-cp- Unter dem Stichwort Vorlesen sollen in lockerer Folge einige Bücher empfohlen werden. Schwerpunkt sollen zunächst Bücher sein, die viele verschiedene Geschichten enthalten. Ausgangspunkt der Empfehlungen ist diese Studie.
Michael Ende ist zweifelsohne einer der bedeutendsten deutschsprachigen Schriftsteller. Mit "Momo", "Jim Knopf", "Der Wunschpunsch" und "Die unendliche Geschichte" hat er Kinderbücher geschaffen, die durch ihre Mischung aus nachdenklichen Themen, liebenswerten Charakteren und märchenhaften Elementen zu absoluten Klassikern geworden sind. Aber auch seine kürzeren Märchen und Geschichten sind fantasievoll und schön. In diesem Buch nun sind einige Geschichten zusammengetragen, abwechslungsreich, vielfältig, ganz wunderbar gestaltet und sehr gut zum Vorlesen geeignet. Da gibt es zum Beispiel in "Lenchens Geheimnis" ein Mädchen, das seine ungehorsamen Eltern mit Hilfe einer Fee zu bändigen versucht. "Die Geschichte von der Schüssel und dem Löffel" ist eine augenzwinkernde und sehr intelligente Hommage an "Dornröschen". Dann gibt es noch das "Traumfresserchen", "Ophelias Schattentheater" und viele andere. Vom Unfang (20-40 Minuten) und Anspruch eignen sich die Geschichten zum Vorlesen eher für ältere Kinder (2.-6. Schuljahr). Alle Geschichten sind fantasievoll, haben märchenhafte Anteile, sind sprachlich klar und enthalten einen augenzwinkernden Humor, der das Buch auch für Erwachsene zu einem unverzichtbaren Lese-Ereignis macht.
Sonntag, 17. Januar 2010
Freitag, 15. Januar 2010
Studie zum Thema "Vorlesen"
-cp- Dass vielen Kindern nicht genug (und in manchen Fällen gar nicht) vorgelesen wird, ist schon länger Teil der öffentlichen Diskussion. Ein Zusammenhang zur mangelnden Lesekompetenz vieler Jugendlicher und somit auch zum schlechten Abschneiden bei den Pisa-Studien liegt nahe. Zum Thema "Vorlesen" gibt es eine interessante Studie aus dem Jahr 2008, die von der Deutschen Bahn, Der Zeit und der Stiftung Lesen durchgeführt wurde. Ein kurzer Artikel (inkl. PDF zum Download) findet sich auf der Seite der Stiftung Lesen.
Sonntag, 3. Januar 2010
Luzie, der Schrecken der Straße
-cp- Die 1980 gedrehte Fernsehserie nach dem gleichnamigen Kinderbuch Luzie, der Schrecken der Straße weiß auch heute noch zu überzeugen. Die Besetzung ist super, gerade die Kinder spielen ihre Rollen hervorragend, und die sichtlich veraltete Animationstechnik stört überhaupt nicht. "Luzie" ist der Beweis dafür, dass eine Geschichte mit Herz viel besser sein kann als technisch perfekte Filme, denen der Inhalt fehlt.
Inhalt: In der charmanten Kulisse der frühen 80er Jahre erlebt Luzie die letzten Tage vor ihrer Einschulung. Als Oswald sie zwingt, im Kaufhaus zu stehlen, nimmt sie eine Packung Knete mit, die sich schon bald in die Knetmännchen Friedrich und Friedrich verwandelt. Durch die beiden werden die nächsten Tage genau so aufregend wie verrückt. ...
Die Stärke der Serie ist, dass sie authentisch mit kindlichen Emotionen umgeht. Sowohl die Zwangssituation beim Stehlen als auch die Gefühle von Einsamkeit und Langeweile kommen sehr glaubwürdig rüber, und man kann mit dem Mädchen mitfühlen. Auf der anderen Seite gibt es viele Szenen, die in Richtung Slapstick und Klamauk gehen und jedem Kind (und vielen Erwachsenen) ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern werden. Das einzig Fragwürdige finde ich persönlich den Umgang der erwachsenen Figuren mit Medikamenten. In der letzten Folge nehmen Luzies Großvater, Mutter und Vater ohne sichtlichen Grund einen netten Cocktail ein. Sie sagen zwar, dass sie so besser schlafen können, aber in den vorherigen Folgen haben sie in der Hinsicht nie Probleme gehabt. Als Erwachsener kann man darüber sicher mit einem Schmunzeln hinweg sehen. Kindern sollte man schon, so pädagogisch-platt es auch klingen mag, erklären, dass man so mit Medikamenten nicht umgehen sollte.
