Dienstag, 30. Dezember 2008

17 Jahr, blondes Haar

-cp- Dass man in Brasilien Fußball spielen kann, ist allgemein bekannt. Meistens sind es jedoch die Herren der Kunst, die von sich reden machen. Nun ist eine Spielerin der brasilianischen U20-Nationalmannschaft bekannt geworden. Sie heißt Leah Lynn Gabriela Fortune und ist gerade mal 17 Jahre alt. Sie ist ungekrönte Weltmeisterin der in Deutschland noch relativ selten zur Schau getragenen Disziplin "Salto-Einwurf".

München hat mal gerockt...

-sg- Im münchener Musicland Studio (gegründet von Gorgio Moroder und bis Anfang der 90er lokalisiert im heutigen Arabella Sheraton Hotel in München-Bogenhausen) gaben sich in den 70er- und 80er-Jahren die Größen der Rockmusik die Klinke in die Hand, hier ein kleiner Auszug der Alben, die dort aufgenommen wurden:
  • Deep Purple: Stormbringer (1974), Come Taste the Band (1975)
  • Iron Maiden: Seventh Son of a Seventh Son (1988)
  • Led Zeppelin: Presence (1976)
  • Queen: The Game (1980), Hot Space (1982), The Works (1984), A Kind of Magic (1986)
  • Rainbow: Ritchie Blackmore’s Rainbow (1975), Rising (Februar 1976)
  • Rolling Stones: It’s Only Rock’n’Roll (1974), Black and Blue (1976)
  • Whitesnake: Whitesnake (1976), Slide It In (1984)
Gegen Ende 80er wars dann vorbei mit dem Ruhm und Anfang der 90er wurde das Studio geschlossen: die münchener Stadtwerke bauten einen U-Bahn-Tunnel so nah ans Hotel, dass an profesionelle Aufnahmen nicht mehr zu denken war.

Tom Cruise: Ein Erdhörnchen mit Augenklappe

-sg- Tom Cruise müht sich, auch im Alter von 46 Jahren noch erfolgreich Filme zu machen - jetzt, wo er nicht mehr als jugendlicher Top Gun-Held durchgeht. Mit Valkyrie scheint er ihm erneut nicht gelungen zu sein, der Sprung vom Teenie-Star zum ernstzunehmenden Schauspieler - ganz im Gegensatz zum z.B. Clint Eastwood, dem "Meister aller Klassen [...] - er war vierzig, als er den Dirty Harry spielte, kurz zuvor hat er schon selber zum ersten Mal Regie geführt. Es gibt kaum eine Karriere in Hollywood, die so bewusst - und selbstbewusst -, intelligent und cool durchdacht und durchinszeniert wurde wie die von Clint Eastwood. Heute steht der Mann als Inbegriff eines modernen Cineasten da - und ist doch Star geblieben. Auch in seinem neuesten Film, Gran Torino, spielt er lässig mit seinem Status als Star. Die Lässigkeit ist es, die Tom Cruise partout nicht gelingen will. Seine Versuche weg vom eigenen Image hatten alle etwas Exzessives, vom aggressiven Verführer in Magnolia bis zu dem überdrehten Produzenten, den er zuletzt in Tropic Thunder hinlegte. Der Stauffenberg ist von Anfang an eine tour de force gewesen, mit Gewalt wollte Cruise die Aura der Seriösität gewinnen. Einen Mann mit Prinzipien hat er sich vorgenommen, und weil die großen Figuren der amerikanischen Geschichte in ihren Konturen allzu vertraut sind, hat er sich einen Mann der deutschen Geschichte ausgesucht, der ihm im Grunde seines Herzens fremd bleiben musste. Nun wirkt er auf manche wie aus dem Panoptikum, eine Wachsfigur, die ihr Publikum erschreckt oder zum Lachen reizt. Ein Erdhörnchen mit Augenklappe, hat es die Salon-Kritikerin grausam auf den Punkt gebracht".
Hier der gesamte Beitrag aus der SZ.

Samstag, 27. Dezember 2008

Das Spinnrad

Die alten Volksmärchen wurden über hunderte von Jahren mündlich weitererzählt, eh sie von Sammlern wie den Brüdern Grimm und anderen aufgeschrieben wurden. Es liegt in der Natur der Sache, dass sich die Märchen dabei immer wieder verändert und weiterentwickelt haben. Es ist wie bei dem Spiel "Stille Post". Dass die Brüder Grimm die Märchen gesammelt und aufgeschrieben haben, war auf der einen Seite ein Segen. Auf der anderen wurde dadurch aber auch verhindert, dass sie sich weiterentwickeln konnten, denn heute werden die Märchen wohl kaum noch frei erzählt, sondern aus den Grimm-Büchern vorgelesen. Die deutschen Volksmärchen sind statisch geworden.

Einer Weiterentwicklung der Märchen wäre vielleicht das Spinnrad zum Opfer gefallen. Das Spinnrad ist ein mechanisches Gerät, mit dessen Hilfe man Fäden jedweder Art herstellte. Es wurde traditionell von Frauen genutzt, den Spinnerinnen. Während verheiratete Frauen dies zuhause in der Familie taten, trafen sich unverheiratete Frauen in sogenannten Spinnstuben, um gemeinsam der Handarbeit nachzugehen. Während des Spinnens wurde sowohl in den Familien als auch in den Spinnstuben viel erzählt. Daher stammen auch die Begriffe "flachsen" (ursprünglich: "Fasern aus Flachs herstellen") und spinnen (ursprünglich: "Fäden herstellen"), die umgangssprachlich so etwas bedeuten wie "Unsinn erzählen" oder auch "Märchen erzählen". Die Erzählungen der Seeleute nennt man "Seemannsgarn". Zudem kennt man es, wenn jemand "den Faden verliert", "alle Fäden in der Hand hält", oder wenn eine Geschichte keinen "roten Faden" hat. Somit ist das Spinnrad auch ein Symbol für das Geschichtenerzählen.

Seit 1785 wurde das Spinnen industrialisiert. Jedoch sollte noch Zeit vergehen, eh die Spinnmaschinen technisch immer besser wurden, und eh das manuelle Spinnen am Spinnrad nach und nach zu überflüssiger Handwerkskunst wurde. Die Brüder Grimm sammelten ihre Märchen Anfang des 19. Jahrhundert und veröffentlichten ihren ersten Märchenband im Jahr 1812, zu einer Zeit also, in der Spinnräder noch weit verbreitet waren. So wundert es nicht, dass das Spinnrad in einigen Märchen eine zentrale Bedeutung hat. In "Frau Holle" fällt eine Spindel (ein kleines Spinnrad) in den Brunnen, in Dornröschen sticht sich die Titelfigur an einer Spindel. In Rumpelstilzchen soll an einem Spinnrad Stroh zu Gold gesponnen werden. Und dann gibt es da noch die Märchen "Die faule Spinnerin" und "Die drei Spinnerinnen". Die bekannte Märchensammlung der tschechischen Märchensammlerin Božena Němcová heißt sogar "Das goldene Spinnrad".

Heute sind handwerkliche Tätigkeiten kaum noch üblich, und Spinnstuben sind es schon gar nicht. Die Industrie hat dem Menschen alles abgenommen. Da wundert es nicht, dass in zwei Drittel aller Familien in Deutschland keine Geschichten mehr vorgelesen oder erzählt werden. Das Spinnrad ist aus den Wohnstuben und das Spinnen aus dem Repertoire möglicher Tätigkeiten gewichen. Was nun statt dessen hätte Teil der Märchen werden können, ist sehr ungewiss. Und so ist es vielleicht doch gut, dass die Brüder Grimm die Märchen aufgeschrieben haben. Wer weiß, ob sie die immer weiter sich entwickelnde Industrialisierung überhaupt hätten überleben können.

3D-Filme

-cp- Ergänzend zu den 3D-Filmen von Pixar und Dreamworks gibt es noch einige andere, die erwähnenswert (und im Fall von "Ice Age" sogar recht erfolgreich) sind. Mit "Himmel und Huhn" und "Tierisch wild" hat Disney zwischendurch sogar Pixar-unabhängige 3D-Filme produziert. Bald erwartet uns von Disney "Bolt - Ein Hund für alle Fälle", der bereits massiv beworben wird. Da es auch einiges an kleinen Filmen gibt, ist es nahezu unmöglich, eine vollständige Liste zu erstellen. Im Folgenden nun der Versuch einer möglichst vollständigen Liste, die sogar Bullys peinlichen Versuch beinhaltet. Dass man auch außerhalb von Pixar und Dreamworks Achtungserfolge zu erzielen imstande ist, beweisen der kommerzielle Erfolg von "Ice Age" (20th Century Fox) und der Oscar für "Happy Feet" (Warner Brothers). Dennoch sind auch nach meiner laienhaften Meinung Pixar und Dreamworks eine Klasse für sich.

Freitag, 26. Dezember 2008

DreamWorks Animation vs. Pixar/Disney

-sg- Einziger ernstzunehmender Konkurrent von Disney/Pixar ist seit 1998 das Studio DreamWorks Animation, das mit seinen Animationsfilmen auch gegenwärtig große Erfolge feiert. Die Animationsfilme in umgekehrter Reihenfolge (seit 2004 nur noch computeranimierte Filme):

2008 Kung Fu Panda, Madagascar 2
2007 Shrek der Dritte, Bee Movie - Das Honigkomplott
2006 Ab durch die Hecke, Flutsch und weg
2005 Madagascar
2004 Große Haie – Kleine Fische, Shrek 2
2003 Sinbad (2D)
2002 Spirit – Der wilde Mustang (2D)
2001 Shrek, Der Weg nach El Dorado (2D)
2000 Joseph - König der Träume (2D)
1998 Antz, Der Prinz von Ägypten (2D)

Gegründet wurde das Studio u.a. von Stephen Spielberg und Jeffrey Katzenberg, der vom Disney-Konzern kam, wo er u.a. Arielle, die Meerjungfrau (1989), Die Schöne und das Biest (1991), Aladdin (1992) und Der König der Löwen (1994) realisierte. Er arrangierte außerdem die Partnerschaft zwischen Disney und Pixar mit. DreamWorks- und Pixar/Disney-Filme teilen sich die ersten elf Plätze der erfolgreichsten Animationsfilme aller Zeiten:

1 Shrek 2 (DreamWorks)
2 Findet Nemo (Pixar/Disney)
3 Shrek der Dritte (DreamWorks)
4 Shrek (DreamWorks)
5 Die Unglaublichen (Pixar/Disney)
6 Monsters AG (Pixar/Disney)
7 Toy Story 2 (Pixar/Disney)
8 Cars (Pixar/Disney)
9 WALL-E (Pixar/Disney)
10 Kung Fu Panda (DreamWorks)
11 Ratatouille (Pixar/Disney)

Auf Platz 12 folgt mit "Happy feet" eine Warner Brothers-Produktion.

