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Freitag, 20. Mai 2011

In Minden nimmt man's ganz genau mit der Statistik

-cp- Mit Statistiken ist es ja immer so eine Sache, wie zum Beispiel das Zitat von Franz Steinkühler zeigt: "Ich denke bei Statistik an den Jäger, der bei einem Hasen das erste Mal knapp links daneben schoss, und beim zweiten Mal knapp rechts vorbei. Im statistischen Durchschnitt gäbe es einen toten Hasen."

Heute nun berichtet das Mindener Tageblatt über die von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) vorgestellte Kriminalstatistik, in der es heißt, dass die Zahl der Einbrüche in Deutschland im Jahr 2010 gegenüber 2009 um sieben Prozent gestiegen sei. Zwei Artikel weiter wird über einen Einbruch in ein Mindener Möbelgeschäft berichtet:


Was soll das werden? Ein Rekordversuch? Ganz ehrlich - lange hält's mich hier nicht mehr.

Mel Gibson hat einen neuen Film, und keiner geht rein, zumindest ich nicht

-cp- Ist es tatsächlich eine Meldung wert, dass Mel Gibson mit einem neuen Film im Kino zu sehen ist? Vielleicht! Immerhin war er zuletzt eher jenseits der Kinoleinwand im Gespräch, allerdings nicht so erfolgreich wie andere. Mit seinen Alkoholexzessen blieb er stets im Schatten Charlie Sheens. Und anders als Lars von Trier hat es Gibson mit seinen seltsam rechts gerichteten Äußerungen nicht in die Tagesschau geschafft. Dennoch kann man festhalten, dass es Skandale gegeben hat, und dass er reichlich Sympathien eingebüßt hat. Davon unberührt war er im letzten Jahr im Kino zu sehen, denn "Auftrag Rache" lief ohne größere mediale Aufmerksamkeit im Kino an.

Der neue Film ("Der Biber") soll nun etwas gehaltvoller sein. Ob er jetzt an seinem (vermeintlichen) Anspruch scheitert oder an Mel Gibsons verlorenen Sympathien, lässt sich schwer sagen. Festhalten lässt sich allerdings, dass der Film in den USA nicht sonderlich erfolgreich gestartet ist, und dass er in Deutschland, wenn die Zahlen auf filmstarts.de stimmen, eher zurückhaltend präsentiert wird. Während das neue "Fluch der Karibik"-Sequel in der Startwoche in 703 Kinos gezeigt wird, kann man "Der Biber" lediglich in 62 Kinos sehen. Bundesstart war bei beiden Filmen der 19. Mai 2011.

Für mich stellt sich die Situation nun wie folgt dar: Trotz mangelnder Sympathien für Mel Gibson hätte ich "Der Biber" wegen seiner interessanten Geschichte gerne gesehen, aber in Minden und Umgebung gibt es wieder mal keine Chance dazu. Wenn ich "Fluch der Karibik 4" sehen wollte, hätte ich hingegen die Möglichkeit dies im Umkreis von 15 Kilometern in drei verschiedenen Kinos zu tun (Minden, Bad Oeynhausen oder Bückeburg). Fazit: 1. Wenn man in Ostwestfalen Kino-Interesse außerhalb von Blockbustern hat, ist man ziemlich aufgeschmissen. 2. Es gab Zeiten, da wäre "Der Biber" wegen Mel Gibson (und/oder Jodie Foster) zum Blockbuster geworden und vermutlich in Minden und Umgebung in zwei bis drei verschiedenen Kinos zu sehen gewesen. 3. Alkoholismus und seltsam rechts gerichtete Äußerungen sind einfach nicht gut.

Mittwoch, 6. April 2011

Minden und Wikis Wertschätzung

-cp- Ich wohne jetzt seit zwei Jahren in Minden, Ostwestfalen, und habe hier manches erlebt, das ich zuvor in dieser Form nicht erlebt habe. Heute finde ich erwähnenswert, dass Wikipedia in diesen zwei Jahren nun schon zum zweiten Mal einen "Artikel des Tages" ausgewählt hat, der sich auf Minden bezieht:
Hierzu habe ich zwei Vermutungen: 1. Minden könnte bedeutsamer sein, als ich es bislang angenommen habe. 2. Hier ist so wenig los, dass die Mindener in Ermangelung an Alternativen ihre Zeit damit verbringen, Minden-spezifische Wikipedia-Artikel zu pimpen.

