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Dienstag, 22. September 2009

Tauss vor dem Aus?

-sv- Wie die dpa berichtet, sind die Kinderpornographie-Vorwürfe gegen Jörg Tauss schwerer als bisher bekannt:

  • Tauss hat offenbar gezielt nach Kinderpornos mit Jungen gesucht und das entsprechende Material bestellt.
  • Zwei der sichergestellten DVDs wurden hinter Büchern versteckt gefunden, eine weitere DVD soll in einem Jackett gesteckt haben.
  • In einem Koffer sind wohl auch Videos, Zeitschriften und Romane mit legaler Erwachsenen-Pornografie entdeckt worden.
  • Zudem habe sich Tauss nach Ansicht der Staatsanwaltschaft durch Widersprüche in seinen Aussagen gegenüber den Ermittlern selbst belastet. So habe er zunächst jede Verbindung zu Kinderpornos abgestritten und erst später angegeben, als Abgeordneter verdeckt recherchiert zu haben. Außerdem habe er seine angebliche Kinderporno- Recherche mehrere Monate länger betrieben als zunächst angegeben.
Kategorie Vermischtes äußerte schon zu Beginn der Affäre Zweifel an der Glaubwürdigkeit des Politikers bzw. wies auf Ungereimtheiten hin. Nun scheint sich unsere Skepsis zu Bewahrheiten und bei Ansicht des Youtube-Videos von Tauss läuft es einem kalt den Rücken herunter, wenn er sich als braver Biedermann inszeniert. Spannend dürfte sein, wie die hochgelobte Piratenpartei mit ihrem neuen Mitglied zukünftig umgeht und was aus Jörg Tauss wird.

Erinnerungen an den Sexualstraftäter und Musiker Kurt Demmler werden wach. Die Staatsanwaltschaft hatte zu Beginn des Jahres dem zweifachen Familienvater sexuellen Missbrauch von sechs Kindern im Alter zwischen zehn und 14 Jahren zur Last gelegt. Die Opfer seien Mädchen gewesen, die zunächst zu Castings für eine Band kamen. Insgesamt 212 Übergriffe listete die Anklage auf. Demmler entzog sich seiner Verantwortung durch Selbstmord.

Freitag, 28. Mai 2010

Tauss zu 15 Monaten auf Bewährung verurteilt

-sv- Nachdem "Kategorie: Vermischtes" an dieser Stelle am 18. Mai 2010 angekündigt hat, dass der Prozess gegen den ehemaligen Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss beginnt (wegen des Besitzes von kinderpronographischem Material), wollen wir nun an dieser Stelle das Kapitel Tauss für beendet erklären: er ist vom Landgericht Karlsruhe zu 15 Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Die Richter sahen es an diesem Freitag als erwiesen an, dass sich der 56-Jährige kinderpornografisches Material aus privatem Interesse beschafft hat. Tauss hat gegen das Urteil Revision beim BGH eingelegt, es ist folglich noch nicht rechtskräftig.
Details zum Prozess im SPIEGEL - hier wird mehr als deutlich, dass er sich in Widersprüche verstiegen hat. Tauss ist jetzt vorbestraft und reiht sich ein in die Reihe anderer straffällig gewordener Politiker.
Interessant ist es aus heutiger Sicht, seine Verteidigungsrede vom Anfang 2009 zu hören, in der er standhaft seine Unschuld beteuert [hier] - geglaubt hat ihm schon damals fast niemand. Ironie des Schicksals, dass das von Tauss so geliebte Internet jetzt zum Bumerang wird.

Sonntag, 21. Juni 2009

Jörg Tauss: erster Abgeordneter der Piratenpartei im Bundestag

-sv- In der SPD wird niemand so richtig traurig sein, dass der Abgeordnete Jörg Tauss, gegen den derzeit wegen des Besitzes von kinderpornografischem Material ermittelt wird ("Kategorie: Vermischtes" berichtete), die Partei verlassen hat und jetzt Mitglied der "Piratenpartei" wird.
Diese Aktion bestätigt das Bild vom unbedarften Tauss, der scheinbar erst handelt und dann denkt - vielleicht war es in Bezug auf die Verbindungen zur Kinderpornographie-Szene auch so?! Zumindest bringt es der Piratenpartei noch etwas Aufmerksamkeit, bevor diese Polit-Spaßvögel wieder ganz in der Versenkung verschwinden. Aber im Grunde ist es einfach nur traurig, wie Tauss sich Schritt für Schritt ins Aus befördert. "Kategorie: Vermischtes" hält sie auf dem Laufenden!