Pixar und Disney

-sg- Das bereits in den 80er-Jahren u.a. von Steve Jobs aufgebaute Studio "Pixar Animation" erstellte ab 1991 in Zusammenarbeit mit den Walt Disney Studios sechs computeranimierte Trickfilme; 2006 übernahm Disney Pixar komplett:

- Toy Story (1995)
- Das große Krabbeln (1998)
- Toy Story 2 (1999)
- Die Monster AG (2001)
- Findet Nemo (2003)
- Die Unglaublichen (2004)
- Cars (2006)
- Ratatouille (2007)
- WALL-E – Der Letzte räumt die Erde auf (2008)

Zudem produzierte Disney ohne Pixar drei computeranimierte Filme in der Meisterwerke-Reihe: Himmel und Huhn (2005), Triff die Robinsons (2007) und Bolt (2008). Parallel zu den computeranimierten Filmen entstanden in der Meisterwerke-Reihe bis 2004 auch traditionelle 2-D-Filme, die allerdings weit weniger erfolgreich waren als die comupteranimierten:

- Fantasia 2000 (1999/2000)
- Ein Königreich für ein Lama (2001)
- Atlantis – Das Geheimnis der verlorenen Stadt (2001)
- Lilo & Stitch (2002)
- Der Schatzplanet (2002)
- Bärenbrüder (2002)
- Die Kühe sind los (2004)

Für 2009 ist der Film "Die Prinzessin und der Frosch" angekündigt, der der erste 2-D-Film seit 2004 sein wird. Eine komplette Rückkehr zum klassischen Animationsfilm wird dies allerdings wohl nicht bedeuten, denn schon 2010 kommt mit "Rapunzel" ein weiterer computeranimierter Film der Disney-Studios in die Kinos.

Donnerstag, 25. Dezember 2008

Disney und die Märchen

-sg- Denke ich an Disney-Animationsfilme, fallen mir meist zuerst die Märchenadaptionen ein und irgendwie hatte ich immer das Gefühl, Disney hätte sich zumindest zu einem Drittel seiner abendfüllenden Animationsfilme auf Märchenstoffe bezogen. Doch weit gefehlt! Von bisher 47 Filmen, die vom Konzern selbst zur "Meisterwerke"-Reihe gezählt werden, sind lediglich 6 (!) Märchenadaptionen. Zwei weitere sind für 2009 und 2010 in Vorbereitung:
- 1937 Schneewittchen und die sieben Zwerge aka Schneewittchen (Märchensammlung der Brüder Grimm)
- 1950 Cinderella aka Aschenputtel (Märchensammlung Charles Perrault)
- 1959 Dornröschen (Märchensammlung Charles Perrault)
- 1989 Arielle, die Meerjungfrau aka Die kleine Meerjungfrau (Hans Christian Andersen)
- 1991 Die Schöne und das Biest (Volksmärchen aus Frankreich)
- 1992 Aladdin aka Aladin und die Wunderlampe (Märchen aus 1001 Nacht)
- 2009 Die Prinzessin und der Frosch aka Die Froschprinzessin (russisches Märchen)
- 2010 Rapunzel (Märchensammlung der Gebrüder Grimm)

Neben den genannten Märchenadaptionen verließ Disney sich sehr oft auf die Qualität der sogenannten "Klassiker der Kinder- und Jugendliteratur": Peter Pan, Alice im Wunderland, Pinocchio, Das Dschungelbuch, Oliver & Co., Der Schatzplanet, Tarzan und Winnie Puuh.
Hinzu kommen Adaptionen von zumindest in Deutschland weniger bekannten Büchern: Dumbo, Bambi, 101 Dalmatiner, Die Hexe und der Zauberer, Robin Hood, Bernhard und Bianca, Cap und Capper, Taran und der Zauberkessel, Basil, der große Mäusedetektiv, Der Glöckner von Notre Dame, Mulan sowie Triff die Robinsons.

Mittwoch, 24. Dezember 2008

1989 - 1999: die große Zeit der Disney-Musical-Animationsfilme

-sg- Schon immer wurde in Disney-Animationsfilmen viel gesungen, man erinnere sich nur an das Hei-Ho der Zwerge im mehr als 70 Jahre alten ersten abendfüllenden Disney-Animationsfilm "Schneewittchen und die sieben Zwerge". Einen besonderen Höhepunkt der gefühligen und berührenden Musicals bildete jedoch die Zeit von 1989 bis 1999. In diese Zeit fallen sechs Filme, bei den der Komponist Alan Menken für die Musik verantwortlich war:
- 1989: Arielle, die Meerjungfrau (Oscar und Golden Globe u.a. für den besten Score)
- 1991: Die Schöne und das Biest (Oscar und Golden Globe u.a. für den besten Score)
- 1992: Aladdin (Oscar und Golden Globe u.a. für den besten Score)
- 1995: Pocahontas (Oscar u.a. für den besten Score, Golden Globe für den besten Song)
- 1996: Der Glöckner von Notre Dame (Oscar und Golden Globe-Nominierungen)
- 1997: Hercules (Oscar und Golden Globe-Nominierungen)
Für "Der König der Löwen" (1994) schrieben Hans Zimmer und Elton John die Musik (Oscar und Golden Globe u.a. für den besten Score) , für "Tarzan" (1999) Mark Mancina und Phil Collins (Oscar und Golden Globe für den besten Song) und für "Mulan" von 1998 Jerry Goldsmith (Oscar und Golden Globe-Nominierungen).
Außer in der Zeit der Sherman-Brüder (u.a. Peter Pan, 1953; Susi & Strolch, 1955; Dornröschen, 1959; 101 Dalmatiner, 1961; Das Dschnugelbuch, 1967; Aristocats, 1970) gab es wohl keinen durchgängigen Zeitraum in der Geschichte der Disney-Animationsfilme, die so fantastische Musik hervorgebracht hat.

Frohe Weihnachten auch der Deutschen Post

-cp- In der Weihnachtszeit ist für viele die bequem gewordene Email out. Man greift zum Stift und versendet handgeschriebene Grüße. Für die Post gewiss ein Segen, wenn man denn Rückschlüsse aus den ewig langen Schlangen der Dezemberwochen an den Schaltern ziehen darf. Die Sache hat natürlich noch eine andere Seite: Man bekommt auch mehr Post von Menschen, die einem gute Wünsche schicken wollen. Ich habe gestern auch eine Weihnachtssendung erhalten. Zumindest ließ dies der blaue Abholschein vermuten, auf dem zu lesen war, dass ich 1,51 Euro Nachporto zahlen muss. Schade, dass der Briefträger nicht bei mir geklingelt hat, denn ich war in der Zeit, als er kam, zu Hause, und er hätte mir einen Weg ersparen können. Also bin ich heute zur Post gegangen, um die mysteriöse Sendung (und ein Paket) abzuholen. Das Paket habe ich auch problemlos erhalten, die mysteriöse Sendung allerdings nicht, weil sie in einer anderen Filiale auf mich wartete. Wäre ja auch zu viel verlangt, dass ein Logistik-Unternehmen wie die Post es organisiert bekommt, dass man Briefe und Pakete in der gleichen Filiale abholen kann.

Zweiter Anlauf: Ich habe mich dann auf den Weg zur 1,4 Kilometer (laut googlemaps) entfernten anderen Postfiliale gemacht, wo ich die mysteriöse Sendung von 1,51 Euro auslösen konnte. Es war eine Weihnachtspostkarte, frankiert mit 45 Cent. Dann bin ich die 1,4 Kilometer wieder nach Hause gelatscht, und hatte somit meinen Frühsport ("3 Kilometer Gehen") im Münsteraner Nieselregen erledigt.

Zuhause angekommen habe ich recherchiert, wie viel Porto auf eine Postkarte muss. 0,45 Euro. Aber die Postkarte muss im Rahmen folgender Maße sein:

Länge: 140 bis 235 Millimeter
Breite: 90 bis 125 Millimeter

Die Weihnachtspostkarte, die ich bekommen habe, ist quadratisch und hat die Maße 140 x 140 Millimeter, war also 1,5 cm zu breit, wobei sie in der Länge noch durchaus 9,5 cm Spielraum gehabt hätte. Das richtige Porto hätte 1,45 Euro ("Großbrief") betragen, denn auch ein einfacher Brief oder ein Kompaktbrief hätte die Breite von 125 Millimeter nicht überschreiten dürfen. [Hier geht's zum Portocheck] Nun musste ich 1,51 Euro nachzahlen. 1,00 Euro fehlendes Porto, wenn ich richtig gerechnet habe, und 0,51 Euro Strafe oder (wenn man es denn so sehen will) Gebühr für den Verwaltungsaufwand der Post. Da bin ich zugegebener Maßen etwas ungehalten! Wem mache ich jetzt Vorwürfe? 1. Dem Postkartenhersteller mache ich einen kleinen Vorwurf. Der müsste meiner Meinung nach auf der Rückseite auf das hohe Porto hinweisen. 2. Vor allem aber der Deutschen Post. Wie borniert kann man eigentlich sein?

Und ich habe für die Post auch ein kleines Weihnachtsgeschenk parat: Sie bekommt nun in diesem Blog eine eigene Kategorie.

Dienstag, 23. Dezember 2008

Schwarzer Tee

-cp- Ich trinke gerne schwarzen Tee und habe mich schon oft gefragt, was die verschiedenen Sorten-Bezeichnungen zu bedeuten haben, die auf den Packungen zu lesen sind. Heute habe ich endlich mal ein wenig recherchiert und herausgefunden, dass diese Bezeichnungen sehr irreführend und durcheinander sind, weil sie auf völlig unterschiedlichen Ebenen Differenzierungen vornehmen.

Aber fangen wir langsam an, nämlich mit der Frage, was schwarzer Tee eigentlich ist. Teeblätter sind zunächst mal blassgrün. Durch einen Oxydationsprozess, den man Fermentierung nennt, werden sie nach ca. drei Stunden kupferrot und haben dann ca. 75% ihrer Gerbstoffe verloren. Durch diese Fermentierung wird der Tee zu Schwarzem Tee. Ohne Fermentierung ist es Grüner Tee, der wegen der noch enthaltenen Gerbstoffe etwas bitterer schmeckt.

Die schwarzen Tees, die man im Supermarkt kaufen kann, habe ich im Folgenden alphabetisch nach Sortenbezeichnung geordnet und kurz erläutert, was es mit dieser Bezeichnung auf sich hat.