Inhalt: In der charmanten Kulisse der frühen 80er Jahre erlebt Luzie die letzten Tage vor ihrer Einschulung. Als Oswald sie zwingt, im Kaufhaus zu stehlen, nimmt sie eine Packung Knete mit, die sich schon bald in die Knetmännchen Friedrich und Friedrich verwandelt. Durch die beiden werden die nächsten Tage genau so aufregend wie verrückt. ...
Die Stärke der Serie ist, dass sie authentisch mit kindlichen Emotionen umgeht. Sowohl die Zwangssituation beim Stehlen als auch die Gefühle von Einsamkeit und Langeweile kommen sehr glaubwürdig rüber, und man kann mit dem Mädchen mitfühlen. Auf der anderen Seite gibt es viele Szenen, die in Richtung Slapstick und Klamauk gehen und jedem Kind (und vielen Erwachsenen) ein Schmunzeln ins Gesicht zaubern werden. Das einzig Fragwürdige finde ich persönlich den Umgang der erwachsenen Figuren mit Medikamenten. In der letzten Folge nehmen Luzies Großvater, Mutter und Vater ohne sichtlichen Grund einen netten Cocktail ein. Sie sagen zwar, dass sie so besser schlafen können, aber in den vorherigen Folgen haben sie in der Hinsicht nie Probleme gehabt. Als Erwachsener kann man darüber sicher mit einem Schmunzeln hinweg sehen. Kindern sollte man schon, so pädagogisch-platt es auch klingen mag, erklären, dass man so mit Medikamenten nicht umgehen sollte.
Das Leben des David Gale
-cp- Alan Parker hat ein Händchen für Thriller mit politischem Hintergrund. "Midnight Express" und "Mississippi Burning" sind längst Filmklassiker. Das Thema Todesstrafe passt gut daher sehr gut in sein Werk. Filme über dieses Thema stellen meist die Frage, ob der zum Tode Verurteilte überhaupt schuldig ist, in den Mittelpunkt der Geschichte. Das liegt durchaus nahe, denn die Hinrichtung eines Unschuldigen würde die Forderung nach einer Abschaffung der Todesstrafe untermauern.
Zum Inhalt: David Gale (Kevin Spacey) war Philosophie-Professor und hat sich jahrelang in Theorie und Praxis gegen die Todesstrafe eingesetzt. Nun sitzt er selbst in der Todeszelle und gibt einer jungen Journalistin (Kate Winslet) ein letztes Interview. Auch hier stellt sich die Frage - ist er schuldig oder nicht? Hervorhebenswert ist dabei, dass die Auseinandersetzung mit der Todesstrafe an sich unabhängig von der Schuld oder Unschuld David Gales behandelt wird.
Der Film ist schauspielerisch und dramaturgisch absolut überzeugend und liefert ein beeindruckendes Statement gegen die Todesstrafe. Schnitt und Musik gehen teilweise experimentelle Wege, und dieses Experiment ist geglückt, denn der Film hat eine durch und durch unheilvolle Atmosphäre. Die Filmmusik stammt übrigens von den beiden Söhnen Alan Parkers und weicht deutlich vom Filmmusik-Mainstream ab. Auch der Soundtrack ist eine Anschaffung wert. Die DVD enthält auch einige sehenswerte Specials (Filmmusik, Todesstrafe in Texas, Making Of, ...). Einziges Manko ist die Soundqualität. Die Dialoge klingen etwas unsauber. Aber diese Störung ist minimal und fällt nicht ins Gewicht.
Zum Inhalt: David Gale (Kevin Spacey) war Philosophie-Professor und hat sich jahrelang in Theorie und Praxis gegen die Todesstrafe eingesetzt. Nun sitzt er selbst in der Todeszelle und gibt einer jungen Journalistin (Kate Winslet) ein letztes Interview. Auch hier stellt sich die Frage - ist er schuldig oder nicht? Hervorhebenswert ist dabei, dass die Auseinandersetzung mit der Todesstrafe an sich unabhängig von der Schuld oder Unschuld David Gales behandelt wird.