Mein Vorschlag für den nächsten Minden-Artikel des Tages wäre übrigens der über den Weserauentunnel. Der hat's zwar im Moment qualitativ noch nicht verdient, aber es muss ja auch nicht gleich morgen sein.

Dienstag, 4. Januar 2011

Kino in Minden

-cp- Ich hatte ja bereits das ein oder andere Mal angedeutet, dass ein Kinobesuch in dieser Region, speziell in Minden eine schwierige Sache ist. Nun berichtet das Mindener Tageblatt, dass es noch schwieriger werden könnte, denn die beiden Mindener Kinos sollen angeblich geschlossen worden sein. (Link zum MT). Nicht, dass die Kinos hier in irgendeiner Weise besonders gewesen wären. Aber in der Not nimmt man schon mal, was man kriegt. Bleiben drei Alternativen: Bad Oeynhausen, Bückeburg und Rinteln. Aber ohne Auto wird Kino wohl nicht mehr möglich sein. Es ist zum Heulen!

Sonntag, 2. Januar 2011

Das Filmjahr 2010

-cp- Im Grunde genommen kann ich mir kaum noch ein Urteil über aktuelle Filme erlauben, da ich in Minden lebe, und nur ein Bruchteil der in Deutschland anlaufenden Filme auch den Weg in ein Kino der näheren Umgebung findet. Insbesondere die etwas anspruchsvollere Kost wird einem hier selten geboten. Insgesamt gab es acht Filme, die ich gerne gesehen hätte, für die ich aber bis ins nächste Kino mindestens 50 Kilometer hätte fahren müssen.

Dennoch habe ich einige Filme gesehen, und aus den gesehenen Filmen habe ich nun meine persönliche Top-10 für das Filmjahr 2010 (also Filme, deren Bundesstart-Termin zwischen dem 1. Januar und 31. Dezember 2010 lagen) zusammengestellt:
  1. The Social Network (Oktober 2010)
  2. A Single Man (April 2010)
  3. Toy Story 3 (Juli 2010)
  4. Inception (Juli 2010)
  5. Der Ghostwriter (Februar 2010)
  6. Shutter Island (Februar 2010)
  7. Oskar und die Dame in Rosa (Oktober 2010)
  8. Friendship (Januar 2010)
  9. Vincent will meer (April 2010)
  10. Harry Potter 7a (November 2010)
Mein persönlicher Flop des Jahres 2010 ist Alice im Wunderland.

Dienstag, 28. September 2010

Minden nicht mögen

-cp- Sachen gibt's. Nachdem ich zunächst auf ein Video der Punk-Band Rotators aufmerksam gemacht wurde, und zwar an dieser Stelle durch meinen Blog-Kollegen Steve, kam gestern ein Foto in meine Mailbox geflattert, das ein Freund in Berlin (!) geschossen hat.

Fest steht: Wenn man nach Minden zieht, beginnen die Mitmenschen, Mitleid zu entwickeln und sich Gedanken zu machen. Für Minden ist das erstmal nicht so schmeichelhaft. ...

Mittwoch, 19. Mai 2010

Mal was anderes

-cp- Ich würde gerne mal wieder ins Kino gehen. Das ist nicht so leicht, wenn man in Minden wohnt, denn hier wird nur Mainstream angeboten. Nur was sollte man sich anschauen? Robin Hood? Nein danke! "Sex And The City 2"? Nö! "Prince Of Persia"? Erst recht nicht! Das Problem, wenn man auf dem Land wohnt: Man hat nur wenige Filme zur Auswahl. Vornehmlich Mainstream. Und das Mainstream-Kino wird in meinen Augen immer uninteressanter. Was ich mir vom Kinofilmen der Zukunft wünsche:
1. Filme, deren Sinn über das Bedienen der 3D-Technik hinaus geht.
2. Weniger Comic-Verfilmungen und belanglosen Fantasy-Quatsch.
3. Einen Woody Allen-Film ohne neurotische Figuren und permanentes Geplapper.
4. Einen Film von Quentin Tarantino, der ohne Gewalt auskommt.
5. Einen Ridley Scott-Film, der mit subtilen Mitteln eine subtile Geschichte erzählt.