  • Assam: Assam ist ein Teeanbaugebiet in Nordindien. Ein Assam-Tee ist also ein schwarzer Tee, der aus dem nordindischen Bundesstaat Assam kommt.
  • Broken (Orange) Pekoe: Unter Tee-Bauern und Tee-Händlern wird der Tee in verschiedenen Kategorien bezeichnet. Eine ist die der Beschaffenheit der Teeblätter. Ein Tee mit der Bezeichnung "Broken" wird auch Kurzblatttee genannt. Die Teeblätter sind zerkleinert. Konsequenz für den Teetrinker: kürzere Ziehzeit. Vergleiche hierzu Fanning und Orange Pekoe.
  • Ceylon: Ceylon ist die alte Bezeichnung für den Inselstaat Sri Lanka. Ceylon-Tees sind also Tees, die aus dem Teeanbaugebiet Sri Lanka kommen.
  • Darjeeling: Darjeeling ist wie Assam ein nordindisches Teeanbaugebiert. Darjeeling liegt in Westbengalen. Ein Darjeeling-Tee ist ein Schwarztee, der dort angebaut wurde.
  • Earl Grey: Earl Grey ist meist ein chinesischer Schwarztee oder aber ein Darjeeling. Das Besondere: der Tee wurde durch Bergamotten-Öl aromatisiert und hat daher einen leicht zitronigen Geschmack.
  • Englischer Tee: Die Engländer importieren ihren Tee. Meistens aus Indien. Daher sind englische Tees in der Regel Assam- oder Ceylon-Tees.
  • Fanning: Fannings sind noch kleinere Teeblätter als die bei den Broken-Tees. Sie sind ca. 1 mm groß, müssen nur kurz ziehen und schmecken sehr kräftig. Vergleiche Broken Orange Pekoe und Orange Pekoe.
  • Oolong: Oolongtees sind halb fermentierte chinesische Tees. Sie liegen also zwischen Grün- und Schwarztee.
  • Orange Pekoe: Ein Orange-Pekoe ist ein Tee, dessen Blätter groß sind. Vergleiche hierzu: Fanning und Broken Orange Pekoe.
  • Ostfriesentee: Auch die Ostfriesen importieren ihren Tee. Ostfriesentees sind traditionell Assam-Tees. Mittlerweile werden aber auch nordafrikanische Tees als Ostfriesentees verkauft.
Das Irritierende ist, dass einige der Sortenbezeichnungen zwar nur einfach angegeben sind, aber durchaus gleichzeitig auftreten können. Ein "Earl Grey" könnte also zum Beispiel ein Darjeeling-Broken-Orange-Pekoe-Earl-Grey sein, also ein Tee aus Darjeeling mit kleinen Teeblättern und dem Aroma des Bergamottenöls. Besonders drollig finde ich, dass meine derzeitiger Lieblingsschwarztee "Orange Pekoe" heißt, aber im Kleingedruckten als "Ceylon Fanning" bezeichnet wird. Dass er aus Sri Lanka kommt ist ja schön und gut, aber "Fanning" ist, wenn ich das richtig verstanden habe, das Gegenteil von "Orange Pekoe". Vielleicht ist "Orange Pekoe" als Name für den Verkauf besser geeignet, "Fanning" dafür aber geschmacklich besser. Gerade bei den Beutel-Tees aus dem Supermarkt ist wohl das letzte Detail über die angebotenen Sorten kaum zu klären.

Sonntag, 21. Dezember 2008

Das süße Jenseits

-cp- Der Anwalt Mitchell Stephens (Ian Holm) kommt in eine verschneite kanadische Kleinstadt, deren Bewohner gerade eine Tragödie verarbeiten müssen. Bei einem Busunglück sind viele Schulkinder ums Leben gekommen. Mit dieser Trauer gehen die Eltern auf unterschiedliche Art, aber meist sehr isoliert um. Anwalt Stephens drängt sich den Trauernden auf, um eine Klage anzustrengen. Er will die "Stimme der Wut" sein und ist überzeugt, dass es einen Verantwortlichen für das Unglück gibt, der zumindest finanziell zur Verantwortung gezogen werden kann. Stephens jedoch hat eine eigene Geschichte von Wut und Trauer, die er dadurch indirekt aufzuarbeiten versucht. Er trauert um seine drogensüchtige Tochter, zu der es kaum noch Kontakt gibt. "Das süße Jenseits" ist ein atmosphärisch dichtes Drama um Wut und Trauer, das sehr unsentimental erzählt ist und den Zuschauer durch seine einzigartige Erzählstruktur in den Bann zieht. Es gibt vier Zeitebenen, die sich stetig abwechseln und jeweils noch Zeitsprünge und Rückblenden beinhalten. Die Geschichte des Films ist nicht in einem Strang erzählt, sondern eher als Mosaik. Die Szenen, die aufeinander folgen und ineinander verwoben sind, gehören zwar inhaltlich, nicht aber chronologisch zusammen. Aber gerade durch diese besondere Erzähltechnik schafft Regisseur Egoyan eine einzigartige Atmosphäre. "Das süße Jenseits" entfaltet sich in eindrucksvollen Bildern und ist große Kinokunst, ohne zu abgehoben zu sein.

Donnerstag, 18. Dezember 2008

Auswahl der Adjektive in Weihnachtswünschen

-cp- Ich muss zugeben, dass ich mit vielen Weihnachtswünschen, wenn ich sie denn wörtlich nehme, nicht viel anfangen kann. Dass die Leute sich eine weiße Weihnacht wünschen, kann ich noch verstehen, wobei das auch so seine Tücken hat, wenn man diese Leute dann mit dem Auto besuchen muss. Machen wir uns nichts vor, sobald es draußen weiß ist, steigt die Zahl der Autounfälle und Verkehrstoten. Abgesehen davon mag die "weiße Weihnacht" irgendwie romantisch sein, aber überbewertet ist sie auch.

Was man durchaus mal in der Weihnachtspost zu lesen bekommt, ist der gut gemeinte Wunsch, einer gesegneten Weihnacht. Das verbuche ich persönlich unter "religiöser Mumpitz". Und das teile ich hier auf die Gefahr hin mit, dass ich mir dadurch Feinde mache.

Eine besinnliche Weihnacht wird einem auch oft gewünscht. Da kann ich auch nicht viel mit anfangen. Ich bin das ganze Jahr über "besinnlich" und "besonnen". Da wünsche ich mir für Weihnachten eher das Gegenteil. Da möchte ich abschalten und nicht über das Zeug nachdenken müssen, das mich das ganze Jahr über beschäftigt.

Dann gibt es da noch die oft besungene fröhliche Weihnacht (aka "das frohe Fest"). Das passt schon eher. Allerdings ist die Fröhlichkeit eine etwas antiquierte Stimmung. Heute ist man eher "erfreut" oder von mir aus auch "gut drauf". Aber abgesehen von Alfred Jodocus Kwak ist heute kein Mensch mehr fröhlich. Und Alfred J. Kwak ist nicht einmal ein Mensch, sondern eine Ente. Und das Lied ist auch schon fast zwanzig Jahre alt. Heute ist Fröhlichkeit trotz der Ermangelung eines hundertprozentig adäquaten Ersatzbegriffs nur noch so etwas wie die gute Laune der Trottel. Wie stelle ich mir also eine fröhliche Weihnacht vor? Man sitzt im Kreis und grinst debil vor sich hin.

Weihnachtswünsche haben so ihre Tücken. Was sollte man statt dessen wünschen?
- eine relaxte Weihnacht
- chillige Weihnachten
- ein cooles Fest
Oder ganz modern und in der deutschen Hip-Hop-Kultur durchaus gut gemeint: ein Killer-Weihnachtsfest. In Anglizismen und Jugendsprache zu verfallen ist allerdings auch keine Lösung.

Am besten, neutralsten und am wenigsten anbiedernd ist wohl "schöne Feiertage". Und das sei hiermit schon mal allen gewünscht, die's lesen, auch wenn es vor dem Fest noch mehr zu lesen geben wird.

Dienstag, 16. Dezember 2008

Wilhelm Hauffs Märchenalmanache

Wilhelm Hauff wurde am 29. November 1802 in Stuttgart geboren. Er starb bereits kurz vor seinem 25. Geburtstag, eine Woche nach der Geburt seiner Tochter, an einer Lungenentzündung. Er galt als herausragendes literarisches Talent, schrieb einige Erzählungen und Satiren und einen Roman. Berühmt wurde er allerdings durch seine Märchen, zu denen unter anderem Kalif Storch, der kleine Muck, Zwerg Nase und Das Wirtshaus im Spessart gehören. Hauff veröffentlichte seine Märchen im Rahmen dreier Märchenbücher. Diese Märchenalmanache haben gemein, dass die einzelnen Märchen in eine Rahmengeschichte eingebunden sind:
  1. Märchen-Almanach auf das Jahr 1826 für Söhne und Töchter gebildeter Stände ( VÖ: 1825), Rahmengeschichte: "Die Karawane"
  2. Märchen-Almanach auf das Jahr 1827 für Söhne und Töchter gebildeter Stände ( VÖ: 1826), Rahmengeschichte: "Der Scheich von Alessandria und seine Sklaven"
  3. Märchen-Almanach auf das Jahr 1828 für Söhne und Töchter gebildeter Stände ( VÖ: 1827), Rahmengeschichte: "Das Wirtshaus im Spessart"
Der erste Almanach ist sehr orientalisch geprägt und enthält u.a. "Die Geschichte von Kalif Storch". Der zweite Almanach steht eher in europäischer Märchentradition. Das bekannteste Hauff-Märchen in diesem Band ist "Zwerg Nase". Allerdings fehlte Hauff gegen Ende der Arbeit an der zweiten Sammlung die Lust am Schreiben, und so bat er Wilhelm Grimm um zwei Märchen. Wilhelm Grimm schickte ihm "Das Fest der Unterirdischen", das in der Grimm-Sammlung gar nicht auftaucht, und Schneeweißchen und Rosenrot. Der dritte Märchenalmanach enthält schließlich Geschichten, die in der Literaturwissenschaft eher als Sagen denn als Märchen eingestuft werden.

Montag, 15. Dezember 2008

Hertha BSC Berlin ist Herbstmeister

-cp- Diese Meldung dürfte überraschen, da sie von der aktuellen Tabelle abweicht. Aber ich habe mir mal den Spaß erlaubt, die erwirtschafteten Punkte der Fußball-Bundesliga-Clubs gegen das eingesetzte Budget zu rechnen. Quasi eine Preis-Leistungs-Tabelle. Nach der wäre tatsächlich Berlin Herbstmeister. Hoffenheim wäre im Mittelfeld, und Bayern München ziemlich weit unten.

Links
1) Die komplette Preis-Leistungs-Tabelle
2) Die Etats der Bundesliga-Clubs
3) Kicker - die aktuelle Tabelle

Samstag, 13. Dezember 2008

Drei Haselnüsse für Aschenbrödel

Rezension zum Märchen-Hörbuch "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel"

Es ist sehr rätselhaft, was sich Eichborn bei diesem Hörbuch gedacht hat. Vermutlich nicht viel. Sicherlich ist alles immer irgendwie auch Geschmacksache, aber es lässt sich in diesem Fall ganz objektiv festhalten, dass hier zwei wesentliche Dinge nicht stimmen:

1. Der Text: Bozena Nemcova ist als Autorin genannt. Dies ist schlichtweg falsch. Bozena Nemcova war (so wie die Brüder Grimm in Deutschland) Sammlerin tschechischer und slowakischer Volksmärchen. Der "Aschenputtel"-Stoff ist in ganz Europa verbreitet gewesen, und Nemcovas Version des Märchens ist eine, die man sich im Gebiet der ehemaligen Tschechoslowakei erzählte. Ihr Märchen war Vorlage für den Film "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". Soweit so gut. So wie das Hörbuch aufgemacht ist, und vor allem, weil halt Nemcova als Autorin genannt ist, könnte man nun denken, auf der CD sei ihr "Aschenputtel"-Märchen als Lesung zu hören. Dies ist jedoch nicht der Fall. Der Text, der da vorgelesen wird, ist definitiv nicht Nemcovas Märchentext, sondern eher so eine Art Handlungszusammenfassung des Films. Es wirkt so, als würde beschrieben, was im Film zu sehen ist. Da heißt es nicht "Es war einmal...", sondern (im Präsens) "Aschenbrödel liebt es, auf ihrem Pferd Nikolaus durch die Felder und Wälder zu reiten." Die sprachliche Gestaltung ist sehr einfach. Im Grunde muss man sagen, sie ist zu einfach. Da wird kein Märchen erzählt, sondern es wirkt so, als würde man Kindern einen Film schildern, den sie nicht gesehen haben. Und diese Schilderung dauert 20 Minuten.

