redewendung hingegen heißt es "Der Teufel steckt im Detail." Mathematiker könnter daraus schlussfolgern, dass Zauber=Teufel ist. Und damit würden sie dem Exorzisten des Papstes Recht geben, der durch die Aussage, "Harry Potter" sei Teufelswerk von sich reden oder besser gesagt über sich lachen machte.
Manchmal jedoch muss man gar nicht groß ruminterpretieren und über Hintergründe nachgrübeln, dann mache Zitate heißen einfach das, was sie direkt sagen: Dass man eine gute Sache durch schwache Details schwächen (Teufel) oder ihre Qualität steigern (Zauber) kann. Auch von Goethe gibt es eine schöne Aufforderung, den Details mehr Beachtung zu schenken: "Willst du dich am Ganzen erquicken, so musst du das Ganze im Kleinsten erblicken."
Abschließend noch Rousseau: "Geschmack ist die Kunst, sich auf Kleinigkeiten zu verstehen."
Manchmal jedoch muss man gar nicht groß ruminterpretieren und über Hintergründe nachgrübeln, dann mache Zitate heißen einfach das, was sie direkt sagen: Dass man eine gute Sache durch schwache Details schwächen (Teufel) oder ihre Qualität steigern (Zauber) kann. Auch von Goethe gibt es eine schöne Aufforderung, den Details mehr Beachtung zu schenken: "Willst du dich am Ganzen erquicken, so musst du das Ganze im Kleinsten erblicken."
Abschließend noch Rousseau: "Geschmack ist die Kunst, sich auf Kleinigkeiten zu verstehen."
Mittwoch, 26. August 2009
Lebensentscheidungen
-cp- Auch Jazz-Saxophonisten sprechen einem manchmal aus der Seele. "Es gibt einen bestimmten Punkt im Leben, an dem muss man aufstehen und sagen: Ja, genau das will und muss ich tun!" (Brandford Marsalis)
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