Der Film ist schauspielerisch und dramaturgisch absolut überzeugend und liefert ein beeindruckendes Statement gegen die Todesstrafe. Schnitt und Musik gehen teilweise experimentelle Wege, und dieses Experiment ist geglückt, denn der Film hat eine durch und durch unheilvolle Atmosphäre. Die Filmmusik stammt übrigens von den beiden Söhnen Alan Parkers und weicht deutlich vom Filmmusik-Mainstream ab. Auch der Soundtrack ist eine Anschaffung wert. Die DVD enthält auch einige sehenswerte Specials (Filmmusik, Todesstrafe in Texas, Making Of, ...). Einziges Manko ist die Soundqualität. Die Dialoge klingen etwas unsauber. Aber diese Störung ist minimal und fällt nicht ins Gewicht.
Samstag, 2. Januar 2010
Kleine Pädagogik des Märchens
-cp-Märchen gehören zu den ältesten literarischen Erzählformen überhaupt. Ursprünglich waren sie gar nicht für Kinder gedacht, sondern für Erwachsene. Und doch entwickelten sich spätestens seit der Mitte des 19. Jahrhunderts Märchen zu einer spezifischen Gattung für Kinder und kaum ein anderes Buch entfaltete eine solche pädagogische Wirkung wie das Märchenbuch der Brüder Grimm.
Die Geschichte der Märchenpädagogik ist seitdem geprägt von Aufs und Abs. Der pädagogische Wert von Märchen wurde einerseits früh erkannt und herausgestellt. Andererseits waren viele Märchen wegen ihrer Grausamkeiten auch zu allen Zeiten umstritten. Die moderne Psychologie hat sich seit Sigmund Freud und Carl Gustav Jung bis heute immer wieder wissenschaftlich mit Märchen und ihrer entwicklungsfördernden Wirkung beschäftigt. Spätestens seit Bruno Bettelheims berühmter Studie Kinder brauchen Märchen von 1975 ist das Märchen unter pädagogischen und psychologischen Gesichtspunkte vollständig rehabilitiert. Heute weiß man: Märchen sind nicht nur unterhaltsam und erfreuen die Leser und Hörer, sondern sind auch phantasieanregend und allein deshalb pädagogisch wertvoll.
Ganz aktuell ist zu diesem Thema die Monographie „Kleine Pädagogik des Märchens“ von Oliver Geister erschienen. Dieses Buch bringt das Kunststück fertig, wichtige Theorien zur Textsorte Märchen komprimiert und verständlich darzustellen und mit didaktischen Ansätzen für die pädagogische Praxis zu versehen. So gibt es praktische Hinweise für Nutzungsmöglichkeiten, die sich zum Teil auf Kita, in der Hauptsache aber auf den Schulunterricht beziehen (Grundschule und 5./6.Klasse). Angereichert wird das Buch durch einige Textbeispiele. Das Buch ist für Pädagogen und Märcheninteressierte eine wunderbare und leicht zu lesende Lektüre. Wenn man didaktisch oder kreativ mit Märchen arbeiten möchte, ist das Buch ein guter Einstieg in das Thema, liefert aber auch über die grundlegenden Themen hinaus noch spannende Ansätze, wie z.B. die Erarbeitung und Produktion eines Märchenhörspiels als Klassenprojekt. An diesem und anderen Beispielen zeigt der promovierte Erziehungswissenschaftler Oliver Geister auf, wie mit Hilfe alter Märchen auch Medienkompetenz vermittelt werden kann. Auch moderne Märchen werden behandelt. Ein weiteres Thema ist die interkulturelle Nutzung von Märchen. Fazit: Unbedingt empfehlenswert! (Das Buch bei Amazon)
Link: www.maerchenpaedagogik.de
Die Geschichte der Märchenpädagogik ist seitdem geprägt von Aufs und Abs. Der pädagogische Wert von Märchen wurde einerseits früh erkannt und herausgestellt. Andererseits waren viele Märchen wegen ihrer Grausamkeiten auch zu allen Zeiten umstritten. Die moderne Psychologie hat sich seit Sigmund Freud und Carl Gustav Jung bis heute immer wieder wissenschaftlich mit Märchen und ihrer entwicklungsfördernden Wirkung beschäftigt. Spätestens seit Bruno Bettelheims berühmter Studie Kinder brauchen Märchen von 1975 ist das Märchen unter pädagogischen und psychologischen Gesichtspunkte vollständig rehabilitiert. Heute weiß man: Märchen sind nicht nur unterhaltsam und erfreuen die Leser und Hörer, sondern sind auch phantasieanregend und allein deshalb pädagogisch wertvoll.