Sonntag, 21. März 2010

Jörg Tauss muss im Mai vor Gericht

-sv- "Kategorie: Vermischtes" hat bereits mehrfach über den ehemaligen Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss und seinen Besitz von kinderpornographischem Material berichtet [hier]. Nun wird Anklage gegen Tauss erhoben, wie der Focus berichtet - hierzu hat Tauss selbst noch nichts "gezwitschert".

Donnerstag, 30. April 2009

Irmgard Tauss kommt zu Wort. Außerdem: Neues im Fall Benaissa und zur Anklage gegen Jörg Tauss

-sv- Kategorie: Vermischtes gibt Raum für eine weitere Meinung zum Thema: Die Frau von Jörg Tauss kommt zu Wort. Außerdem rechnet die Staatsanwalt Karlsruhe mit einer Anklage gegen Jörg Tauss.

Auch im Fall Nadja Benaissa tut sich was: Der hessische Justizminister Hahn steht in der Kritik wegen des Verhaltens "seiner" Staatsanwaltschaft und am 19. Mai verhandelt die Pressekammer des Berliner Landgerichts über den Widerspruch des Verlages Axel Springer gegen eine einstweilige Verfügung des Landgerichts, mit der eine weitere Berichterstattung in der Bild-Zeitung über den «Gegenstand der Untersuchungshaft» der Sängerin verboten wurde.

Wir berichten weiter.

Freitag, 27. März 2009

Ei der Tauss - nochmal...

-sv- Aus der FR von heute: "Der SPD-Politiker [Tauss; Anm. d. Red.] war nach 15 Jahren im Bundestag von seinen baden-württembergischen Genossen auf den sicheren Listenplatz sieben gesetzt worden - viele Wochen bevor in seiner Berliner Wohnung kinderpornografisches Material gefunden wurde und die Staatsanwaltschaft Ermittlungen einleitete. Sie dauern bis heute an. Tauss gibt den Sachverhalt zu, begründete dies aber mit Recherchen in der Szene. Wiederholt versicherte er, er habe sich nur deshalb in den "stinkenden Schweinestall" des Kinderpornografiehandels begeben, um den Tätern per Selbstjustiz das Handwerk zu legen. Für diese These jedoch gebe es "keinerlei Anhaltspunkte", versicherte die Staatsanwaltschaft Karlsruhe auch am Donnerstag wieder. Verblüfft zeigten sich Ermittler vor allem darüber, dass der Politiker kinderpornografisches Material mehr als ein halbes Jahr lang in seiner Dienstwohnung aufbewahrte, ohne zur Polizei zu gehen. Damit, heißt es hinter vorgehaltener Hand, habe er "mittelbar zum Missbrauch von Kindern beigetragen"."

Mittwoch, 24. Juni 2009

Jörg Tauss zu seinem Austritt aus der SPD

-sv- Tauss: "Ein Kollege hat mir jetzt tatsächlich geschrieben, er verstehe mich überhaupt nicht, wegen "dem bisschen Freiheit" im Internet die SPD verlassen zu können. Dieses Zitat belegt, wie weit die handelnde gesetzgeberische Generation tatsächlich vom Problem weg ist und keinerlei Sensibilität dafür entwickelt hat, was der systematische technische Aufbau von Zensurinfrastruktur für einen freien Staat tatsächlich bedeuten kann oder bedeutet."
Tauss in Bezug auf die Piratenpartei (PP): "Allerdings hat die PP m.E. das Potenzial für eine "über 5%- Partei", wenn sie sich nicht verzettelt und weiterhin gezielt die breiten Themen Bürgerrechte in der Infomationsgesellschaft, modernes Urheberrecht und Patentrecht, Informationsfreiheit etc. anspricht." [Quelle]
Nachtrag am 1.7.: Jetzt klagt er auch noch gegen die Web-Sperren für Kinderpornographie.

Dienstag, 31. März 2009

Erklärung von Jörg Tauss zum Verzicht auf eine erneute Kandidatur

-sv- Jörg Tauss hat am 26.3. seine Version der Geschichte "Tauss und die Kinderpornographie" erzählt. Leider bleiben aber auch bei seiner Selbstverteidigung Ungereimtheiten. Und eine Frage kann er selbst nicht klar beantworten: Warum begibt sich ein Abgeordneter auf ein so heißes Terrain wie Kinderpornographie, ohne einen anderen Menschen einzuweihen?

