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Donnerstag, 29. November 2012

Der Löffel - mehr als nur ein Alltagsbegleiter

-cp- Beinahe täglich benutzen wir Löffel, zum Beispiel um Kaffee oder Tee damit umzurühren oder einen Pudding zu essen. Der Löffel ist ein permanenter Begleiter des Alltags, und meist nehmen wir ihn gar nicht mehr bewusst wahr. Wer kann schon sagen, wie der Löffel ausgesehen hat, der beim letzten Cafébesuch den servierten Cappuccino begleitet hat. Aber der Löffel taucht auch in unserer Sprache auf. Wir kennen die Ausdrücke "Mit einem goldenen Löffel im Mund geboren werden" oder auch "Den Löffel abgeben". Beide Redewendungen weisen auf etwas Existenzielles hin. So ist auch der Begriff "Löffelliste" in den letzten Jahren bekannt geworden. Ausgangspunkt war der Film Das Beste kommt zum Schluss. Zwei ältere kranke Herren schreiben "Löffellisten", auf denen sie festhalten, was sie noch erleben wollen, bevor sie "den Löffel abgeben müssen". Nicht nur als Redewendung, sondern tatsächlich spielt der Löffel noch in einem anderen Film eine große Rolle. In "Flucht von Alcatraz" bricht Clint Eastwood mit Hilfe diverser Löffel aus dem Gefängnis aus. Diesem Beispiel folgte 2010 eine Niederländerin (Artikel).

Das Buch Teelöffelmärchen befasst sich auf ganz andere Weise mit dem Thema "Löffel". Es beginnt mit einer an "Dornröschen" erinnernden Situation: Die Prinzessin wille alle Feen zum Tee einladen, doch ihr fehlt ein Silberlöffelchen, um die Tafel angemessen zu decken. Nun macht sich der Prinz auf den Weg ihr einen zu besorgen. - In weiteren Märchen des Buches taucht immer wieder der fehlende (einst aus dem Königsschloss gestohlene) Löffel auf: Ein Zauberer nutzt ihn, um einen Zaubertrank umzurühren, ein Räuber nimmt ihn als Bierlöffel und (in einem Rückblick) erfahren wir, wie dieser Löffel überhaupt hergestellt wurde. Augenzwinkernd leichte Märchen mit philosophischem Hintergrund. -- Weitere Löffelempfehlungen gibt es in der Löffelliste.

Sonntag, 18. März 2012

Phoebe im Wunderland

-cp- Phoebe (Elle Fanning) ist anders als andere Kinder. Sie ist etwas verträumt, lebhaft in ihrer Fantasie, und zwischendurch, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlt, rutscht ihr auchschon mal eine unbequeme Bemerkung heraus, sie spuckt anderen Kindern ins Gesicht oder gibt sich ihrem Waschzwang hin. In ihrer Schulklasse hat sie einen schweren Stand, und auch ihre Eltern sind überfordert. Dann kommt eine neue Lehrerin an die Schule, eine Theaterpädagogin, die auch noch Phoebes Lieblingsgeschichte aufführen möchte: Alice im Wunderland. Ihr gelingt es, einen Draht zu dem Mädchen zu bekommen. ...

Eine Stärke des Films ist, neben der tollen Besetzung und feinfühligen Regie, dass Phoebes "abweichendes Verhalten" häufig in Bezug zu ihrer Umwelt gezeigt wird. So empfindet man ihre Reaktionen (und solche sind es) zwar hier und da überzogen, in der Sache aber nachvollziehbar. Es ist ein interessanter Blick auf ein Umfeld, in dem es ein ungewöhnliches Mädchen mit überforderten Lehrern und Eltern und mit einer oft verletzenden und ihr gegenüber ungerechten Schulklasse zu tun bekommt. Was Phoebes Stellung und ihr Problem angeht, kommt der Film ohne pädagogischen Zeigefinger aus und zeigt subtil, wie wichtig es ist, bei den Ressourcen der Kinder anzusetzen. - Dies ist in der Darstellung der Erwachsenen leider wenig geglückt, gerade die Lehrer sind etwas undifferenziert dargestellt, und die Geschichte der Theaterpädagogin scheint eine billige Variante eines ungleich besseren Lehrer-Portraits zu sein, das nämlich, das man ausDer Club der toten Dichter kennt.

Fazit: "Phoebe im Wunderland" ist ein schöner, warmherziger Film über eine Außenseiterin, der ruhig erzählt ist, manchmal vielleicht zu ruhig, und der dank einer tollen Kinderdarstellerin über die Schwächen der Geschichte, der etwas undifferenzierten Darstellung der Erwachsenenfiguren, hinwegrettet.

Technische Bewertung: Der Ton des Films ist leider ziemlich schlecht. Die einzelnen Figuren sind an vielen Stellen unterschiedlich ausgesteuert, und die Musik ist im Verhältnis zu den Dialogen viel zu laut, sodass man gezwungen ist, hier und da mit der Fernbedienung hin und her zu regeln. - Die Extras sind eher dürftig, es gibt lediglich einige Trailer, die zum Großteil eine deutlich B-Movie-Anmutung haben.