Ganz aktuell ist zu diesem Thema die Monographie „Kleine Pädagogik des Märchens“ von Oliver Geister erschienen. Dieses Buch bringt das Kunststück fertig, wichtige Theorien zur Textsorte Märchen komprimiert und verständlich darzustellen und mit didaktischen Ansätzen für die pädagogische Praxis zu versehen. So gibt es praktische Hinweise für Nutzungsmöglichkeiten, die sich zum Teil auf Kita, in der Hauptsache aber auf den Schulunterricht beziehen (Grundschule und 5./6.Klasse). Angereichert wird das Buch durch einige Textbeispiele. Das Buch ist für Pädagogen und Märcheninteressierte eine wunderbare und leicht zu lesende Lektüre. Wenn man didaktisch oder kreativ mit Märchen arbeiten möchte, ist das Buch ein guter Einstieg in das Thema, liefert aber auch über die grundlegenden Themen hinaus noch spannende Ansätze, wie z.B. die Erarbeitung und Produktion eines Märchenhörspiels als Klassenprojekt. An diesem und anderen Beispielen zeigt der promovierte Erziehungswissenschaftler Oliver Geister auf, wie mit Hilfe alter Märchen auch Medienkompetenz vermittelt werden kann. Auch moderne Märchen werden behandelt. Ein weiteres Thema ist die interkulturelle Nutzung von Märchen. Fazit: Unbedingt empfehlenswert! (Das Buch bei Amazon)
Link: www.maerchenpaedagogik.de
Alkohol und Minderjährige
-cp- Nach der Silvester-Nachlese folgt eine weitere Meldung. In Ennigerloh (Münsterland) haben sich zwei 13-Jährige eine Flasche Wodka geteilt und mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden (Westfälische Nachrichten). Eine ähnliche Meldung kommt aus Berlin. Da wurde ein 16-Jähriger bewusstlos eingeliefert (Berliner Morgenpost).
Diese Meldungen sind keine Ausnahmen. Insgesamt wurden in Deutschland 2008 (die Zahlen für 2009 liegen noch nicht vor) 333.800 Patienten wegen Alkoholmissbrauchs in Kliniken eingeliefert, davon waren 25.700 zwischen zehn und zwanzig Jahre alt. Alkoholmissbrauch ist nach Herzinsuffizienz (350.700 Fälle) der zweithäufigste Aufnahmegrund (Statistisches Bundesamt).
Diese Meldungen sind keine Ausnahmen. Insgesamt wurden in Deutschland 2008 (die Zahlen für 2009 liegen noch nicht vor) 333.800 Patienten wegen Alkoholmissbrauchs in Kliniken eingeliefert, davon waren 25.700 zwischen zehn und zwanzig Jahre alt. Alkoholmissbrauch ist nach Herzinsuffizienz (350.700 Fälle) der zweithäufigste Aufnahmegrund (Statistisches Bundesamt).
The International
-cp- Tom Tykwer hat mit "The International" einen Film gedreht, der quasi dem Genre Polit- oder Wirtschaftsthriller zuzuordnen ist. Clive Owen spielt einen Interpol-Agenten, der versucht, die illegalen Machenschaften einer großen, weltweit fungierenden Bank aufzudecken. Die Bank jedoch versucht ihre Spuren zu verwischen und hat einen Killer darauf angesetzt, verräterische Insider und Ermittler, die ihnen zu nahe kommen, zu beseitigen.