2. Die Sprecherin: Katharina Schmidt. Sie ist mit Sicherheit sehr bemüht, und diese CD scheint für sie ein Herzensprojekt zu sein, aber ihre Lesung ist nun mal sehr schwach. Sie hat den Tonfall eines engagierten Kindermädchens, und das ist kaum auszuhalten. Dem Vergleich mit Märchenhörbüchern von Manfred Steffen (Deutsche Grammophon), Barbara Nüsse (Jumbo) u.a. kann diese CD bei weitem nicht standhalten.

Wenn bei einem Hörbuch der Text nicht der angegebene und die Sprecherin zwar bemüht, aber nicht wirklich professionell ist, dann kann man nur von einer Mogelpackung sprechen. Das einzige, was stimmt, ist, dass der Text von der Filmmusik unterlegt ist. Aber dafür benötigt man diese Hörbuch-CD nicht, es gibt ja auch den Soundtrack zu kaufen.

Erwähnenswert ist noch, dass es nach dem Hörbuchtext noch einen zweiten Track gibt, der so etwa elf Minuten dauert. Hier singt uns die Sprecherin nochmal die Filmmusik vor "La-La-La-Laaaa..." und erzählt, was ihr am Film sonst noch gefällt. Peinlicher geht's nicht.

Freitag, 12. Dezember 2008

Metallica und die Folter

-sg- Sie SZ berichtet heute, dass Rockmusik (u.a. von Metallica) zu Folterzwecken eingesetzt wird und dies in einer Weise, die Folteropfer dazu bewegt hat zu sagen, dass sie lieber körperlich als mit Musik gefoltert werden wollen.
Und was fällt der Band Metallica dazu ein? Sie freuen sich darüber, dass ihre Musik zu Folterzwecken eingesetzt wird, zeige dies doch, "dass ihre Musik so bedrohlich wirke, wie sie gedacht sei", außerdem seien sie froh, "ihren Beitrag zum Krieg gegen den Terror zu leisten".
Es ist unfassbar...

Samstag, 6. Dezember 2008

Komasaufen

-cp- Das Thema Alkohol ist bei Kategorie: Vermischtes öfter mal vertreten, daher haben wir die bisherigen Artikel mit dem Label Alkohol versehen, damit sie besser gefunden werden können.

Stay Gold
Aktuelles: Die Polizei hat eine Initiative gegen das Komasaufen ins Leben gerufen. Sie heißt "Stay Gold" und wird vor allem von Sportlern unterstützt. Es gibt Fernsehspots, und die Polizei hat Bierdeckel als Werbematerial, die auf der einen Seite einen feiernden Menschen zeigen und auf der anderen (Schockwirkung) denselben Menschen, diesmal allerdings in komatösem Zustand, wie er zum Beispiel in seinem Erbrochenen liegt. [Beispiel]

So sinnvoll der Grundgedanke auch ist - er ist nicht zu Ende gedacht. Die Spots zeigen Jugendliche, die in einer Feiersituation harten Alkohol angeboten bekommen, etwas trinken und dann komatös und ekelig in der Gegend herum liegen. Dann spulen die Filme zurück zur Angebotssituation, die Jugendlichen lehnen ab und haben Erfolg. Dies jedoch ist fern jeder Lebensrealität. Man hat nicht automatisch Erfolg, wenn man auf Alkohol verzichtet. Es wird nicht alles gut, wenn man nicht trinkt. ABER: Es wird auch nicht schlechter. Der Verzicht auf Alkohol, insbesondere auf harten, ist sicherlich sinnvoll. Was die Jugendlichen aber neben einer vernünftigen Aufklärung vor allem brauchen, sind Strategien zum Umgang mit Frustrationen, einem Gefühl von Leere und Gruppendruck.

Links
Zur Staygold-Seite: www.staygold.eu
Zu den Spots: Stay-Gold-Spots
Zu den Sportlern: Stay-Gold-Sportler

Donnerstag, 4. Dezember 2008

Intelligenz, Anständigkeit und Nationalsozialismus

-cp- "Es gibt drei Dinge, die sich nicht vereinen lassen: Intelligenz, Anständigkeit und Nationalsozialismus. Man kann intelligent und Nazi sein. Dann ist man nicht anständig. Man kann anständig und Nazi sein. Dann ist man nicht intelligent. Und man kann anständig und intelligent sein. Dann ist man kein Nazi." (Gerhard Bronner)

Montag, 1. Dezember 2008

Wichtige Links zum Thema Film

-cp- Auch wenn derzeit die Trendwelle aus dem Kino rüber zur Fernsehserie schwappt, gibt es doch immer wieder Interessantes zum Film, das man gerne wüsste. Hier also die Top5 der Filmlinks:

1) Filmdatenbank: www.imdb.de
2) Die Oscar-Datenbank: www.oscar.org
3) Besucherzahlen (Top100) in Deutschland: www.insidekino.de (zum Blättern in der blauen Leiste auf die Jahreszahlen klicken)
4) Rezensionen und mehr: www.filmstarts.de
5) Rezensionen, Trailer und mehr: www.moviemaze.de
6) Offizielle Besucherzahlen (Top20) in Deutschland: www.ffa.de

Freitag, 28. November 2008

Fußball nur noch mit Diplom...

-sg- Die DFL hat sich mal wieder Gedanken darüber gemacht, wie man die meiste Kohle aus dem Bundesliga-Zirkus herausholen kann und die Fans dabei maximal nervt. Hier die Spielzeiten der Saison 2009/2010 in der Übersicht:

Freitag
  • 18h00 – Zweite Liga, Spiel 1, 2 (3)
  • 20h30 – Bundesliga, Spiel 1 (oder in Länderspielwochen Zweite Liga Spiel 3)

Samstag
  • 13h00 – Zweite Liga, Spiel 4
  • 15h30 – Bundesliga, Spiel 2, 3, 4, 5, 6 (in UEFA-Cup-Wochen Spiel 6 evtl. am Sonntag)
  • 20h30 – Bundesliga, Spiel 1 (in Länderspielwochen statt des Freitagsspiels)

Sonntag
  • 12h30 – Zweite Liga, Spiel 5, 6, 7, 8
  • 14h45 – Bundesliga, Spiel 7, 8
  • 17h00 (20h30) Bundesliga, Spiel 9 (in der Regel um 17h, 8x pro Saison 20h30)

Montag
  • 20h15 – Zweite Liga, Spiel 9

Soweit klar?

Montag, 24. November 2008

Dorf, Gemeinde, Stadt

-cp- "Das Dorf bezeichnet eine kleine menschliche Siedlung, die ursprünglich durch eine landwirtschaftlich geprägte Siedlungs-, Wirtschafts- und Sozialstruktur gekennzeichnet ist. Charakterisierendes Kennzeichen ist nach wie vor die Landwirtschaft; doch sind auch Fischerdörfer, sogar Wanderhändler- oder Flößerdörfer bezeugt. Siedlungen, in denen aktuell kein Bauer mehr ansässig ist, sind streng genommen keine Dörfer, werden aber hier mit behandelt. In Deutschland sind die meisten Dörfer in Landgemeinden zusammengefasst." [Wiki]

"Als Gemeinde bezeichnet man diejenigen Gebietskörperschaften, die im öffentlich-verwaltungsmäßigen Aufbau von Staaten die kleinste räumlich-administrative, also politisch-geographische Entität darstellen." [Wiki]

"Eine Stadt ist eine größere, zentralisierte und abgegrenzte Siedlung mit einer eigenen Verwaltungs- und Versorgungsstruktur im Schnittpunkt größerer Verkehrswege. Damit ist fast jede Stadt zugleich ein zentraler Ort. Ihre Einwohnerschaft kann ethnisch, sprachlich, sozial, kulturell, konfessionell etc. äußerst vielfältig sein." [Wiki]

"Kleinstädte sind nach einer Begriffsbestimmung der Internationalen Statistikkonferenz von 1887 alle Städte mit einer Einwohnerzahl zwischen 5.000 und 20.000." [Wiki] Die kleinste Stadt Deutschlands hat allerdings noch weniger Einwochner, nämlich gerade mal 300. Es ist Arnis, Schleswig-Holstein. [Wiki]

"Mittelstadt ist die Bezeichnung für alle Städte zwischen 20.000 und 100.000 Einwohnern." [Wiki]

"Großstädte sind nach einer Begriffsbestimmung der Internationalen Statistikkonferenz von 1887 alle Städte mit mehr als 100.000 Einwohnern." [Wiki]

"Millionenstadt ist die Bezeichnung für Städte mit mehr als 1.000.000 Einwohnern." Es gibt derzeit drei deutsche Millionenstädte (Berlin, Hamburg und München.) Köln war mal Millionenstadt, ist es aber im Moment knapp nicht mehr. In Frankfurt halten sich tagsüber berufsbedingt mehr als eine Million Menschen auf. Den Wohnsitz in Frankfurt haben allerdings weniger. [Wiki]

Die größte Stadt Deutschlands ist mit 3,4 Millionen Einwohnern Berlin. [Wiki] In der Liste der größten Städte der Welt liegt Berlin auf Platz 55. [Wiki] Die größte Stadt der Welt ist je nach Definition Mumbai (ehemals Bombay, Indien, Einwohnerzahl: 13,7 Millionen) [Wiki] oder Chongqing (China, Einwohnerzahl: 32 Millionen) [Wiki]. Allerdings ist Chongqing eine Region, die größer ist als Bayern und überwiegend aus Gebirgen, Wäldern und Agrarlandschaften besteht und so nicht jeder Definition von Stadt standhalten kann.

"Als Megastadt werden im Allgemeinen Städte bezeichnet, die mehr als drei (beziehungsweise je nach Definition mehr als fünf, acht oder zehn) Millionen Einwohner haben." [Wiki]

"Als Weltstadt werden Städte von überragender globaler Bedeutung bezeichnet." (Qualitativer Begriff) [Wiki]

"Die Stadtrechtsverleihung, d. h. die Erhebung einer Gemeinde zur Stadt, wird in Deutschland von den Ländern ausgeübt und beschränkt sich auf das Recht, die Bezeichnung Stadt zu führen. Status und Zuständigkeit einer Stadt sind vielmehr an ihre Einwohnerzahl geknüpft, nicht an die Bezeichnung als Gemeinde oder Stadt. So gibt es z. B. in Niedersachsen Städte und Gemeinden, die als sog. selbständige Gemeinden mit erweiterten Kompetenzen ausgestattet sind, während andererseits Städte als Mitgliedsgemeinden einer Samtgemeinde ihre Aufgaben faktisch vollständig an den Gemeindeverbund abgegeben haben." [Wiki]

Sonntag, 23. November 2008

Kinder, Jugendliche und Gewalt (2)

Beleidigung, Nötigung, Körperverletzung

-cp- Wenn es um jugendliche Gewalttaten geht, kocht die öffentliche Diskussion schnell hoch, wie zum Beispiel in Zusammenhang mit den U-Bahn-Schlägern in der Münchener U-Bahn [Spiegel Online], und oft wird den Medien die Schuld gegeben. Dass die Ursachen so einfach nicht erklärbar sind, liegt auf der Hand, denn Gewalt wird zwar "gelernt", aber das gilt für alternatives Verhalten genauso. Wenn also ein Jugendlicher durch gewalttätiges Verhalten auffällt, ist die Frage, welche Filme er so schaut und welche Computerspiele er spielt, zweitrangig. Die Frage muss lauten, warum er nicht zu friedlichen Konfliktlösungen oder gewaltfreiem Frustabbau in der Lage ist. Es gibt viele Bücher, die sich mit dieser Fragestellung befassen, an dieser Stelle seien nun drei besonders empfehlenswerte kurz vorgestellt:

Hans-Peter Nolting, Lernfall Agression: In diesem schon etwas älteren Grundlagenwerk werden die Entstehungsbedingungen von aggressivem Verhalten dargestellt. Außerdem geht es um Möglichkeiten der Aggressionsminderung.