Samstag, 3. März 2012

Ich sehe den Mann deiner Träume

-cp- Die Handschrift Woody Allens ist auf Anhieb zu erkennen: Wir sehen kultivierte und vermögende Menschen in einer Weltstadt, die sich auf neurotische Weise mit ihren Träumen auseinandersetzen. Kaum einer der Protagonisten ist fähig, seinem Partner treu zu sein. Eine Mischung aus Egoismus und Selbstüberschätzung treibt die Figuren voran und zum Teil auch ins Unglück. "Ich sehe den Mann deiner Träume" ist eine gelungene Tragikomödie mit großartigen Schauspielern und einem faszinierenden Figurenspektrum. Wenn jedoch auch ein Vorwurf gestattet ist: Es gibt in der Geschichte kaum etwas, das man nicht in zahllosen anderen Woody Allen-Filmen auch schon gesehen hat. Der Film ist eine gelungene Variation seiner altbekannten Themen, jedoch wird er kaum der Film sein, an den man sich im Werk Woody Allens am deutlichsten erinnern wird. Dennoch ist er sehr sehenswert und unterhaltsam.

Dienstag, 10. Januar 2012

Eskapismus oder Stimme der Sehnsucht

-cp- Es ist ja ein altes Lied, dass man der fantastischen Literatur vorwirft, sie unterstütze lediglich den Eskapismus-Tendenzen labiler Menschen, die sich dann in entsprechenden Büchern, Filmen, usw. verlieren. Diese Kritik wurde in Bezug auf J. R. R. Tolkien, Michael Ende, uva. geäußert.

Für die Sehnsucht nach dem Fantastischen hat Thomas Kielinger eine Erklärung: "Unsere Zeit leidet am Mangel politischer Größe, die sich nicht einstellen will inmitten der ökonomischen Malaise, die wie eine globale Krake das Denken gefangen hält. Helden hätte man gerne, Drachentöter, die mit dem Schwert der Rechtschaffenheit den Monstern der Gegenwart entgegentreten und ihnen den Garaus machen." (Die Welt)

Der Mangel an Komplexität, den man Figuren der Fantasy-Literatur oft nachsagt, hat eben auch eine Kehrseite: Die eher einfach gezeichneten und gradlinigen Figuren sind eher Archetypen als komplexe Charaktere, d.h. sie stehen für Grundbilder. Eine Geschichte, die Komplexität zu reduzieren versteht, und deren Bilder und Konflikte so viel überschaubarer sind als die (politische) Wirklichkeit unserer Tage, kommt einer Sehnsucht entgegen. Im Kino stehen Fantasy-Filme, (zu denen auch Comic-Verfilmungen mit Superhelden-Geschichten gezählt werden können) hoch im Kurs. Ob das der Film The Iron Lady über die "Heldin von Einst" (Kielinger) Margaret Thatcher ebenfalls einlösen kann, bleibt abzuwarten.

Samstag, 31. Dezember 2011

Mary & Max

-cp- Der Film Mary & Max ist mir aufgrund seiner hervorrangenden Kritiken aufgefallen. Er wurde als Modernes Märchen für Erwachsene beschrieben. Diese Zuschreibung ist nachvollziehbar, wobei der Begriff Märchen nur bei weiter Auslegung passt. Eigentlich ist "Mary & Max" eine Alltagsgeschichte, die durch ihre philosophischen, poetischen und auch schrägen Elemente einzigartig ist.

Die australische Schülerin Mary hat von ihren Eltern gehört, dass die Babys in Australien aus dem Bier kommen. (Sie tauchen aus Bierkrügen auf.) Weil sie wissen will, ob das in Amerika genau so ist, wählt sie aus dem New Yorker Telefonbuch wahllos eine Adresse aus und schreibt einen Brief, in dem sie über sich erzählt und eben diese Frage unterbringt. Der Empfänger des Briefes, Max, ist übergewichtig und wird zudem im weiteren Verlauf der Geschichte die Diagnose "Asperger-Syndrom" erhalten. Der Film erzählt nun die Geschichte der Brieffreundschaft von Mary und Max, gespickt von teilweise skurrilen, teilweise schwarzhumorigen Details. Die zum Großteil in Grautönen gehaltenen Bilder haben zwar eine bisweilen etwas düstere Anmutung, zudem spielt das Thema Tod eine Rolle, und hin und wieder wird es auch mal ekelig, aber dennoch gelingt es dem Film auf seine eigene skurril-poetische Weise, ein positives Bild vom Leben zu zeichnen. - Die Animation ist sehr liebevoll. Sie hat zwar nicht die pixar-eske Komplexität, ist aber eben dadurch vielleicht umso liebenswerter. In der deutschen Fassung ist Boris Aljinovic als Erzähler zu hören. Es gibt einige nette Specials, zum Beispiel einen oscar-prämierten Kurzfilm. - "Mary & Max" ist ganz großes Kino für Freunde des schräg-romantischen Films.