Mittwoch, 28. April 2010

In Minden Kaffee trinken

-cp- Es ist ja nun kein ungewöhnlicher Wunsch, mal in ein Café zu gehen und sich in gemütlichem Ambiente eine modern aufbereitete Kaffeevariation zu gönnen. Sei es ein Milchkaffee, ein Latte Macchiato, ein Cappuccino oder sonst etwas Köstliches, das dem Kaffeetrinker daheim nie so gelingt wie den Café-Betreibern mit ihren riesigen verchromten Kaffeemaschinen und Milchschäumvorrichtungen. Sich diesen Wunsch zu erfüllen ist ein Leichtes, wenn man in einer richtigen Stadt wohnt. Zwar erfüllt Minden formal die Kriterien einer Mittelstadt, aber städtisches Flair stellt man sich doch anders vor. Und die ortsansessigen Kaffeehäuser sind, um es neutral zu sagen "alte Schule" und zeigen dem nach einem koffeinhaltigen Heißgetränk dürstenden Besucher auf subtile Weise, welche Gäste eigentlich gewünscht sind. Man beachte die Werbung auf den Zuckertüten, die mir am Sonntag zum Cappuccino gereicht wurden:

Sonntag, 11. Oktober 2009

Leeze Fahrrad - futsch

-cp- Da lebt man Jahre lang in Münster, und das Fahrrad, das man dort angeblich Leeze nennt, was jeder Münsterander weiß aber keiner tatsächlich tut, bleibt unangetastet. Münster ist ja nun eine Fahrradstadt, und auch Fahrraddiebstähle kommen dort mehr als häufig vor. Meinem Fahrrad ist nie was passiert. Das wurde mir erst in Minden geklaut, als ich hier gerade mal ein halbes Jahr gewohnt habe.

Dienstag, 15. September 2009

Ratte im Keller

-cp- Man weiß nicht, ob es die Nähe zum Wasserstraßenkreuz oder die zu Hameln ist oder das seltene Abholen des Mülls, aber: Minden ist eine Rattenstadt, und neuerdings lebt ein Exemplar bei uns im Keller. Bei der Gelegenheit konnte ich lernen, dass man Kammerjäger erfolgsunabhängig bezahlen muss. Verdammt!

Freitag, 17. Juli 2009

Teenager

-cp- Pünktlich zum Bundesstart lief der neue Harry Potter gestern auch in Minden an. Minden hat zwei Kinos und mittlerweile sogar eine Internetseite, auf der diese Kinos gemeinsam ihr Programm vorstellen. Der Film lief in dem Kino mit dem am wenigsten cineastisch klingenden Namen, der mir jemals untergekommen ist: "Die Birke". Gegen Birken kann man allergisch sein. Gegen 70er-Jahre-Muff auch, und seit diesem Filmabend weiß ich, dass ich auch gegen Teenager allergisch bin. Es fing bereits vor dem Film an, in der Kartenabholschlange.

Da standen Teenagerhorden trotz der Hitze dicht an dicht gedrängt und machten den Eindruck als würden sie dringend Beratung brauchen. Zum Großteil eine Typberatung, zum Teil auch eine Ernährungsberatung und einige würden sogar dringend beides brauchen. Direkt vor mir stand eine ca. 15-Jährige, die ziemlich übergewichtig war und ein sehr knappbemessenes Oberteil trug, um ihre Brüste, welche bedrohliche Ausmaße hatten, zumindest teilweise dahinter zu verbergen. Ich hatte wirklich Angst, die Dinger könnten ihr da irgendwie raushüpfen und Amok laufen. Wahrscheinlich blieben sie nur drin, weil sie Angst vor der Zahnspange ihrer Besitzerin hatten, die jedes Mal dann aufblitze, wenn sie debil vor sich hinlachte, was sie permanent tat, ohne, dass es dafür einen für Außenstehende sichtbaren Anlass gegeben hätte. Sie gab ein sehr skurriles Bild ab.