Er selbst macht zudem widersprüchliche Aussagen. Im Bild-Interview hat er die Absicht geäußert, "einen Kinderporno-Ring zu sprengen", in seiner Rede zum Verzicht auf eine erneute Kandidatur spricht er hingegen davon, "dass die vieldiskutierten 'Kinderpornoringe' offenbar eher ins Reich der Phantasie gehören". Ja, was denn nun? Warum will er, der selbsternannte Experte, etwas sprengen, was es nach seiner eigenen Aussage nicht gibt?

Hier die gesamte Rede.

Mittwoch, 15. April 2009

Nach Tauss jetzt Benaissa

-sv- Nachdem wir uns ausführlich der Causa Tauss gewidmet haben, jetzt also No Angels-Sängerin Nadja Benaissa. Sie soll - in Kenntnis ihrer HIV-Infektion - ungeschützten Geschlechtsverkehr mit drei Männern gehabt haben; einer ist nun auch infiziert und hat sie angezeigt. Jetzt wird ein zweiter Test gemacht, der nachweisen soll, ob es tatsächlich Benaissa war, die ihn angesteckt hat, oder eine andere Person. Die Parallelen zu Tauss liegen auf der Hand:

1. Öffentliche Person
2. Sex
3. Schuld oder nicht Schuld

Spannend - wir berichten weiter!

Freitag, 6. März 2009

Tauss und die Kinderpornos

-cp- Der SPD-Bundestagsabgeordnete Jörg Tauss steht unter Verdacht, sich durch die Beschaffung von Kinderpornos strafbar gemacht zu haben. Seine Immunität wurde aufgehoben. Belastendes Material im Sinne des Verdachts wurde auf seinem Computer gefunden. Seine Begründung: Er habe die Kinderpornos gebraucht, weil er sich in seiner Funktion als Medienexperte damit auseinandergesetzt habe.

Nicht besonders überzeugend, wie ich finde. Ein Kinderporno zeigt sexuelle Handlungen an Kindern. Muss man das gesehen haben, um eine Meinung dazu zu entwickeln? Würde er sich auch Drogen besorgen, wenn er sich mit Drogenhandel befasst? Sorry, Herr Tauss, diese Begründung ist mehr als schräg. [Spiegel-Artikel 1] [Spiegel-Artikel 2]

Freitag, 14. August 2009

Tauss: Die Schlinge wird enger

-sv- Wie die SZ am 10.8. berichtet, hatte der ehemalige SPD-Abgeordnete Jörg Tauss kein Recht, in der Kinderpornographie-Szene zu recherchieren: "Auf dem Mobiltelefon des 56-Jährigen wurden 356 MMS- und 59 Videodateien gefunden, die die Polizei als kinderpornographisch einstuft. Über eine Dauer von sieben Monaten soll er Kontakt zu Pädophilen gehabt haben, fünf Mal verschickte er selbst Dateien, einmal auch um 4.52 Uhr." Die Staatsanwaltschaft Karlsruhe wird aller Voraussicht nach Anklage gegen Tauss erheben. Zum möglichen Strafmaß gibt es hier Informationen.

Dienstag, 29. September 2009

Der sexuelle Reiz der Jugend

-cp- Das Thema "Sexueller Missbrauch" ist in den Medien häufig und in den verschiedensten Zusammenhängen präsent. Leider jedoch ist zu befürchten, dass sehr viele Fälle unentdeckt bleiben und unter dem traurigen Begriff Dunkelziffer verbucht werden. Immer mal wieder landen im Zusammenhang mit sexuellem Missbrauch auch Prominente auf der Anklagebank. Mal zu Recht, mal nicht. Und immer mal wieder entsteht der Eindruck, dass Fans für sie eine andere Form der Gerechtigkeit sehen. Hier wahllos einige "(Nicht-)Fälle", die für Diskussionsstoff sorg(t)en:

Woody Allen
Sei es Woody Allen, der ein Verhältnis mit der Adoptivtochter seiner damaligen Lebensgefährtin Mia Farrow hatte und vor Gericht das Sorge- und Umgangsrecht zu seinen Adoptivkinder verlor. (Er ist nun seit einigen Jahen mit Soon-Yi Previn, der Adoptivtocher Mia Farrows, verheiratet, und hat mit ihr ebenfalls Kinder adoptiert.) Woody Allen wurde strafrechtlich nicht belangt, und ob Soon-Yi Previn damals noch minderjährig war oder gerade nicht mehr, ist wohl nicht klar.

Michael Jackson
Der King of Pop, Michael Jackson, saß zweimal auf der Anklagebank. Beide Male sah es gegen Ende eher nach Fällen von Verleumdung aus.

Jörg Tauss
In den letzten Monaten war Jörg Tauss häufig in den Medien. Er räumte zwar ein, Kinderpornos gekauft zu haben, stellte dies aber als persönliche Ermittlung gegen einen Kinderpornoring dar. Die Ermittlungen gegen ihn brachten diverse Ungereimtheiten zutage.