Eckhard Schiffer, Warum Hieronymus B. keine Hexe verbrannte: Hier stellt ein Psychotherapeut seine Arbeit mit Gewalttätern vor. Es geht um Ursachen, therapeutische Erfolge und Prävention. Sehr gut zu lesen. Sehr anschaulich.

Dirk Heinrichs, Da hab ich nur noch rot gesehen: Schauspieler Dirk Heinrichs ("Die Sitte") hat eine Zeit lang in einer Jugendstrafanstalt mit jugendlichen Gewalttätern gearbeitet. Seiner Erfahrung nach fehlt vielen Jugendlichen die sprachliche Kompetenz, mit ihren Gefühlen und mit Stresssituationen umzugehen. In seinem sehr spannenden Buch portraitiert er durch Interviewprotokolle u.a. Jugendliche, die wegen Körperverletzung zu Jugendstrafen verurteilt wurden. Aus seinen Gesprächen und seinen eigenen Erfahrungsberichten ergibt sich ein spannendes und aufrüttelndes Bild. Heinrichs ist Mitgründer des Vereins Sprache gegen Gewalt.

Donnerstag, 20. November 2008

Kinder, Jugendliche und Gewalt (1)

Wenn Kinder morden...

-cp- In den USA wird gerade ein 8-jähriger Junge verdächtigt, einen Doppelmord begangen zu haben. Sein Vater und ein Freund des Vaters wurden mit einer Schrotflinte erschossen. [net-tribune] Mittlerweile soll er gestanden haben. Dass Kinder zu Mördern werden, ist unfassbar, doch es kommt vor, und nicht nur in Form von Schulamokläufen durch jugendliche Täter. [Littleton, Erfurt, Emsdetten, Virginia, Tuusula, ...]

Durch Kinder begangene Morde sind nochmal eine andere Sache als ein Schulamoklauf, was nicht heißen soll, dass sie mehr oder weniger schlimm sind. Doch die Tatsache dass die Mörder in diesen Fällen erst 8 oder 10 Jahre alt sind, und dass sie ganz gezielt den Tode eines Menschen verursachen, ist unbegreiflich. Bekannt sind u.a. zwei Vorfälle aus England. Die Ermordung des knapp 3-jährigen James Bulger im Jahr 1993, der von zwei zehnjährigen Kindern entführt und zu Tode gefoltert wurde. [Wikipedia].

1968 hat die zehnjährige Mary Bell zwei Jungen getötet (einer drei und einer vier Jahre alt). Die Morde ereigneten sich an verschiedenen Tagen. Damals gab es in England noch kein Jugendstrafrecht und kein Jugendprozessgesetz. Die zum Zeitpunkt der Gerichtsverhandlung elfjährige Mary Bell wurde wie eine Erwachsene verhaftet, wie eine Erwachsene in Untersuchungshaft gesteckt und wie eine Erwachsene zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. Die Journalistin Gitta Sereny beobachtete damals den Prozess. Ihre Beobachtungen und anschließende Recherchen hat sie später in einem Buch zusammengefasst, deutscher Titel: Kinder morden Kinder - Der Fall Mary Bell. Das Buch ist ziemlich verstörend und bestimmt nichts für schwache Nerven. Die Täterin Mary Bell ist auch ein Opfer. Im Alter von 22 Jahren wurde sie auf Bewährung aus der Haft entlassen. Sie erhielt einen neuen Namen, versuchte Fuß zu fassen, wurde erkannt, bedroht, verjagd und fing noch einmal von vorne an. Jahre später traf sich die Autorin Gitta Sereny mit Mary Bell und schrieb ein zweites Buch, eine Biografie: Schreie, die keiner hört.

Ein Film aus der Reihe Tatort (Martinsfeuer) greift das Thema auf und erzählt beinahe eine Variante der Mary-Bell-Geschichte.

Mittwoch, 19. November 2008

Lehmänner werden erwachsen

-cp- Selten war ich beim Lesen eines Buches so hin- und hergerissen wie bei Die denkwürdige Geschichte der Kirschkernspuckerbande von Gernot Gricksch. Auf der einen Seite gibt es sowohl komische als auch anrührende Momente, auf der anderen Seite jedoch stehen Überfrachtungen, Klischees und sprachliche Unausgegorenheiten.

Aber fangen wir beim Inhalt an: Die Geschichte dreht sich um den 40 Jahre alten Piet, der am Grab eines Freundes stehend über sich und sein Leben nachdenkt. Bedeutend für sein Leben war und ist die „Kirschkernspuckerbande“, eine Clique, die seit Kindertagen mehr oder weniger Bestand hatte, und der auch der Verstorbene angehörte. Der Roman beschreibt nun mosaikartig einzelne Ereignisse und Anekdoten aus Piets Leben und aus dem der anderen Bandenmitglieder.

Es entsteht der Eindruck, dass die Kirschkernspuckerbande so ziemlich alles erlebt und mitbekommen hat, was man zwischen 1960 und 2000 in Deutschland erleben und mitbekommen konnte: Linksextremismus, versteckte und offen gelebte Homosexualität, das Rollenverhältnis von Männern und Frauen, Drogen und Alkoholismus, Kalter Krieg und politische Wende, Teenagerschwangerschaft, Suizidversuch,... Das ist eine ganze Menge Stoff, deutlich zuviel für ein einzelnes Buch.

Interessant ist, dass 2001, fast zeitgleich zu „Die denkwürdige Geschichte der Kirschkernspuckerbande“ Sven Regeners Herr Lehmann erschienen ist. Interessant ist es deshalb, weil auch die Kirschkernspucker-Hauptfigur Piet mit Nachnamen „Lehmann“ heißt, und auch weil beide Figuren der gleichen Generation angehören: Der Kirschkernspucker Piet Lehmann feiert seinen 30. Geburtstag 1990, Sven Regeners Hauptsfigur Frank Lehmann wurde am Tag des Mauerfalls 1989 30 Jahre alt. Beide Lehmänner werden 30 und erwachsen, allerdings begleitet man nicht beide mit gleichem Vergnügen dabei. Insgesamt haben Sven Regeners Figuren deutlich mehr Leben in sich, weil nicht nur den komischen und tragischen Effekten ihrer Geschichte verpflichtet, sondern echte Typen sind, durch die eine Geschichte erst entsteht.

Gernot Gricksch bleibt in seinen Darstellungen leider sehr oberflächlich und effekthascherisch, was schade ist, weil die Geschichte durchaus mehr zu bieten gehabt hätte. Die vielen Klischees stören das Lesevergnügen ebenso wie die Sprache. Sobald es beispielsweise um Sexualität geht, bemüht sich Gricksch um eine humorvolle, unverkrampfte Sprache, was oft nicht passt, denn Sexualität ist eben nicht immer cool. Auf der anderen Seite, vor allem zu Beginn des Buches, werden, anscheinend um dem Werk einen intellektuellen Anstrich zu verleihen, unnötig Fremdwörter eingestreut, obwohl es auch gängigere und von der Form her passendere Formulierungen gegeben hätte. Insgesamt entsteht der Eindruck, Gricksch wollte unbedingt ein großes, bedeutsames Buch schreiben und stand sich mit seinen Ambitionen selbst im Weg. Herausgekommen ist leider nicht mehr als Durchschnittsware.

Link: Wir berichteten bereits an anderer Stelle über Herr Lehmann.

Sonntag, 16. November 2008

Früh erkennbare Leidenschaft

-cp- Dass ich mich der Gattung "Märchen" durchaus verbunden fühle, ist dem ein oder anderen Leser dieses Blogs aus dem ein oder anderen Grund vielleicht nicht verborgen geblieben. Über die Anfänge dieser Verbundenheit, die zugegebener Maßen zum Großteil recht klassisch verlief - mir wurde vorgelesen - weiß wohl außerhalb meiner Familie niemand näheres, und viel gibt es da im Grunde auch nicht zu wissen.

Außer zwei kleiner Sachen vielleicht: Mein erstes Märchen habe ich geschrieben, als ich noch nicht schreiben konnte. Ich habe es meiner Mutter diktiert und die Illustrationen selbst angefertigt. (Da ich heute wie ein Vierjähriger male, muss es damals schlimm ausgesehen haben.) Meine handarbeiterfahrene Oma hat die diversen Zettel zu einem Märchenheft zusammengebunden: Fadenbindung. Und eben diese Oma war es auch, die mir in meinem letzten Kindergartenjahr (1981) mein Wunschkostüm angefertigt hat: Ich ging als "Das tapfere Schneiderlein". Und in den Familienarchiven habe ich heute einen Fotobeweis entdeckt.

Donnerstag, 13. November 2008

Kinderbuchautoren und ihre "Werke"

-cp- Kein Witz: Cornelia Funke hat zwei Kinder, die heißen Ben und Anna.

Die Olympischen Sommerspiele und ihre musikalischen Konsequenzen

-cp- Bei den Olympischen Sommerspielen 2008 in Peking sollte eines der Lieder der Eröffnungszeremonie von einem Kind gesungen werden. Leider passte das Kind mit der besten Stimme optisch nicht ins Programm. Also wurde ein hübschen Kind auf die Bühne gestellt, dass zum Gesang des nicht so hübschen Kindes Playback singen sollte. Das ganze ist in die Hose gegangen und war ziemlich peinlich. Die chinesische Regierung reagiert jetzt und will das Playback-Singen per Gesetzt verbieten.

Mittwoch, 12. November 2008

Politische Achromatopsie und Sitzmöbel

-cp- Was hat eigentlich Andrea Ypsilanti mit der Farbe des Sofas zu tun, auf dem Loriot und seine Sketch-Partnerin Evelyn Hamann in den 70er Jahren gesessen haben? Erstmal nichts, möchte man meinen. Doch vielleicht auch mehr als man denkt.

Von Rot-Grün mit Tolerierung durch die Linke wurde in Hessen gesprochen. Farb-politisch gesehen war von rot-rot-grün die Rede (und die Schreibe). Doch es waren die Roten (also die Sozialdemokraten) selbst, die dies verhinderten. Soviel Lärm um Farben hat anscheinend durchaus Spuren hinterlassen bei der schreibenden Zunft, oder wie ist es sonst zu erklären, dass zu Loriots 85. Geburtstag eine seltsame Farbenblindheit zutage tritt?


Was sagt das wohl über den Journalisten, der die Bildunterschrift gesetzt hat? Gerade "rot" verbindet er mit "Spießigkeit"? Vielleicht ist er ein Ypsilanti-Anhänger, der sich für Hessen dieses Rot-Rot-Grün gewünscht hätte. Vielleicht hat er in Anbetracht des hässlichen Sofas rot gesehen? (Zugegeben, heute hat man so was einfach nicht mehr.) Oder aber, er leidet unter einer allgemeinen oder speziellen Farbenblindheit. Rot-Grün-Blindheit bekommt jedenfalls unter politischen Gesichtspunkten eine ganz andere Bedeutung.

Zu hoffen bleibt, dass Loriot heute schön Geburtstag feiert, ganz gleiche welche Farbe sein Sofa und die hessische Landesregierung heute und in Zukunft hat.