Samstag, 24. Dezember 2011

Die böse Stiefmutter

-cp- Wenn man es genau nimmt, werfen die Grimmschen Märchen kein gutes Licht auf gewisse Patchworkfamilien. Während man im echten Leben einer Stiefmutter nur mit Hochachtung begegnen kann, löst sie als Märchenfigur meist einen gewissen Grusel aus. In verschiedensten Märchen taucht die böse Stiefmutter auf und bringt ein hohes Maß an Terror mit sich.

Eine der bekanntesten bösen Stiefmütter ist die böse Königin aus "Schneewittchen", die zudem eine der wenigen ist, die auch noch zaubern kann. Sie begegnet uns als eine Art böse Fee. Sie ist schon ein Bösewicht, der dem Märchenliebhaber nachhaltig in Erinnerung bleibt. Kein Wunder also, dass die Figur auch für den Film interessant war und ist. 1937 hat Walt Disney eine diabolische Schneewittchen-Stiefmutter auf die Leinwand gebracht. Dieser Film, es war Disneys erster Langfilm, hat das Bild dieser Figur starkt geprägt. Nicht ganz mitgekommen ist da die großartige Performance von Sigourney Weaver im Schneewittchen-Fernsehfilm aus dem Jahr 1997 (Trailer). Gute Schauspielerei macht eben noch keinen guten Film. Im kommenden Jahr (2012) jährt sich das Erscheinen der Grimmschen Märchen zum 200. Mal. Es muss wohl diesem Anlass geschuldet sein, dass gleich zwei neue Schneewittchen-Verfilmungen den Weg ins Kino finden. Als böse Stiefmütter erwartet uns einmal Charlize Theron in Snow White and the Huntsman. Der Trailer lässt allerdings eher Fantasy-Trash für Teenager vermuten. Etwas vielversprechender sieht da der Trailer zu Spieglein, Spieglein aus, in dem Julia Roberts die böse Stiefmutter spielt. Zwar wurde auch hier das Grimmsche Original ziemlich stark bearbeitet, doch es scheint, dass dies auf sehr ironische Weise geschehen ist. Man darf gespannt sein.

Donnerstag, 22. September 2011

Die Todesstrafe

-cp- Aus aktuellem Anlass (Troy Davis' Hinrichtung): Dass die meisten Staaten der USA (neben einigen anderen Staaten weltweit) immer noch an der Todesstrafe festhalten, ist für sich genommen schon schwer nachvollziehbar. Dass aber eine Urteilsvollstreckung trotz erheblicher Zweifel an der Schuld des Verurteilten stattfindet, ist nicht zu begreifen.

Ein interessanter Gedanke hierzu findet sich bei Franz Kafka. In seiner Erzählung In der Strafkolonie ist letztlich jede Strafe eine Todesstrafe. Ein Offizier ist Richter und Henker in Personalunion. Die Strafe wird durch eine Maschine umgesetzt, die dem Verurteilten zunächst das übertretene Gebot in den Körper ritzt, bevor sie ihn nach und nach tötet. Ein Reisender teilt dem Offizier mit, dass er dieses Prozedere ablehnt. Der Offizier versucht danach aus eigenem Antrieb, sich selbst für dafür zu bestrafen, legt sich in die Maschine und will sich "Sei gerecht!" in den Körper ritzen lassen.

Dieser Höhepunkt aus Kafkas Erzählung wirft (mindestens) zwei wichtige Fragen auf: 1. Kann eine Todesstrafe überhaupt gerecht sein? (Was ist eigentlich Gerechtigkeit?)
2. Machen sich Richter und Henker durch die Vollstreckung nicht ebenfalls schuldig?

Neben Kafkas "In der Strafkolonie" gibt es noch einige andere Werke, die sich mit dem Thema auseinandersetzen, u.a. sieben empfehlenswerte Filme zum Thema Todesstrafe.

Donnerstag, 15. September 2011

Charles Bronson - Ein Mann ...!

-cp- Zugegeben, es liegt häufig an der deutschen Übersetzung, aber der cineastische Output von Charles Bronson zwischen 1973 und 1983 weist in den Titeln ein auffälliges Muster auf:
  • Ein Mann geht über Leichen (1973)
  • Ein Mann sieht rot - Death Wish (1974)
  • Der Mann ohne Nerven (1975)
  • Ein stahlharter Mann (1975)
  • Ein Mann räumt auf (1979)
  • Ein Mann wird zur Bestie (1981)
  • Der Mann ohne Gnade - Death Wish II (1982)
  • Ein Mann wie Dynamit (1983)
Was ich nicht verstehen kann ist der bestimmte Artikel, der in den Jahren 1975 und 1982 verwendet wird. Das macht ihn schon irgendwie zu konkret. / Komplette Filmliste bei imdb.

Mittwoch, 29. Juni 2011

Ian Richardson als Sherlock Holmes

-cp- Der schottische Schauspieler Ian Richardson hat in zwei BBC-Verfilmungen die Rolle des berühmten Detektives Sherlock Holmes übernommen. Beide Verfilmungen sind Umsetzungen von Original-Geschichten aus der Feder von Sir Arthur Conan Doyle: Der Hund von Baskerville (Literarische Vorlage: 1901-1902 im Strand Magazine; Verfilmung: 1983 BBC; Regie: Douglas Hickox). Das Zeichen der Vier (Literarische Vorlage: 1890 im Lippincott’s Monthly Magazine; Verfilmung: 1985 BBC; Regie: Desmond Davis).