Kurt Demmler
Der Liedermacher Kurt Demmler wurde 2002 wegen sexuellen Missbrauchs verurteilt, in einem neuen Verfahren 2008/2009 ließ er es nicht soweit kommen und entzog sich durch Suizid.

Roman Polanski
Aktuell ist Roman Polanski ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. Seine Leistungen als Filmregisseur sind jenseits jeden Zweifels. Doch ebenso steht zweifelsfrei fest, dass er sich vor 32 Jahren schuldig gemacht hat, ein 13-jähriges Mädchen mit Drogen und Alkohol gefügig gemacht und dann missbraucht zu haben. Er hat sich von Anfang an schuldig bekannt und alles versucht, um eine außergerichtliche Lösung zu erzielen: stationäre Psychotherapie, Schmerzensgeldzahlungen, ... Doch als klar wurde, dass der Richter seinem Antrag nicht stattgeben würde, entzog sich Polanski der Verhandlung und floh aus den Vereinigten Staaten. Seit 32 Jahren besteht nun ein Haftbefehl gegen ihn. Nun wurde er bei der Einreise in die Schweiz verhaftet. Die öffentliche Haltung scheint eher die zu sein, dass man Polanski vergeben sollte. Immerhin habe er sich entschuldigt, und das Opfer von einst habe ihm verziehen. Frankreich und Polen, Polanski hat beide Staatsbürgerschaften, fordern die Schweiz auf, ihn nicht auszuliefern, sondern aus der Haft zu entlassen. [Tagesanzeiger] Was ist in diesem Fall "Gerechtigkeit"? Darf eine Tat wie diese verjähren? Sollte ein 76-jähriger Mann noch belangt werden, wenn die Tat schon 32 Jahre zurück liegt? Darf ein Prominenter, seine Möglichkeiten nutzen, sich einer öffentlichen Verhandlung zu entziehen, und versuchen, auf seine eigene Weise für einen Ausgleich zu sorgen?

Ich bin der Meinung, Polanksi soll ausgeliefert werden und einen fairen Prozess bekommen. Es kann nicht sein, dass er eine solche Sache einfach aussitzen kann. Auch wenn schon sehr lange Zeit vergangen ist. Man darf nicht vergessen, dass eine solche Tat nicht nur Gerechtigkeit für Opfer, Angehörige und Täter erfordert, sondern auch für die Öffentlichkeit. Wie viele Kinder und Jugendliche, deren Missbrauchsgeschichten im Dunkeln bleiben, bekommen diesen Verlauf mit und erfahren eine Verstärkung ihres Leidens, weil sie sehen, dass die Öffentlichkeit bereit ist, einem Täter zu verzeihen?

Donnerstag, 26. März 2009

Ei der Tauss!

-sv- Heute gefunden bei der Zeit, im Südkurier und in der TAZ. Der interessierte Leser möge noch seine geschätzte Aufmerksamkeit auf die ursprüngliche Bedeutung des Wortes "Daus/Tauss" richten, wie sie bei Wiki erklärt wird. Ironie des Schicksals, oder?

Freitag, 11. September 2009

Anklage gegen Jörg Tauss erhoben

-sv- Wie bereits an dieser Stelle vermutet, wird gegen den ehemaligen Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss nun Anklage wegen des Besitzes von kinderpornografischem Bildmaterial erhoben. Ein treffender Kommentar dazu findet sich hier.

Dienstag, 18. Mai 2010

Kurz informiert: Prozess gegen Tauss beginnt.

-sv- Wie Kategorie: Vermischtes schon im März berichtet hat, geht es für den ehemaligen SPD-Abgeordneten Jörg Tauss nun ums Ganze: in Karlsruhe wird vor dem Landgericht sein Fall behandelt. Mehr dazu im Spiegel und in unserem Archiv.

Mittwoch, 22. April 2009

Tauss, Benaissa und die Hexenjagd

-sv- Über die Schicksale der Sängerin Nadja Benaissa und des Bundestagsabgeordneten Jörg Tauss ist in diesem Blog schon vielfach berichtet worden. Immer wieder fällt in diesen Kontexten das Wort "Hexenjagd" und viele Menschen machen sich Sorgen, dass es zu einer solchen kommen könne, wenn offen über das Privatleben und den Gesundheitszustand der Betroffenen berichtet würde.
Traurig ist m.E. allerdings nicht vor allem, dass die Betroffenen unter der Hexenjagd zu leiden haben. Traurig ist, dass es in unserer angeblich toleranten Gesellschaft überhaupt dazu kommen kann. Den dass es überhaupt zu einer Hexenjagd kommen kann, das macht scheinbar niemanden stutzig. Der Mechanismus erscheint normal, um ihn nicht auszulösen muss halt die Intimsphäre der Betroffenen geschützt werden.
Die Hexenjagd an sich ist schon ein gesellschaftliches Problem, dass Vorhandensein eines Nährbodens, auf dem Vorurteile und Stereotypen gedeihen, allerdings ein noch viel größeres.