Montag, 10. November 2008

Nach dem Spiel ist vor dem Spiel

-cp- Seit dem 8. Spieltag scheint mal wieder alles für Bayern München zu laufen, dabei waren doch vorher so schöne Sachen zu sehen: Am 5. Spieltag die Heimpleite gegen Werder Bremen (2:5), am 6. Spieltag die Niederlage in Hannover (0:1), am 7. Spieltag das peinliche 3:3 zuhause gehen Bochum. Dann ein glücklicher Sieg in Karlsruhe (1:0) am 8. Spieltag, und seitdem stoplern sich die Bayern ohne wirklich zu überzeugen und klar überlegen zu sein von Sieg zu Sieg. Nur noch 1 Punkt Rückstand auf den Tabellenersten. Schade! Aber es ist schon immer so gewesen, dass die anderen Mannschaften nicht beständig genug spielen, um eine Bayern-Formkrise richtig zu nutzen.

Was ist sonst noch zu notieren? Es wird in diesen Tagen viel Lärm gemacht um Schiedsrichter-Leistungen. Besonders laut war wohl Jürgen Klopp, und prompt ermittelt der DFB gegen ihn, und der Kicker bezeichnet ihn als Seitenlinien-Derrwisch.

Putzig waren in dieser Hinsicht die Frankfurter, die ihr zweites Tor gegen Stuttgart nur erzielen konnten, weil der Schiedsrichter vorher ein Foulspiel des späteren Torschützen Liberopoulos übersah, der (am Rande bemerkt) trotz seines Namens nicht die Position eines Liberos bekleidet. Die Stuttgarter waren davon nicht begeistert, nahmen es aber sportlich und bemühten sich, einen Anschlusstreffer zu erzielen. Dies gelang, und als Mario Gomez kurz vor Schluss sogar noch den Ausgleich erzielte, glaubte der Schiedsrichter, ein Foul gesehen zu haben und wollte den Treffer nicht geben. Sein Kollege an der Seitenlinie überzeugte ihn, dass Galles korrekt abgelaufen war, und so zählte das hochverdiente 2:2. Nun gab es zwischen Frankfurt und Stuttgart zwei Unterschiede: Erstens nahmen die Frankfurter den Gegentreffer nicht ganz so sportlich hin, und zweitens waren sie anders als ihre Gegener im Unrecht, wie Fernsehbilder belegten. Tja, liebe Eintracht, erst foulen, dann schimpfen - das gibt Abzüge auf meinem persönlichen Sympathiekonto. Pech gehabt!

Gut, dass Frankfurt und Bayern schon gegeneinander gespielt haben. Ich wüsste heute gar nicht, gegen wen ich sein sollte.

Sonntag, 2. November 2008

Vom Fischer und seiner Frau

Das Märchen "Vom Fischer und seiner Frau" existiert in verschiedenen Versionen und ist meist in plattdeutscher Sprache aufgeschrieben worden, genauer gesagt in pommerschen Platt: "Von dem Fischer un syner Fru". Zuerst festgehalten hat es der Maler Philipp Otto Runge im Jahr 1806. Diese Urfassung jedoch gilt als verschollen. 1812 erschien es gleich zweimal, zum einen in der Sammlung "Volkssagen, Märchen und Legenden" des Volkskundlers und Archäolgen Johann Gustav Gottlieb Büsching. Im gleichen Jahr erschien es auch in der ersten Auflage der "Kinder- und Hausmärchen" der Brüder Grimm. Auf Grundlage dieser grimmschen Version des Märchens schrieb später der Bruder des Malers Runge eine Hamburger Dialektfassung des Märchens. Diese wiederum fiel Wilhelm Grimm in die Hände und veranlasste ihn, die grimmsche Version des Märchens seinerseits zu verändern. Jedoch gilt die erste Fassung der Grimms als originalgetreuer.

Das Märchen handelt von einem armen Fischer, der einen riesigen Butt fängt. Dieser sagt, er sei ein verwunschener Prinz, woraufhin der Fischer ihn wieder schwimmen lässt. Auf Drängen der Frau kehrt er jedoch später zum Butt zurück und sagt ihm, dass sie nur in einer ärmlichen Hütte wohnten und sich ein Haus wünschten. Der verzauberte Butt erfüllt diesen Wunsch, und als die Frau sieht, welche Möglichkeiten es nun gibt, schickt sie ihren Mann ein ums andere mal zurück zum Butt mit immer größerer werdenden Wünschen. Als sie schließlich Papst ist, ihr dies aber noch immer nicht genügt und sie sogar Gott werden will, genügt es dem Butt und er zaubert sie zurück in ihre Ursprungshütte.

Die Maßlosigkeit der Wünsche, die schließlich zum Scheitern führt, findet sich auch in dem Märchen "Peter, der Prächtige" (C.Peitz) wieder. Hier geht es um einen König, der als Parodie auf Ludwig, den XIV. daherkommt und mit der Größe seines Schloss hadert. Immer mehr Steuergelder nutzt er für maßlose Umbauarbeiten, bis er schließlich statt überirdischer Pracht sehr irdische Konsequenzen zu spüren bekommt. Das Märchen ist in dem Märchenbuch Der Märchenprinz im Märchenwald hört einen Schuss, der gar nicht knallt und als Hörspiel auf der CD Der Märchenprinz erschienen.

Freitag, 31. Oktober 2008

Zitat des Tages (2)

-sg- "Der größte Ölproduzent der Welt hat im dritten Quartal einen geradezu atemberaubenden Netto-Gewinn von 14,8 Milliarden Dollar geschafft, ein Wachstum von 58 Prozent im Vergleich zum Vorjahr." (FAZ, 31.10.2008)

Samstag, 25. Oktober 2008

Tom Sawyer und Huckleberry Finn

-cp- Mark Twains Buch "Die Abenteuer des Tom Sawyer" (erschienen 1876) gehört wie auch die Fortsetzung "Die Abenteuer des Huckleberry Finn" (erschienen 1884) zu den ultimativen Jugendbuchklassikern. Es ist im Grunde eine klassische Lausbubengeschichte, die in den amerikanischen Südstaaten, genauer gesagt im Bundesstaat Missouri des späten 19. Jahrhunderts spielt. Es gibt Abenteuer zu bestehen, die vom Schuleschwänzen bishin zur Suche nach einem Goldschatz reichen. Mit Indianer Joe gibt es einen wirklich fiesen Bösewicht, der auch vor Mord nicht zurückschreckt, und es gibt Szenen, die losgelöst von der Handlung Berühmtheit erlangt haben, beispielsweise die, in der Tom von seiner Tante Polly als Strafe für eine Prügelei das Streichen des Zauns aufgedrückt bekommt, und wie es ihm gelingt, dass alle anderen Kinder ihn mit Wertgegenständen beschenken, damit sie an seiner Stelle das Streichen übernehmen dürfen. Die Geschichte ist unzählige Male und auf verschiedenste Art und Weise umgesetzt worden, hier einige Empfehlungen:

1. Buchausgabe mit beiden Romanen in einem Band.

2. Hörbücher: Die Abenteuer des Tom Sawyer und Die Abenteuer des Huckleberry Finn erzählt von Udo Wachtveitl sind ein echter Glücksfall. Wachtveitl, bekannt als ARD-Tatort-Kommissar Franz Leitmayr, hat den Schalk im Nacken und den Schelm in der Stimme. Man kauft ihm hundertprozentig ab, dass er - ebenso wie die Protagonisten der beiden Geschichten - unzählige Lausbubenabenteuer erlebt hat.

3. Hörspiele: Eine richtig gute Hörspielumsetzung des Stoffes gibt es bislang leider nicht*. Die Hörspiele Nummer 17 und Nummer 18 der EUROPA-Originale erzählen einen Teil des ersten Romans. Das Hörspiel ist ganz charmant, aber die Produktion aus dem Jahr 1967 ist doch in vielerlei Hinsicht suboptimal.

4. Film: Wer die Geschichte gerne auf der Mattscheibe erleben möchte, dem sei die DVD-Box mit der 1980 produzierten TV-Serie empfohlen. Das Bild ist zwar nicht digital aufbereitet und rauscht und fusselt, was das Zeug hält, die deutsch-kanadische Produktion dafür ist liebevoll und äußerst nah am Roman. 26 Folgen mit einer Gesamtspielzeit von über 10 Stunden. Absolut empfehlenswert.

5. Eigentlich keine Umsetzung, sondern eher eine Art psychotherapeutischer Anwendung: Eckhard Schiff, Psychotherapeut hat das Buch Warum Huckleberry Finn nicht süchtig wurde geschrieben. Ein äußerst lohnendes Buch, in dem Therapieberichte sehr anschaulich beschrieben werden, und bei dessen Lektüre man auch sein eigenes Verhalten hinterfragt. Die Grundthese besagt, dass hinter jeder Sucht (ob Mager-, Drogen-, Spiel- oder sonstige -süchte) eine SehnSUCHT steckt, die es zu leben gilt, damit Süchte besiegt werden können. Und manchmal haben diese Sehnsüchte mit dem Erleben kleiner Abenteuer zu tun. Zitat aus dem Buch: "Vermutlich würde ein Huckleberry Finn in unserer Gegenwart ganz anders leben. Vielleicht würde er aufgrund der fehlenden ökologischen Nischen, das heißt Freiräumen wie Wald, Fluss, Floß, auch die meiste Zeit des Tages vor dem Fernseher oder dem Videogerät sitzen. Vielleicht könnte er uns aber auch noch einige neue Nischen zeigen. Was an dem literarischen Huckleberry Finn aufgezeigt werden soll, ist, dass ein solches Erleben der Welt mit allen Sinnen - die Erfahrung der eigenen Kompetenz - eine fehlende Geborgenheit zum Teil ersetzen kann. Nicht vollständig natürlich, aber Zutrauen in die Welt kann auch auf diese Weise erworben werden."

Dienstag, 21. Oktober 2008

Fußball und der Konjunktiv

-cp- Manchmal verstehe ich die Formulierungen bei Fußballübertragungen nicht. Wenn zum Beispiel ein Stürmer den Ball knapp am gegnerischen Tor vorbei schießt, wird in Bezug auf den Torwart häufig gesagt: "Da wäre er niemals rangekommen!" Warum dieser Konjunktiv? Eins steht doch fest: Er IST nicht rangekommen. Musste er ja auch nicht, schließlich ist der Ball daneben gegangen.

Vermutlich wollen Reporter mit dieser Phrase andeuten, dass, wenn der Stürmer den Schuss besser platziert hätte, der Ball ins Tor gegangen wäre. Aber welchen Wert hat denn diese Aussage? Das würde übersetzt soviel bedeuten wie "wenn er ihn INS Tor geschossen hätte, dann hätte der Torwart den Ball nicht abwehren können." Aber diese Übersetzung ist wohl ungenau, denn ich ahne wiederum, was es genauer hätte heißen können: "Zwischen dem vom Torwart erreichbaren Berreich des Tores und der Stelle neben dem Tor, an die der Ball geflogen ist, gibt es noch eine Lücke, die zum Tor gehört." Auch diese Aussage ist erschreckend nichtssagend, schaut man sich die Dimensionen eines Fußballtores mal an: Die Distanz vom Boden bis zur Latte beträgt 2,44 Meter und die vom linken Pfosten zum rechten beträgt 7,32 Meter. Mit anderen Worten: Der Torwart muss auf eine Torfläche von knapp 18 m² aufpassen. Dass es da regelmäßig Lücken gibt, an die er nicht kommt, ist doch logisch. Andernfalls, und jetzt benutze ich den Konjunktiv, würden ja keine Tore fallen, und dann würde der ganze verdammte Sport keinen Sinn machen.