Die Verfilmungen des BBC bestechen durch pointierte Dialoge, erstklassige Schauspieler und eine Ästhetik, die zwar hier und da trashige Tendenzen hat, aber insgesamt eine wunderbare Sherlock Holmes-Stimmung erzeugt. Beide Filme unterhalten (für jeweils etwas über anderthalb Stunden) ganz wunderbar und bringen das gewünschte Sherlock Holmes-Flair auf den Bildschirm: Londoner Nebel, mysteriöse Rätsel, unwiderstehliche Logik, absurde Krimikonstruktionen, britischer Humor und das Flair des ausgehenden 19. Jahrhunderts mit Kutschen und Kopfsteinpflaster. Trotz technischer Schwächen der BlueRay (nur deutsche Tonspur, schlechtes Bild) sind die Filme für Sherlock Holmes-Fans überaus empfehlenswert.

Donnerstag, 9. Juni 2011

Hollywoods Geburtstagskinder

-cp- Heute, am 9. Juni, gibt es ziemlich prominente Geburtstagskinder in Hollywood: Johnny Depp wird 48 Jahre alt. Michael J. Fox wird 50. Und Natalie Portman wird 30. (Bei Michael J. Fox, so viel noch am Rande, ist natürlich sonnenklar, dass er wie andere auch mit den Jahren älter wird. Dennoch haftet ihm noch das jugendliche Zurück in die Zukunft-Image an, und man wundert sich über die 50.) Damit lässt sich festhalten, dass am 9. Juni drei überdurchschnittlich berühmte Schauspieler Geburtstag haben. Zumindest müssen sie nicht großartig vorgestellt werden.

Etwas weniger prominent ist vielleicht Drehbuchautor Aaron Sorkin, der heute ebenfalls 50 Jahre alt wird. Sein Werk allerdings ist schon erwähnenswert, denn er kann wohl zu den besten zeitgenössischen Dialogschreibern gezählt werden, auch wenn die Zahl seiner Filme noch recht überschaubar ist. Qualität statt Quantität eben. Er schrieb u.a. die Drehbücher zu Eine Frage der Ehre (1992) und Der Krieg des Charlie Wilson (2007). Vor allem aber sollte The Social Network (2010) erwähnt werden, wofür er im März mit einem Oscar ausgezeichnet wurde.

Happy Birthday nach Hollywood!

Dienstag, 31. Mai 2011

ICD-lit: Störungen der Sichtbarkeit

-cp- In Anlehnung an die ICD-10 sollen in Zukunft unregelmäßig "Krankheitsbilder" vorgestellt werden, die rein literarischer Natur sind. Es werden also keine wirklichen Erkrankungen oder Störungen vorgestellt, sondern nur solche, die ausschließlich in literarischen Werken (Film, Buch, Hörspiel, Theater) vorkommen. Daher der (nicht ganz ernst gemeinte) Überbegriff ICD-lit.

Heute ein Beitrag zu Störungen der Sichtbarkeit:

Entgegen der Störungen, die das Sehvermögen betreffen, und von Augenarzt und Optiker behandelt werden, bietet die Literatur auch "Störungen der Sichtbarkeit" an, d.h. Störungen, die das tatsächliche Aussehen insofern betreffen, dass andere den "Gestörten" nicht richtig sehen können. Hier die verschiedenen Erscheinungsformen:
  1. Scheinriesigkeit: Ein von dieser Störung betroffener Mensch begegnet uns in Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer. Herr Turtur ist ein Mensch von "normaler" Körpergröße, sieht aber aus der Ferne aus wie ein Riese, was dazu führt, dass die Menschen (und die Halbdrachen) ihn meiden, weil sie Angst vor ihm haben.
  2. Unschärfe: In Woody Allens Film Harry außer sich spielt Robin Williams den Schauspieler Mel, der auf einmal ganz unscharf ist und von den Kameras nicht mehr scharf aufgenommen werden kann. Seine Familie muss sich durch das Tragen von Spezialbrillen auf seine Unschärfe einstellen.
  3. Durchsichtigkeit: In Paul Maars Bilderbuch Als Herr Martin durchsichtig wurde ist der Protagonist Herr Martin von diesem Störungsbild betroffen. Die Leute sehen auf einmal durch ihn hindurch.
  4. Schwersichtbarkeit: In dem Film Eine Insel namens Udo geht es um einen Mann, der im wahrsten Wortsinn schwer sichtbar ist, d.h. die Leute können ihn nur entdecken, wenn sie ganz genau hinsehen, er ist für sie beinahe unsichtbar.

Freitag, 20. Mai 2011

Mel Gibson hat einen neuen Film, und keiner geht rein, zumindest ich nicht

-cp- Ist es tatsächlich eine Meldung wert, dass Mel Gibson mit einem neuen Film im Kino zu sehen ist? Vielleicht! Immerhin war er zuletzt eher jenseits der Kinoleinwand im Gespräch, allerdings nicht so erfolgreich wie andere. Mit seinen Alkoholexzessen blieb er stets im Schatten Charlie Sheens. Und anders als Lars von Trier hat es Gibson mit seinen seltsam rechts gerichteten Äußerungen nicht in die Tagesschau geschafft. Dennoch kann man festhalten, dass es Skandale gegeben hat, und dass er reichlich Sympathien eingebüßt hat. Davon unberührt war er im letzten Jahr im Kino zu sehen, denn "Auftrag Rache" lief ohne größere mediale Aufmerksamkeit im Kino an.