Eine interessante Auseinandersetzung mit diesem Thema im Kontext der Darstellung von psychischer Krankheit im Film findet sich in der Dissertation "Spielfilme über psychisch Kranke: Drama light oder Medium der Entstigmatisierung?", die bei amazon erhältlich ist.

Sonntag, 10. Mai 2009

Jörg Tauss: "ein spontihafter Typ"

-sv- Jörg Tauss hat der "Welt am Sonntag" ein Interview gegeben, aber nichts Neues gesagt. Auch zum Fall Nadja Benaissa gibt es derzeit keine neuen Erkenntnisse. "Kategorie: Vermischtes" hält Sie wie gewohnt auf dem Laufenden.

Donnerstag, 9. September 2010

Urteil gegen Jörg Tauss wegen Sichverschaffens kinderpornographischer Schriften rechtskräftig

-sv- Pressemitteilung des Bundesgerichtshofs vom 31.08.2010:

"Das Landgericht Karlsruhe hat den Angeklagten unter anderem wegen des Sichverschaffens kinder- und jugendpornographischer Schriften in 95 Fällen zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten auf Bewährung verurteilt. Nach den Feststellungen des Landgerichts hatte der Angeklagte, der im Tatzeitraum Mitglied des Deutschen Bundestages war, Kontakt zu mehreren Personen aus der Kinderpornographieszene, an die er mittels seines Mobiltelefons Bild- und Videodateien mit kinder- und jugendpornograhischen Inhalten versandte und von denen er solche Dateien auch per Mobiltelefon erhielt.

Bei einer Durchsuchung seiner Wohnung konnten zudem weitere Bild- und Videodateien sowie drei DVDs mit kinder- und jugendpornographischen Inhalten, die der Angeklagte in der Innentasche eines in seinem Schrank hängenden Jacketts bzw. in der hinteren Reihe eines zweireihig bestückten Bücherregals aufbewahrt hatte, sichergestellt werden.

Der Einlassung des Angeklagten, er habe die Taten in Ausübung seines Bundestagsmandats begangen, um eigene Erkenntnisse über die Verbreitung von Kinderpornographie im Internet zu gewinnen, ist das Landgericht nicht gefolgt. Der Angeklagte hat gegen das Urteil Revision eingelegt. Sein auf die allgemeine Sachrüge* gestütztes Rechtsmittel hat der 1. Strafsenat des Bundesgerichtshofs auf einen entsprechenden Antrag des Generalbundesanwalts als offensichtlich unbegründet verworfen (§ 349 Abs. 2 StPO). Das Urteil ist damit rechtskräftig."

Beschluss vom 24. August 2010 – 1 StR 414/10

Landgericht Karlsruhe – 2 KLs 310 Js 323/09 – Urteil vom 28. Mai 2010

Damit dürfte die Causa Tauss endgültig abgeschlossen sein!

*Im Zuge einer Sachrüge wird geprüft, ob das Recht richtig angewendet wurde. Details und Beispiele dazu hier.

Mittwoch, 17. Juni 2009

Jörg Tauss: "Kein Kinderschänder - ein bisschen blöd ist er trotzdem.“

-sv- Einen Tag bevor der Bundestag über die Kinderpornosperren im Internet entscheidet, hat die Zeit mit Jörg Tauss gesprochen, der nach wie vor dabei bleibt, lediglich naiv gewesen zu sein. Auch "Kategorie: Vermischtes" hat sich in den vergangenen Monaten mehrfach mit dem Fall auseinandergesetzt und der "BrummKreisel" hat (sich) ein ganz eigenes Bild gemacht.

Freitag, 17. April 2009

Artikel 5 GG vs. Artikel 1 und 2 GG

-sv- Da rollt was an... Nachdem ich schon gestern auf die Parallelen und Probleme der Causae Tauss und Benaissa hingewiesen habe, befasst sich der profilierte Journalist Hans Leyendecker auf jetzt.de ebenfalls ausführlich mit dem Thema und kommt ebenso wie ich zu dem Schluss, dass das "Wie" den Ausschlag gibt.