Das Besondere in diesem Film ist nicht unbedingt der Plot, sondern die künstlerische Gestaltung des Films. Der Szenenaufbau, gerade bei den Höhepunkten, ist vom Feinsten. Es gibt wunderbare Luftaufnahmen der bunt gemischten Handlungsorte (Berlin, New York, Istanbul, ...), aber auch die Gebäude werden großartig eingesetzt. Neben einem Attentat und einer furiosen Schießerei, die ihres gleichen sucht, gibt es jede Menge Suspense. Das Team rund um Tom Tykwer (Kameramann: Frank Griebe, Schnitt: Mathilde Bonnefoy) ist wunderbar aufeinander eingespielt und liefert hier internationales Kino der Spitzenklasse ab. Auch die Musik, die wie üblich von Tykwer mitgestaltet wurde, ist wieder mal sehr gelungen. Fazit: Ein großartiger und in Anbetracht der Wirtschaftskrise thematisch hochaktueller Wirtschaftsthriller, der in Gestaltung und Inszenierung deutlich hervorsticht.
Das Besondere in diesem Film ist nicht unbedingt der Plot, sondern die künstlerische Gestaltung des Films. Der Szenenaufbau, gerade bei den Höhepunkten, ist vom Feinsten. Es gibt wunderbare Luftaufnahmen der bunt gemischten Handlungsorte (Berlin, New York, Istanbul, ...), aber auch die Gebäude werden großartig eingesetzt. Neben einem Attentat und einer furiosen Schießerei, die ihres gleichen sucht, gibt es jede Menge Suspense. Das Team rund um Tom Tykwer (Kameramann: Frank Griebe, Schnitt: Mathilde Bonnefoy) ist wunderbar aufeinander eingespielt und liefert hier internationales Kino der Spitzenklasse ab. Auch die Musik, die wie üblich von Tykwer mitgestaltet wurde, ist wieder mal sehr gelungen. Fazit: Ein großartiger und in Anbetracht der Wirtschaftskrise thematisch hochaktueller Wirtschaftsthriller, der in Gestaltung und Inszenierung deutlich hervorsticht.
23 - Nichts ist so wie es scheint
-cp- Erzählt wird die auf einer wahren Begebenheit beruhende Geschichte von Karl Koch, der nach dem Tod seiner Eltern mit Anfang 20 eine kleine Wohnung in Hannover bezieht. Die Geschichte spielt in den 80er Jahren, und Karl ist fasziniert von den Verschwörungstheorien rund um die Illuminaten. Er bekommt Kontakt zu Hackern. Unter der Maxime, dass Wissen gleich verteilt sein sollte, versuchen er und seine Freunde über das Internet Geheimnisse zu knacken und zu verkaufen. Internet, das bedeutete damals, sich mit seinem Comodore-Computer über das Telefon einzuwählen. Da sich Karl nur noch mit seinen Verschwörungstheorien (rund um die Zahl 23) und der Datenspionage befasst und zudem auch in größeren Mengen Kokain konsumiert, verfällt er nach und nach in einen Verfolgungswahn.
Der Film ist atmosphärisch dicht, und sämtliche Darstelle liefern eine großartige Leistung. Die Geschichte wird spannend erzählt und bietet interessante Einblicke in eine Hacker-Szene der 80er Jahre. Hier und da fehlt es ein wenig an emotionaler Kraft, aber drei Jahre nach "Nach Fünf im Urwald" ist Hans-Christian Schmid ein weiterer sehr sehenswerter Film gelungen.
Der Film ist atmosphärisch dicht, und sämtliche Darstelle liefern eine großartige Leistung. Die Geschichte wird spannend erzählt und bietet interessante Einblicke in eine Hacker-Szene der 80er Jahre. Hier und da fehlt es ein wenig an emotionaler Kraft, aber drei Jahre nach "Nach Fünf im Urwald" ist Hans-Christian Schmid ein weiterer sehr sehenswerter Film gelungen.
Die Unbekannte
-cp- Ein Haus in einer italienischen Großstadt. Die Mieter sind mit einer Ausnahme Goldschmiede. Eines Tages taucht eine Unbekannte auf und setzt alles daran, in dem Haus eine Anstellung zu finden. Zunächst als Putzkraft für das unglaublich prächtige Treppenhaus, später als Haushaltshilfe für eine Familie. Ihre Motive bleiben zunächst verborgen, aber in Rückblenden erfährt der Zuschauer nach und nach etwas über die traumatischen Ereignisse ihrer Vergangenheit. ...