Der neue Film ("Der Biber") soll nun etwas gehaltvoller sein. Ob er jetzt an seinem (vermeintlichen) Anspruch scheitert oder an Mel Gibsons verlorenen Sympathien, lässt sich schwer sagen. Festhalten lässt sich allerdings, dass der Film in den USA nicht sonderlich erfolgreich gestartet ist, und dass er in Deutschland, wenn die Zahlen auf filmstarts.de stimmen, eher zurückhaltend präsentiert wird. Während das neue "Fluch der Karibik"-Sequel in der Startwoche in 703 Kinos gezeigt wird, kann man "Der Biber" lediglich in 62 Kinos sehen. Bundesstart war bei beiden Filmen der 19. Mai 2011.

Für mich stellt sich die Situation nun wie folgt dar: Trotz mangelnder Sympathien für Mel Gibson hätte ich "Der Biber" wegen seiner interessanten Geschichte gerne gesehen, aber in Minden und Umgebung gibt es wieder mal keine Chance dazu. Wenn ich "Fluch der Karibik 4" sehen wollte, hätte ich hingegen die Möglichkeit dies im Umkreis von 15 Kilometern in drei verschiedenen Kinos zu tun (Minden, Bad Oeynhausen oder Bückeburg). Fazit: 1. Wenn man in Ostwestfalen Kino-Interesse außerhalb von Blockbustern hat, ist man ziemlich aufgeschmissen. 2. Es gab Zeiten, da wäre "Der Biber" wegen Mel Gibson (und/oder Jodie Foster) zum Blockbuster geworden und vermutlich in Minden und Umgebung in zwei bis drei verschiedenen Kinos zu sehen gewesen. 3. Alkoholismus und seltsam rechts gerichtete Äußerungen sind einfach nicht gut.

Freitag, 13. Mai 2011

Mitternachtsspitzen

-cp- Die frischverheiratete Kit (Doris Day) wird von einer unheimlichen Stimme belästigt, die Ihr sogar mit der Ermordung droht. Zunächst ist die Stimme im Park aus dem Nebel heraus zu hören, danach mehrfach am Telefon. Doch Kit hat leider keine Beweise, und so steht man ihren Schilderungen skeptisch gegenüber. Ihr Mann Tony hat zudem kaum Zeit für sie, weil es in seiner Firma viel Geschäftliches zu erledigen gibt. ...

An einigen Stellen erinnert Mitternachtsspitzen an Alfred Hitchcock, und diesem dürfte der 1960 entstanden Film auch nachempfunden sein. An anderen Stellen aber entsteht eher der Eindruck einer Edgar Wallace-Verfilmung. Dies mag an den plakativen Effekten liegen (die ewig kreischende Doris Day, der dicht vor sich hin wabernde London-Nebel und das andauernd schrill klingelnde Telefon). Die Dialoge schwanken zwischen trockenem englischen Humor und banal-theatralischem Geschwätz. Insgesamt hatte ich den Eindruck, dass der Film das Potential seiner Geschichte nicht ganz ausgespielt hat. Dies liegt meines Erachtens nach nicht nur an den bereits erwähnten Unausgegorenheiten, sondern vor allem an den schwachen Figuren, die sehr oberflächlich bleiben und allesamt funktional auf die Story bezogen handeln. Zwar sind die Schauspieler überzeugend, aber die Rollen geben an sich leider nicht sehr viel her.

Das alles ist sicherlich zum Teil auch Geschmackssache, aber in meinem Empfinden ist der oft angestrengte Hitchcock Vergleich nur zum Teil zutreffend. Bedenkt man, dass Hitchcock im gleichen Jahr Psycho gedreht hat, muss man doch zugeben, dass Welten zwischen diesen beiden Filmen liegen.

Montag, 9. Mai 2011

Musik aus dem Tatort "Peggy hat Angst"

-cp- Der Tatort Peggy hat Angst (Folge 148, 1983) bleibt nicht nur durch den grausamen Mord und die mit Hannelore Elsner hervoragend besetzte Peggy und den von Hans-Georg Pancak bedrohlich dargestellten Stefan Gabler in Erinnerung. Vor allem die ungewöhnliche musikalische Gestaltung fällt auf. Leider sind Tracklisten im Internet kaum zu finden, dies ist nun der Versuch, die wesentlichen Lieder aufzulisten, soweit sie recherchierbar waren:
  • Warning - "Why Can The Bodies Fly?" (YouTube)
  • Helen Schneider - "When The Dream Is Over" (geschrieben von Udo Lindenberg, MP3 bei Amazon)
  • Simon & Garfunkel - "Me And Julio Down By The Schoolyard"
  • Darüber hinaus werden durch die Protagonisten noch einige Schallplatten gespielt, und in einigen Foren wird gesagt, dass auch Musik von Frank Duval in dem Tatort zu hören sein soll.
Aktualisierungen folgen! Informationen? Bitte Mail an vermischtes@wortmedien.de