Genau genommen bedeutet bedeutetet diese "da wäre er niemals rangekommen"-Phrase wohl nichts anders als: (mit Blick auf den Stürmer im Konjunktiv) "Wenn er ihn reingeschossen hätte, hätte er ihn reingeschossen" oder (mit Blick auf den Torwart als Konditionalsatz): "Wenn er einen Schuss ins Tor nicht verhindern kann, dann geht er rein!" Aber dieses ganze Hätte-wenn-und-aber-Brimborium kann und sollte man sich als Sportreporter eigentlich schenken, wenn man doch einfach sagen kann: "Das war ganz schön knapp!"

Montag, 20. Oktober 2008

Betr.: Übertragung von einem fremden Konto das maximale zuversicht erfordert

-sg- Soeben erreichte mich diese Email. Allerdings bin ich mir nicht sicher, ob ich die nötige Zuversicht habe...

Attn.Geschäftsvorschlag.

Zuerst muß ich um Ihre Zuversicht in dieser verhandlung bitten.
Das ist auf Grund seiner lage, als das sein total VERTRAULICHund Geheimnisvoll.

Aber ich weiss, dass eine verhandlung dieses Ausmaßes irgendeinen Ängstlich und besorgt machen wird,aber ich versichre Ihnen, dass alles am Ende des tages in ordnung sein wird.
Wir haben uns entschieden Sie durch eine E-mail sendung,wegen der Dringlichkeit diese verhandlung zu erreichen, als wir davon zuverlassig von seiner schnelligkeit und vertraulichkeit Überzeugt worden sind.

Ich möchte mich nun vorstellen. Ich bin Herr Peter Maputu (Rechnungprüfer bei der Chartered Bank von Süd Afrika).
Ich kam zu ihrem kontakt in meiner persönlichen suche nach einer zuverlassigen und anstandige person, um eine sehr vertrauliche verhandlung zu erledigen, die Übertragung von einem fremden Konto das maximale zuversicht erfordert.
Der vorschlag:Ein Ausländische,verstorbener Ingenieur Joseph Haider, ein Diamante-Handler/unternehmer mit der Republik Süd Afrika.

Er war bis seinem Tod vor drei jahren in einem Flugzeug absturz,als unternehmer bei der Regierung tatig. Herr Joseph war unser kunde hier bei der Chartered Bank von Süd Afrika Johannesburg und hatte ein Konto guthaben von
US$14.3 million (Vierzehnmilliondreihunderttausend
United States Dollar). welches die Bank jetzt fraglos erwartet durch seine Verwandten das Sie sich melden, wenn Sie sich nicht melden wird alles zu einem Afrikanischen vertrauens fond für waffen und munitions besorgungen bei einer freiheitsbewegung hier in Africa gespendet.

Leidenschaftliche wertvolle Anstrengungen werden durch die Chartered Bank gemacht,um einen kontakt mit jemanden von der Joseph familie oder Verwandten zu bekommen.Es hat aber bis jetzt keinen Erfolg gegeben.
Es ist wegen der wahrgenommen moglichkeit keinen verwandten der Joseph zu finden (er hatte keine frau und kinder) dass eine Anordnung für den fond als nicht zubehaupten deklariert werden,sollte, und dann zum vertrauens-fond für waffen und munition bersorgung ausgeben,die dem kurs vom krieg in Afrika gespendet wird.

Um dieser negative Entwicklung abzuwenden, haben ich und einige meiner bewährten kollegen in der Bank beschlossen das Geld nach Ihre zustimmung zu Überweisen und suchen jetzt Ihre Erlaubnis das Sie sich als verwandter des verstorbenen Ing.Joseph Haider deklarieren,damit der Fond in der höhe von USD$14.3m infolgen dessen als der Nutznießer(Verwandter des Haider)auf Ihr Bank Konto Überwiesen werden.

Alle beurkundungen und Beweist die Ihnen ermöglichen diese Fonds zu behaupten werden wir zu Ihrer verfügung stellen,damit alles gut verläuft und wir versicheren Ihnen ein 100% Risiko freie Verwicklung.

Ihr Anteil wäre 30% von der totalen Gange, während die restliche 70% ist für mich und meine kollege.
Wenn dieser vorschlag für Sie OK ist und Sie Wünschen das vertrauen auszunutzen, das wir hoffen auf Ihnen und Ihrer Gesellschaft zu verleihen,dann senden sie mir netterweise sofort per meine personal E-mail Adresse, Ihre Voll Namen, Adresse, Telefonnummer, fax-nummer und Ihre vertraulicher E-mail adresse,damit ich Ihnen die relevanten details dieser

Bitte schicken Sie Ihre Antwort auf meine Vertraulichen Email
Adresse: pmaputu1@ymail.com

verhandlung senden kann.
Danke in voraus.

Mit freundlichen Grüße.
Peter Maputu

Samstag, 18. Oktober 2008

Das Wirtshaus im Spessart

Rahmengeschichten haben in Märchenbüchern durchaus Tradition, so werden die Märchen aus 1001 Nacht beispielsweise von der Gechichte Scheherezades gerahmt, und auch die Sammlung Giambattista Basile enthält eine Rahmenerzählung. In dieser Tradition veröffentlichte auch der deutsche Kunstmärchendichter Wilhelm Hauff seine Märchen. Sein erster Märchenalmanach von 1826 wird von der Geschichte "Die Karawane" gerahmt und der zweite von "Der Scheik von Alessandria" (1827). Seine dritte und letzte Sammlung "Märchen-Almanach auf das Jahr 1828 für die Söhne und Töchter gebildetere Stände" wird von "Das Wirtshaus im Spessart" gerahmt, einem Räubermärchen in der Tradition trivialer Räuberromane.

Zur Handlung: In einem Wirtshaus im Spessart, das tief in einem Räuberwald liegt, halten sich die Gäste nachts durch das Erzählen von Märchen wach, damit sie nicht im Schlaf von Räubern überrascht werden. Einer der Gäste ist der angehende Goldschmied Felix, der wertvollen Schmuck dabei hat, den er seiner ihm bis dahin unbekannten Patin bringen möchte. Die eigenständigen Märchen innerhalb dieser Geschichte sind "Die Sage vom Hirschgulden", "Das kalte Herz", "Saids Schicksale" und "Die Höhle von Steenfoll".

"Das Wirtshaus im Spessart" wurde von EUROPA als eigenständiges Hörspiel (ohne die "Binnenmärchen") umgesetzt. Das Hörspiel stammt aus dem Jahr 1973 und hat neben Erzähler Hans Paetsch auch weitere namenhafte Sprecher auf der Besetzungsliste. Etwas merkwürdig ist die Besetzung des Felix durch eine Frau (Susanne Hartau). Mindestens ebenso merkwürdig ist der Klang. Jede durchschnittliche Wohnzimmerproduktion hat weniger Hall auf den Stimmen. Im Zuge der Veröffentlichung in der Serie "Die Originale" wurden die Aufnahmen zwar entrauscht, die Schlampigkeit der alten Produktion jedoch ließ sich im Nachhinein nicht entfernen, so dass das Produkt für den Hörer an Unzumutbarkeit grenzt.

Deutlich besser ist die Produktion von Kurt Vethake, der unter anderem auch "Der Kurier des Zaren" und "Kalle Blomquist" als Hörspiele für Kinder umgesetzt hat. Das Hörspiel stammt etwa aus der gleichen Zeit wie die Europa-Produktion und ist unter verschiedenen Labels, u.a. Intercord und Maritim, erschienen. Mit Peter Schiff als Erzähler, Hans Mahlau als Räuberhauptmann und jeder Menge 70er Jahre Charme ist ein sehr gelungenes Märchenhörspiel dabei herausgekommen, das ebenfalls eigenständig und ohne die Binnenmärchen erzählt wird, und an dem Märchenfans auch heute noch ihre Freude haben dürften.

Donnerstag, 16. Oktober 2008

Rückgratloser Populismus (Fortsetzung)

Was "Politik" allgemein und "Parteipolitik" speziell bedeutet, ist ziemlich schwer zu fassen. Problematisch wird's immer dann, wenn die "politischen Inhalte" zu "populistischen Inhalten" werden, sprich, wenn außer dem Gewinnen von Wählerstimmen kein Ziel verfolgt wird. Aktuelles Beispiel: CSU und FDP in Bayern machen wie angekündigt die Lockerung des Rauchverbots zum Programmpunkt ihrer Koalitionsvereinbarung. Mit Sinn und Vernunft hat das freilich nicht viel zu tun.

Sonntag, 12. Oktober 2008

Kevin Kuranyj und die Nationalmannschaft

Kevin Kuranyi und die Nationalmannschaft - ein ewiges Drama. Erst die Nicht-Berücksichtigung bei der WM 2006, dann kämpft er sich zurück in den Kader. Bei der EM 2008 nur ein paar Kurzeinsätze, und gestern im Qualifikationsspiel für die WM 2010 saß er nur auf der Tribüne. Da ist ihm der Kragen geplatzt, und in der Halbzeitpause ist er nach Hause gefahren. Weil das nicht die feine englische Art ist (und die feine deutsche wohl auch nicht), hat Löw ihn nun dauerhaft suspendiert. [mehr im Kicker]

Kevin Kuranyi ist ein Typ, der im Gedächtnis haften bleibt. In meinem allerdings nicht so sehr wegen fußballerischer Glanzleistungen, sondern wegen der Nutella-Werbung und seiner manchmal etwas dümmlichen wirkenden Interviews. Er selbst scheint sich jedoch als unverstandenes Genie zu fühlen.

"Es ist das Schicksal des Genies, unverstanden zu bleiben. Aber nicht jeder Unverstandene ist ein Genie." Ralph Waldo Emerson

Freitag, 10. Oktober 2008

Zitat des Tages (1)

-cp- "Wenn das so weitergeht mit den Schulden, dann heißt der nächste Finanzminister Peter Zwegat." (Harald Schmidt)

Rückgratloser Populismus

-cp- Da verliert die CSU bei der Landtagswahl in Bayern einen Haufen Wählerstimmern, und als nächstes denkt sie darüber nach, wie sie wieder mehr Menschen hinter sich bringen kann. Dass da nicht unbedingt etwas inhaltlich Vernünftiges bei herum kommen kann, ist klar. Die Schlagzeile lautet also Horst Seehofer plant Lockerung des Rauchverbots. Meine Schlagzeile dazu lautet: Rückgratloser Populismus.

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Freitag, 26. September 2008

Neues aus dem Münsterland ODER Hobbit von einem grausamen Verdacht reingewaschen

-cp- Es ist knapp zwei Monate her, dass wir über einen abscheulichen Fall von Jugend- oder eventuell auch Hobbitkriminalität berichteten. Wie die unermüdliche Redaktion von "Kategorie: Vermischtes" soeben erfahren hat, haben die Ermittlungen der Polizei zu einem eindeutigen Ergebnis geführt: Der Hobbit ist unschuldig. Hinter der ganzen Sache steckt eine tragische oder wahlweise auch langweilige Geschichte, je nachdem, welcher Privatsender sie bearbeitet oder auch nicht: Es gab gar kein Verbrechen. Die Geschichte war ausgedacht. Und nicht nur die. Auch eine 20-Jährige aus Selm hat sich ein Verbrechen ausgedacht, das an ihr verübt worden sein soll, nämlich eine Entführung. Wer letztere Geschichte genau liest, wird feststellen, dass die Lokalredaktion der Westfälischen Nachrichten nicht so genau wusste, ob Olfen nun zum Kreis Coesfeld oder zum Kreis Borken gehörte. Liegt zwar beides im Münsterland, richtig ist jedoch Kreis Coesfeld.