"Die Unbekannte" ist ein ruhiger Film, der nicht unbedingt auf Höhepunkte setzt, sondern die Spannung sogartig aufbaut und immer mal wieder anzieht. Neben den hervorragenden Darstellern ist auch der Drehort hervorhebenswert. Ein prächtiger Altbau mit einem Treppenhaus, das rund um die nach oben offene Eingangshalle verläuft. Die traum- und alptraumhafte Musik von Altmeister Ennio Morricone tut ihr Übriges, um dem Fim eine spannende Atmosphäre zu verleihen.
Der Film bewegt sich irgendwo im Grenzland zwischen Drama, Thriller und Mystery. Sicherlich bedient er sich einiger Versatzstücke, die man bereits kennt, aber dessen ungeachtet ist er ein beeindruckender Beweis dafür, dass auch in Europa großartige Filme geschaffen werden, die auf der einen Seite nicht zu abgehoben und auf der anderen Seite nicht zu sehr dem Mainstream verpflichtet sind. Guiseppe Tornatore ist, so unterschiedlich seine Filme auch sind, immer sehenswert!
"Die Unbekannte" ist ein ruhiger Film, der nicht unbedingt auf Höhepunkte setzt, sondern die Spannung sogartig aufbaut und immer mal wieder anzieht. Neben den hervorragenden Darstellern ist auch der Drehort hervorhebenswert. Ein prächtiger Altbau mit einem Treppenhaus, das rund um die nach oben offene Eingangshalle verläuft. Die traum- und alptraumhafte Musik von Altmeister Ennio Morricone tut ihr Übriges, um dem Fim eine spannende Atmosphäre zu verleihen.
Der Film bewegt sich irgendwo im Grenzland zwischen Drama, Thriller und Mystery. Sicherlich bedient er sich einiger Versatzstücke, die man bereits kennt, aber dessen ungeachtet ist er ein beeindruckender Beweis dafür, dass auch in Europa großartige Filme geschaffen werden, die auf der einen Seite nicht zu abgehoben und auf der anderen Seite nicht zu sehr dem Mainstream verpflichtet sind. Guiseppe Tornatore ist, so unterschiedlich seine Filme auch sind, immer sehenswert!
Freitag, 1. Januar 2010
Silvester-Nachlese
-cp- Irgendwie ist mir die Silvester-Tradition seit jeher ein Rätsel. Klar, der Mensch feiert gerne und auch irgendwie alles. "Man muss die Feste feiern, wie sie fallen", heißt es in einer bekannten Redewenung. Was aber genau verbirgt sich hinter "Feste feiern"?
"Feste heben sich durch besondere Bräuche, die auch hohe Emotionalität (Freude, Begeisterung, Anteilnahme) bis hin zur Ekstase erlauben können, aus dem Alltag heraus", kann man auf Wikipedia nachlesen. Das ist noch nicht sonderlich aussagekräftig, aber es ist anzunehmen, dass beim Feiern mindestens zwei der fünf folgenden Handlungen enthalten sind:
1. Alkohol trinken
2. essen
3. in Gemeinschaft sein
4. tanzen
5. laut sein
Was aber hat es nun mit Silvester auf sich? Der Jahreswechsel wurde bereits 153 vor Christus gefeiert [Wikipedia]. Die beinahe weltweit gültige Zeitrechnung stützt sich auf den Gegorianischen Kalender, der 1582 eingeführt wurde und den Jahreswechsel vom 24.12. auf den 31.12. (Todestag von Papst Silvester I.) gelegt hat. Soviel zu den Hintergründen.
Vom Kopf her ist mir völlig klar, was los ist. Man nimmt den Jahreswechsel zum Anlass einer Feier. Doch während Weihnachten gemeinhin als "Fest der Familie" gefeiert wird, ist die Gruppe eine andere. Und die Aufmerksamkeit und Inanspruchnahme der Behörden auch.
In einem kleinen Kreis wie Minden-Lübbecke (317.000 Einwohner) gab es in der Silvesternacht 108 Einsätze. Das wird von offizieller Seite als "weitgehend ruhiger Jahreswechsel" bezeichnet (Mindener Tagesblatt). In Münster gab es fünf Brände und 69 Rettungseinsätze (Westfälische Nachrichten). In Ladbergen (Münsterland) hat anscheinend eine Silvesterrakete zu einem Großbrand mit Sachschaden von etwa einer Milionen Euro geführt (Westfälische Nachrichten). Außerdem gab es durch Feuerwerkskörper, Scherben und Alkohol viele leicht Verletzte, die behandelt oder ins Krankenhaus gebracht werden mussten.