Mittwoch, 23. März 2011

In memoriam: Liz Taylor

-sv/cp- Elizabeth "Liz" Taylor ist heute im Kreise ihrer Familie im Alter von 79 Jahren in Los Angeles im Cedars-Sinai Hospital gestorben [Quelle]. Hier alle Infos über sie bei Wikipedia.
Ihre Kinokarriere endete schon 1974 - da war sie erst 42 Jahre alt. Zu diesem Zeitpunkt hatte sie bereits 32 Jahre vor der Kamera gestanden und sich vor allem mit den folgenden Filmen für immer ins kulturelle Gedächtnis unserer Zeit gebrannt:
Hinzu kommt ihre On-Off-Beziehung zu Richard Burton, die immer wieder für Schlagzeilen sorgte. Und last but not least war sie mütterliche Freundin von Michael Jackson.

Eine ihrer bekanntesten Rollen war die Titelrolle im oben genannten Film "Cleopatra". Makeup und Haarschmuck haben anscheinend auf eine ganz andere prominente Filmfigur abgefärbt: Captain Jack Sparrow (Johnny Depp) aus Fluch der Karibik (2002):


*Für Mike Nichols war dieser Film der Start einer fulminanten Karriere. Er führte u.a. Regie bei: Die Reifeprüfung (The Graduate, 1967), Catch-22 (1970), In Sachen Henry (Regarding Henry, 1991), Wolf (1994), The Birdcage (1995) und Hautnah (Closer, 2004).

Sonntag, 20. März 2011

David Finchers beeindruckende Filmographie

-cp- Schaut man sich das Werk David Finchers in der Übersicht an, kann man schon den einen oder anderen Film entdecken, der mit Fug und Recht als "moderner Klassiker" bezeichnet wird.

Die Anfänge: In den 80er Jahren arbeitete Fincher (*1962) im Bereich "Visuelle Effekte" an den Filmen "Die Rückkehr der Jedi-Ritter", "Die unendliche Geschichte" und "Indiana Jones und der Tempel des Todes" mit. Da er hier noch keine inhaltliche Verantwortung trägt, seien diese Filme nur am Rande erwähnt. Nach diversen Arbeiten als Musikvideo-Regisseur konnte er 1992 mit "Alien 3" sein (qualitativ noch etwas fragwürdiges) Debüt als Filmregisseur feiern.

Film-Übersicht: Alle (!) Filme, die er danach bis heute (März 2011) als Regisseur verantwortet hat, werden nun im Folgenden aufgelistet:
  • 1995: Sieben
  • 1997: The Game
  • 1999: Fight Club
  • 2002: Panic Room
  • 2007: Zodiac
  • 2008: Der seltsame Fall des Benjamin Button
  • 2010: The Social Network
  • Versuch einer Einordnung: Vielleicht mit Ausnahme von "Benjamin Button" (Steves Rezension), der im Vergleich zu den anderen Filmen etwas sperrig daher kommt, bietet das Werk David Finchers mit "Sieben" einen Meilenstein des Genres Psychothriller und mit "Panic Room" einen weiteren Thriller, der getrost in einem Atemzug mit Alfred Hitchcocks ebenfalls klaustrophobischen Meisterwerk Das Fenster zum Hof (1954) genannt werden darf.

    Das Genre "Thriller" spielt auch bei "The Game" und "Zodiac" eine Rolle, wobei diese beiden Filme eine andere Erzählstruktur aufweisen und gleichermaßen als Thriller und als Dramen betrachtet werden können. Auch wenn ihnen die große Anerkennung in Form von Besucherzahlen und Filmpreisen verwehrt blieb, sind die beiden Filme in ihrer Ästhetik und erzählerischen Dynamik unbedingt sehenswert.

    Der längst zum Kultfilm avancierte "Fight Club" kann so recht keinem Genre zugeordnet werden. Am ehesten lässt sich von einem Coming Of Age-Thriller sprechen, der das Scheitern Heranwachsender in ihrer Beziehung zu Gesellschaft und Koventionen thematisiert. Der Film ist eine grimmige Antwort auf all die Filme der 90er, die eine romantisierte Generation X zeigten. Vielleicht kann, wenn auch in ganz anderer Weise, "The Social Network" als Anknüpfung an "Fight Club" gesehen werden. Zwischen den beiden Filmen liegen elf Jahre, und statt der Generation X ist die Generation Praktikum am Zug. Die Welt hat in den elf Jahren die wachsende Bedeutung paralleler und vor allem virtueller Welten erlebt hat. Während die Protagonisten in "Fight Club" noch auf mentale und soziale Revolution setzen mussten, kann Finchers Zuckerberg-Verschnitt seine Revolution digital ausleben, indem er eine neue, virtuelle Welt erschafft. Neben den inhaltlichen Parallelen zeigen diese beiden Filme Finchers einzigartige erzählerische Dynamik.

