Donnerstag, 14. August 2008

Schneeweißchen und Rosenrot

Das Märchen "Schneeweißchen und Rosenrot" fällt innerhalb der Märchensammlung der Brüder Grimm in zweierlei Hinsicht aus dem Rahmen, denn es handelt sich hierbei nicht um ein Volks-, sondern um ein Kunstmärchen aus der Feder der relativ unbekannten Caroline Stahl (1776-1837). Originaltitel war: "Der undankbare Zwerg" (1818). Die zweite Besonderheit besteht darin, dass auch Wilhelm Hauff, seines Zeichens Kunstmärchendichter, dieses Märchen veröffentlicht hat. Hauff hatte 1826 sein erstes Märchenbuch veröffentlicht und damit Erfolg gehabt. Titel war "Märchen-Almanach für Söhne und Töchter gebildeter Stände auf das Jahr 1826". Als Hauff an seinem zweiten Almanach schrieb, fehlte ihm gegen Ende die Motivation und er bat Wilhelm Grimm, ihm Märchen zu schicken. Grimm schickte zwei Märchen, die Hauff nicht sonderlich zusagten, die er aber dennoch veröffentlichte. Das erste ("Fest der Unterirdischen") wurde in die Grimmsche Sammlung nicht mehr aufgenommen. Das zweite war "Schneeweißchen und Rosenrot". Es erschien 1827 bei Wilhelm Hauff und erst 1837 bei den Brüdern Grimm.

Die Geschichte um die beiden Schwestern, den Bärenprinzen und den frechen Zwerg, dessen Bart ständig irgendwo festklemmt, zählt zu den 20 Lieblingsmärchen der Deutschen.