Wie dem auch sei: Sowohl Olfen als auch Rheine, wo die erste Geschichte spielte, gehören zum Münsterland. Jetzt stellt sich die Frage: Sind die Menschen im Münsterland so dumm, dass sie nich wissen, dass das Vortäuschen einer Straftat auch eine Straftat ist? Oder ist den Menschen im Münsterland so langweilig, dass ihnen gar nichts anderes übrig bleibt, als ihren Alltag durch derlei Zeug etwas zu pimpen. Apropos "Bekämpfung der Langeweile": Da habe ich letztens, und das ist keine erfundene Geschichte, von einem Mann gehört, der ebenfalls in einer Kleinstadt im Münsterland lebt. Der hat mit seiner Frau neun Kinder gezeugt und mit seiner Nachbarin fünf. Was sagt man dazu? Ganz einfach: Kaffeeklatsch im Jugendamt ersetzt das Abo einer (lokalen) Tageszeitung.

Samstag, 20. September 2008

Charles Dickens' "A Christmas Carol" - Märchen oder nicht?

Die Geschichte um den geldgierigen Ebenezer Scrooge, der es am Weihnachtsabend mit drei Geistern zu tun bekommt, gehört wohl neben der Geschichte um die Geburt Jesu aus dem Neuen Testament und neben "Hilfe, die Herdmanns kommen" von Barbara Robinson zu den bekanntesten Weihnachtsgeschichten. Interessant ist, dass die verschiedenen Umsetzungen der Geschichte von Charles Dickens in Deutschland unter sehr unterschiedlichen Namen zu finden ist. Der eigentliche Titel ("Ein Weihnachtslied" oder auch "Ein Weihnachtslied in Prosa") wird ziemlich selten verwendet. Meist ist einfach von der "Weihnachtsgeschichte" oder dem "Weihnachtsmärchen" die Rede, was zu einer interessanten Frage führt:

Ist Charles Dickens' Weihnachtsgeschichte ein Märchen?

Es gibt einiges was dafür, allerdings auch vieles was dagegen spricht, und letztlich ist ja nicht nur die literaturwissenschaftlich korrekte Einordnung, sondern auch das subjektive Empfinden der Leser wichtig. Sicherlich hat "A Christmas Carol" viele Elemente des Kunstmärchens, die man auch bei Andersen findet: die Schilderung von Armut und Ungerechtigkeit erinnern an "Das kleine Mädchen mit den Schwefelhölzern". Was allerdings so gar nicht märchentypisch ist, ist die Wandlung des Protagonisten vom Bösewicht zum Helden. Das Auftreten der Weihnachtsgeister kann man in die eine oder die andere Richtung deuten, allerdings sind Geister, die sich wie Konfrontationstherapeuten verhalten, auch nicht unbedingt märchentypisch. Auch ist das Dickens-Werk für ein Märchen zu umfänglich und in seinen Beschreibungen dem Sozialdrama näher als dem Märchen. Dennoch (und jetzt wird's unwissenschaftlich) fühlt sich die Geschichte für viele irgendwie wie ein Märchen an, und dies ist wohl einer der Gründe, warum sie oft "Weihnachtsmärchen" genannt wird. Letztlich spielt die literaturwissenschaftliche Einordnung auch nicht immer die Hauptrolle.

Hier nun einige Umsetzungen von "A Christmas Carol" im Vergleich:

Von Volker Kriegel, dem Jazzmusiker, Zeichner und Autor, stammt eine neuere und wunderbar illustrierte Fassung, die zunächst bei Heyne erschienen ist und im Oktober neu bei Eichborn erscheint. Titel: "Ein Weihnachtsmärchen" (Charles Dickens, Volker Kriegel)

Eine schöne Filmversion ist "Die Muppets Weihnachtsgeschichte", in der Michael Caine wunderbar die Rolle des Ebenezer Scrooge zum besten gibt. Die anderen Rollen werden zum Großteil von den Muppets gespielt. Kermit ist z.B. in der Rolle des Bob Cratchit zu sehen. Der Film schafft es, auf der einen Seite recht dicht am Original zu bleiben, und auf der anderen Seite doch etwas sehr Eigenes daraus zu machen, mit jeder Menge Muppet-Humor. Sicherlich gibt es noch viele weitere Film-Versionen, aber die der Muppets sticht aus der Menge deutlich hervor und soll daher die einzige sein, die an dieser Stelle erwähnt wird.

Mittlerweile sind auch unzählige Hörbuch-Versionen der Geschichte erhältlich: Peter Sodann, Joachim Krol, Wolfgang Thierse, Bodo Primus, uva. haben Dickens-Lesungen für unterschiedliche Hörbuch-Labels aufgenommen.

Im Bereich "Hörspiel" ist es etwas übersichtlicher. Da gibt es einmal "Fröhliche Weihnachten, Mr. Scrooge" (Titania Medien), eine pompöse zweistündige Version der Geschichte mit vielen bekannten Stimmen. U.a. ist Christian Rode (deutsche Stimme von Christopher Lee) als Ebenezer Scrooge zu hören. Diese Hörspielfassung ist sehr gelungen und bietet wuchtigen Sound, pures Kino für die Ohren, allerdings eher für die Ohren von erwachsenen Hörern, denn die zweistündige Fassung ist für Kinder etwas zu komplex.

Eine Hörspiel-Fassung, die den märchenhaften Anteil der Geschichte hervorhebt und gleichzeitig die Komplexität der Geschichte reduziert, um sie für Kinderohren hörbar zu machen ist die knapp 33-minütige des Labels HoerSketch. Die CD ist unter dem Titel "Charles Dickens' Weihnachtsmärchen und andere Geschichten" (Charles Dickens, Christian Peitz) erschienen. Neben der sprachlich sehr klaren und von Oliver Geister mit wunderbarer Musik ausgestatteten Dickens-Geschichte finden sich auf dieser CD noch vier weitere Kurzhörspiele, die Kindern und Erwachsenen viel Spaß in der Weihnachtszeit bringen.

Google ist ein Menschenfresser

-cp- Dass im Märchen Menschenfresser auftauchen, weiß man ja. Vom Riesen über den Drachen bishin zu anderen Monstern. Dass aber Google eine Märchenprinzessin (drittes Märchen der CD) mit einem Nahrungsmittel verwechselt, dass ist schon seltsam. ;-)

Mittwoch, 17. September 2008

Alkohol

-cp- Über das Thema Alkohol gibt es sehr unterschiedliche Meinungen, was die Wirkung des (übermäßigen) Konsums angeht, aber sehr ähnliche Beobachtungen. Objektiv gesehen hat Alkohol extrem wenig positiven Nutzen, subjektiv fühlen sich viele Menschen besser, wenn sie was getrunken haben oder sie brauchen alkoholische Getränke, um überhaupt entspannen oder sich amüsieren zu können. Wie man es dreht und wendet, Alkohol ist eine (gesellschaftlich akzeptierte) Droge, deren Konsum negative Auswirkungen auf den menschlichen Organismus hat. Das oft zitierte gesunde Glas Rotwein, das man angeblich täglich trinken soll, ist übrigens ein weit verbreiteter Irrtum, denn das, was an diesem Glas Rotwein gesund ist, findet sich auch in roten Traubensaft, nur das der keinen Alkohol enthält und deshalb wohl auch so wenig angepriesen wird.

Da bemühen sich die Lehrer und Pädagogen in diesem Land um eine gute Aufklärung in Bezug auf Alkoholkonsum, und dann kommt ein Herr Beckstein daher und sieht die ganze Sache einfach mal ein wenig anders. Durch eine Oktoberfestbrille. Positiv daran ist, dass Herr Beckstein Anlass zu einem erneuten aufklärerischen Aufgreifen des Themas gegeben hat. Allerdings muss er sich nun gefallen lassen, dass öffentlich an seiner Zurechnungsfähigkeit gezweifelt wird. Prost!

Sonntag, 14. September 2008

"Der Märchenprinz im Märchenwald hört einen Schuss, der gar nicht knallt", Peitz

(Tobias Kölling) Zwölf Märchen und die beim Publikum so beliebte Drachenballade, und peitztypisch wimmelt es nur so von kleinen Sätzen, die zum Schmunzeln anregen, und die seine subtile Pädagogik erneut in der richtigen Dosierung liefern. Nämlich nur mit einem kurzen Nebengedanken - nie als ausschließliches Ziel der Geschichte. Mit dem vorliegenden Buch ist ihm die Ablösung von seinen Hörspielen komplett geglückt. Diese Texte stehen für sich - auch wenn sie alle aus seinen Märchenhörspielen entstanden sind.

Da liest man dann vom Poesieminister, der mit seinen magischen Gedichten die Welt auf seine ganz eigene Weise bearbeitet, von einem jungen Mann, der als Räuberlehrling Karriere macht, von der ungewöhnlichen Liebe zwischen einem Fisch und einem Vorkoster, von der Melodie des Friedens und einem Stinktier, von Peter dem Prächtigen, den der Bauwahn packt, von einer Zauberpuppe, die Chucky alle Ehre macht, von einer Prinzessin die sich in einen Teppich verwandelt, vom Prinz von Lugabugien der unterwegs nach Lagobagien regelmäßig überfallen wird, von einer kleinen Blume, von einer wunschgierigen Prinzessin und einem Lampengeist, einem vom Regen verfolgten Prinzen und zuletzt von einem romantischen Bäcker.

Peitz Märchen sind kleine Liebeserklärungen an die Menschen. Seine Helden fühlen sich oft am falschen Platz oder überschätzen sich selber. Seine Prinzessinen sträuben sich gegen die Vorherbestimmungen, denen sie ausgesetzt sind. Und wenn bei ihm das Schicksal zuschlägt, dann tut es das meist mit feiner Ironie. Gekonnt läßt er dabei die Sprache spielen, läßt Prinzessinnen schon mal salopp werden und Könige überhöflich, wirft auch schon mal Modernismen in die Märchenwelt und zeichnet im "Prinz von Lugabugien" mal eben die Entwicklung der Verkehrsmittel nach. Und immer wieder purzeln ihm seltsam vertraute Anspielungen in den Text - so dass Lesen hier wirklich Spaß macht.

Natürlich eignen sich diese Geschichten ganz hervorragend für Kinder - aber auch Erwachsene dürften ihren großen Spaß haben und manchmal erstaunt feststellen, dass in diesen Gecshichten manchmal Botschaften versteckt sind, die Kinder überhören, oder aber ganz anders auffassen. Wahr sind seine Texte trotzdem für alle Alterstufen. Und das macht seine Kunst aus. Und wer das Buch zuerst entdeckt dürfte auch von den CDs nicht enttäuscht werden...

Christian Peitz - "Der Märchenprinz im Märchenwald hört einen Schuss, der gar nicht knallt." - BOD/ HoerSketch, Norderstedt/Münster, 2008.