    Zusammenfassend lässt sich festhalten, dass David Fincher einer der bedeutendesten Thriller-Regisseure seit Alfred Hitchcock ist. Er beherrscht den Thriller in Reinform ("Sieben", "Panic Room"), in Kombination mit dramatischen Anteilen ("The Game", "Zodiac") oder als revolutionäre Coming-Of-Age-Variante ("Fight Club"). Fincher erweist sich immer wieder als brillanter und besonders dynamischer Erzähler ("The Social Network") mit einem Blick für gesellschaftliche Themen und Feingewühl für besondere Charaktere. Man darf auf seine kommenden Filme gespannt sein. Derzeit arbeitet er an einem Remake von Verblendung (Thriller).

    Mittwoch, 16. März 2011

    Filme, die sich mit dem Thema "Atomunfall" auseinandersetzen

    -sv- Es gibt nicht viele Filme, in denen ein Unfall in einem Kernkraftwerk thematisiert wird. Die meisten Filme handeln von kriegerischen Auseinandersetzungen mit Atombomben. So z.B. in Wenn der Wind weht oder The day after. Gibt man bei imdb.com das Suchwort "Nuclear accident" ein, erhält man 31 Treffer. Spezifiziert man die Suche mit "Movie" und "Drama", bleiben folgende Titel übrig, in denen es um einen Atomunfall geht:
    • Das China-Syndrom (Störfall in einem Atomreaktor, der befürchtete GAU bleibt allerdings aus)
    • Die Wolke (Super-GAU in einem hessischen Kernkraftwerk und die Folgen)
    • Die Kettenreaktion (Nach einem Erdbeben besteht die Gefahr einer Verseuchung des Trinkwassers durch nuklearen Abfall)
    Man sieht, dass das Thema nicht gern verfilmt wird, denn im Grunde geht es nur in "Die Wolke" um ein Ereignis wie in Tschernobyl oder jetzt Fukushima. Zu real ist die Bedrohung, zu wenig unterhaltsam das Thema.

    Hier eine Liste aller bekannten (!) Unfälle in kerntechnischen Anlagen.

    Montag, 14. März 2011

    Stay von Marc Forster -
    die letzten Minuten machen den Unterschied

    -sv- Der Psychiater Sam Foster (Ewan McGregor) übernimmt von einer Kollegin einen Patienten namens Henry Latham (Ryan Gosling), der nach wenigen Behandlungstermin droht, sich umzubringen. Foster will Latham daraufhin in eine psychiatrische Klinik einweisen, Latham entzieht sich ihm aber immer wieder. Foster macht sich daraufhin auf die Suche nach seinem Patienten und stößt dabei auf Ungereimtheiten. So trifft er die Mutter von Latham, erfährt aber später, dass diese tot sei. Auch behauptet Latham, dass ein Freund des Psychiaters sein Vater sei - aber auch der Vater ist angeblich tot. Zusätzlich zu diesen Verwirrungen scheint Foster viele Dinge zweimal zu erleben; die anderen Menschen innerhalb dieser Erlebnisse empfinden dies aber nicht so - es scheint sich also um Zeitsprünge zu handeln. Die Realität verschwimmt für Foster immer mehr, er verliert den Boden unter den Füßen. Als er dann endlich Latham findet, erschießt dieser sich.
    SPOILER! Nun kommt es zu einem Erzählsprung. Wir sehen Foster, der über Latham kniet. Latham liegt nach einem Autounfall im Sterben. Um Foster herum sind Personen aus dem ersten Erzählstrang. Während Foster jedoch alle diese Menschen im ersten Teil des Filmes kannte, sind es nun Fremde für ihn. Von Sekunde zu Sekunde wird dem Zuschauer klarer, dass der im Sterben liegende Latham all die Personen um ihn herum in eine Art Traum eingefügt hat, den er kurz vor seinem Tode träumt.
    SPOILER DE LUXE! Als Latham tot ist, bittet Foster eine Frau (Naomi Watts), die mit ihm neben dem Sterbenden auf den Rettungswagen gewartet hat, mit ihm einen Kaffee trinken zu gehen. Es ist die Frau, die in Lathams Todestraum mit Foster liiert war. Foster schaut die ihm Unbekannte an und hat kurze Flashbacks, die Erlebnisse mit der Frau zeigen, die er entweder schon mit ihr hatte oder noch haben wird. So endet der Film.
    Kritik: Stay ist ein verstörender Film mit verstörenden Bildern und Schnitten. Der Zuschauer ahnt, dass etwas nicht stimmt, kann dies jedoch nicht näher fassen, bis es zur Schlußsequenz am Unfallort kommt. Die schauspielerischen Leistungen sind grundsolide. Was den Film aber ausmacht, ist die Vermischung von filmischer Realität und Todesvision, die einige Fragen offen lassen:

    - Warum spricht Foster in einer Szene mit der tot gelaubten Mutter von Latham - dies geht nur in der Todesvision - und erfährt dann von einem Polizisten, dass diese tot sei, was er auch in der Realität erlebt haben kann?
    - Warum trifft Latham im ersten Teil des Films eine Frau, die er nur entfernt kennt, sich aber in der Szene am Unfallort als Freundin von Latham herausstellt? Hat er die Frau vorher getroffen?
    - Und warum sieht er Bilder aus seinem Leben mit der Helferin vom Unfallort, obwohl er die Frau vorher nicht kannte?