Endlich die Karten glücklich in Händen haltend entschlossen wir uns, draußen zu warten. Dort warteten auch die Motorradrocker. Eigentlich waren es nur ein paar lederbekleidete Halbstarke mit Mofas, die versuchten, sich gegenseitig an Coolness zu übertreffen. Sie rauchten cool, spukten cool auf den Boden und zogen die Schultern so weit es ging nach oben und in die Breite. Cool eben.

Dann endlich Einlass. Der Kinosaal war größer als erwartet und von oben bis unten angefüllt mit Teenagern, die durcheinander kreischten und jolten. Es war wie eine Klassenfahrt, ja wie ein Schulausflug, nur ohne Lehrer. Permanent klingelten Handys, es wurde schrill aufgelacht oder um die Wette gegackert. Zudem liefen die Teenager wild durcheinander und da sie, Minden ist halt ein Dorf, sich zum Großteil gegenseitig kannten, begrüßten sie sich in Teenagerdeutsch und ziemlich laut quer durch den Saal. Irgendwelche Mädels mit "Du kommst hier nicht rein"-Mentalität wiesen uns unsanft darauf hin, dass die auf unseren Kinokarten abgedruckten Plätze keine Bedeutung haben. Freie Platzwahl. Ey!

Der Film schien zu 100% auf diese Zielgruppe ausgerichtet zu sein. Tiefgang oder eine sich aus der Handlung ergebende Spannung suchte man vergebens, dafür gab es jede Menge (gut funktionierender) Oberflächenreize. Kleine Duelle, Rätsel, Geheimniskrämereien, vor allem aber verliebte Teenager, die sich wie Trottel verhielten. Slapstick am laufenden Band. So etwas unterhält. Nur leider nicht nachhaltig. Der Film war schon okay, recht kurzweilig, aber eben ein Teenagerfilm. Er war weit weniger düster als der letzte und damit auch weniger düster als erwartet. Man hatte zwar den Eindruck, dass sich da irgendwas Bedrohliches aufbaut, aber wenn man das Buch nicht gelesen hat, weiß man nicht was. Wie auch? Das haben die Filmemacher vergessen mitzuteilen. Und das "da draußen" etwas Bedrohliches ist, vergisst auch der Zuschauer, sobald die Zauberschüler anfangen, mit ihren Liebestränken herumzuspielen und einander gaga zu machen. Viel Witz, wenig Spannung. Außer am Ende, da wurde es dann kurzzeitig doch nochmal spannend. Ach ja, und auf einmal trat Gollum mit Hunderten von Artgenossen auf. Und es gab noch einen schönen Schockeffekt, der die Teenager im Kinosaal aufkreischen ließ.

Das war der Abend: Verrückte Teenager im Saal und auf der Leinwand. Zumindest haben die auf der Leinwand sich gegen Ende des Films wieder eingekriegt.

Freitag, 22. Mai 2009

Schafe am Bahnhof

-cp- So etwas passiert einem nicht in jeder Stadt: Man bringt jemanden zum Bahnhof und muss auf dem Rückweg, keine hundert Meter vom Bahnhof entfernt, anhalten, weil die Straße nicht frei ist:

Montag, 13. April 2009

Minden

-cp- Offiziell ist Minden eine Mittelstadt im äußersten Nordosten Nordrhein Westfalens. Das Stadtbild ist recht bunt: Es gibt schöne Altbauten und Neubauten, die nur zum Teil schön sind. Es gibt das Wasserstraßenkreuz Weser/Mittellandkanal, und es gibt den Glacis, einen grünen Gürtel, der rund um den Stadtkern führt und zum Spazierengehen einlädt.

Nun etwas Persönliches: Ich wohne in Minden, und zwar seit dem 28. März 2009. Vorher habe ich in Münster gelebt, und der Kontrast macht es einem nicht leicht. Hin und wieder werde ich an dieser Stelle darüber berichten, was Minden mit mir so macht.