    Hier vermischt Regisseur Marc Forster filmische Realität und Todesvision auf für den Zuschauer unlösbare Weise. Forster spielt mit dem Gedanken, dass nichts so sein muss, wie es scheint. Insofern ließe sich der Film als radikal konstruktivistisch bezeichnen. Im radikalen Konstruktivismus wird davon ausgegangen, dass eine Wahrnehmung niemals ein Abbild der Realität liefert, sondern immer eine Konstruktion aus Sinnesreizen und Gedächtnisleistung eines Individuums ist. Deshalb ist Objektivität im Sinne einer Übereinstimmung von wahrgenommenem (konstruiertem) Bild und Realität unmöglich - ausnahmslos jede Wahrnehmung ist subjektiv [Quelle].

    Vielleicht ist also auch Foster derjenige, der (ähnlich wie in The sixth sense) die ganze Vision hatte?

    Kritk auf filmstarts.de.

    PS: Eine ähnliche Vermischung von Realität und Vision sowie von Lebenden und Toten findet in der letzten Staffel der TV-Serie Lost statt. Auch hier haben Menschen, die sich vorher nicht kannten, Flashbacks (oder wie es die Produzenten von Lost nennen Flashforwards) von Ihrem Leben. Durch die Möglichkeiten in einer Serie, alles endlos hinzuziehen, wird hier jedoch soviel in einen Topf geworfen, vermischt und hinterher wieder ausgeschüttet, dass dem Zuschauer dieser Eintopf schlecht bekommt und ihn mit einer transzendentalen Message zurücklässt [hier mehr].

    Freitag, 4. März 2011

    Crazy heart - da wäre mehr drin gewesen

    -sv- Der Film Crazy heart erzählt die Geschichte des fast 60-jährigen Alkoholikers und ehemaligen Countrystars Bad Blake, der sich auf seiner Tour durch winzige Clubs und Bowling-Hallen in eine junge Frau (gespielt von Maggie Gyllenhaal) verliebt und am Ende ihretwegen sein Leben wieder in den Griff und seine Kreativität zurück bekommt. So weit so gut - oder auch nicht.
    Denn leider bleibt der Film weit hinter seinen Möglichkeiten zurück. Jeff Bridges spielt den Bad Blake zwar durchaus überzeugend und bekam sowohl Oscar als auch Golden Globe für seine Performance, die Geschichte an sich plätschert aber so vor sich hin. Zu vorhersehbar sind die Handlungen der Charaktere, zu einfach gestrickt die Entwicklung des Hauptdarstellers (hierfür kann Bridges natürlich nichts). Auch der Wechsel vom schweren Alkoholiker zum geläuterten Anti-Alkoholiker kommt zu schnell und wirkt unglaubwürdig: Trank Bad Blake zu Beginn des Films doch mal eben eine ganze Flasche Whiskey und konnte trotzdem noch auf der Bühne stehen, gibts nach dem Entzug sofort keine Probleme mehr, alles wendet sich sehr schnell zum Guten - Hollywood halt. Auch dass die junge Frau sich von Blake abwendet, weil er - leicht angetrunken - ihren Sohn in einer Einkaufs-Mall verloren hat, ist vorhersehbar: Frau kann einem Alkoholiker/Mann halt nicht vertrauen und außerdem sind alle Männer Schweine. Nicht sehr kreativ. Schön sind die Songs und die Landschaftsaufnahmen.

    Fazit: Ohne Bridges wäre der Film bestimmt grandios gefloppt, denn er ist eine One-Man-Show. Daran können auch Gyllenhaal, Robert Duvall und Colin Farrell (der übrigens komplett unerwähnt bleibt im Abspann) nichts ändern.

    Bemerkenswertes:
    - Robert Duvall gewann 1984 einen Oscar für seine Darstellung eines alkoholkranken Countrysängers, der sich in eine junge Frau mit Kind verliebt... Titel des Films Tender Mercies, hier eine Kritik.
    - Das Drehbuch zu Tender Mercies schrieb Horton Foote, der auch das Drehbuch zu Wer die Nachtigall stört verfasste.
    - Duvall produzierte Crazy heart mit.
    - T-Bone Burnett, der die Filmmusik und einige Songs für Crazy heart schrieb, ist u.a. auch für die Soundtracks von O Brother, Where Art Thou? und Walk the line verantwortlich.

    Montag, 28. Februar 2011

    Oscar 2011 für Bestes Make-up: "The Wolfman"

    -sv- Ein erwähnenswertes Ergebnis hat die - scheinbar erneut eher ermüdende (und das lag wohl nicht ausschließlich am nächtlichen Sendetermin in Deutschland) - Oscar-Verleihung hervorgebracht: der Oscar für das beste Make-up ging an "The Wolfman" - den hatte ich ja vor fast exakt einem Jahr schon für die Effekte gelobt: Nie zuvor sah man in einem Werwolf-Film derart realsitisch anmutende Werwölfe - die Illsuion ist perfekt. Die gesamte Rezension hier.