"In der Hamburger Hafenstraße lieferten sich rund 200 Menschen Straßenschlachten mit der Polizei", heißt es auf www.ard.de. Und im Frankfurter Raum war auch einiges los. Eine betrunkene 20-Jährige wurde in Groß-Gerau von einem Streifenwagen überfahren und dabei schwer verletzt. Und eine betrunkene 19-Jährige wurde von einer U-Bahn erfasst und verlor dabei ihren Unterschenkel (FAZ).
Und das waren nur ein paar Beispiele. Wie viele Einsätze von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten es deutschlandweit gab, bleibt noch abzuwarten. Aber nochmal zur Eingangsfrage: Welchen Sinn macht es denn, Silvester zu feiern, wenn am Ende das dabei rauskommt?
Angela Merkel sagte in ihrer Neujahrsansprache, dass 2010 ein schweres Jahr werde (Abendblatt). Stichwort Wirtschaftskrise. Was ich mich frage: Was kostet wohl eine einzige Silvesternacht den Steuerzahler? Wollen wir das nicht in Zukunft einfach lassen? Da hätten wir doch schon einiges gewonnen!
"Feste heben sich durch besondere Bräuche, die auch hohe Emotionalität (Freude, Begeisterung, Anteilnahme) bis hin zur Ekstase erlauben können, aus dem Alltag heraus", kann man auf Wikipedia nachlesen. Das ist noch nicht sonderlich aussagekräftig, aber es ist anzunehmen, dass beim Feiern mindestens zwei der fünf folgenden Handlungen enthalten sind:
1. Alkohol trinken
2. essen
3. in Gemeinschaft sein
4. tanzen
5. laut sein
Was aber hat es nun mit Silvester auf sich? Der Jahreswechsel wurde bereits 153 vor Christus gefeiert [Wikipedia]. Die beinahe weltweit gültige Zeitrechnung stützt sich auf den Gegorianischen Kalender, der 1582 eingeführt wurde und den Jahreswechsel vom 24.12. auf den 31.12. (Todestag von Papst Silvester I.) gelegt hat. Soviel zu den Hintergründen.
Vom Kopf her ist mir völlig klar, was los ist. Man nimmt den Jahreswechsel zum Anlass einer Feier. Doch während Weihnachten gemeinhin als "Fest der Familie" gefeiert wird, ist die Gruppe eine andere. Und die Aufmerksamkeit und Inanspruchnahme der Behörden auch.
In einem kleinen Kreis wie Minden-Lübbecke (317.000 Einwohner) gab es in der Silvesternacht 108 Einsätze. Das wird von offizieller Seite als "weitgehend ruhiger Jahreswechsel" bezeichnet (Mindener Tagesblatt). In Münster gab es fünf Brände und 69 Rettungseinsätze (Westfälische Nachrichten). In Ladbergen (Münsterland) hat anscheinend eine Silvesterrakete zu einem Großbrand mit Sachschaden von etwa einer Milionen Euro geführt (Westfälische Nachrichten). Außerdem gab es durch Feuerwerkskörper, Scherben und Alkohol viele leicht Verletzte, die behandelt oder ins Krankenhaus gebracht werden mussten.
"In der Hamburger Hafenstraße lieferten sich rund 200 Menschen Straßenschlachten mit der Polizei", heißt es auf www.ard.de. Und im Frankfurter Raum war auch einiges los. Eine betrunkene 20-Jährige wurde in Groß-Gerau von einem Streifenwagen überfahren und dabei schwer verletzt. Und eine betrunkene 19-Jährige wurde von einer U-Bahn erfasst und verlor dabei ihren Unterschenkel (FAZ).
Und das waren nur ein paar Beispiele. Wie viele Einsätze von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten es deutschlandweit gab, bleibt noch abzuwarten. Aber nochmal zur Eingangsfrage: Welchen Sinn macht es denn, Silvester zu feiern, wenn am Ende das dabei rauskommt?
Angela Merkel sagte in ihrer Neujahrsansprache, dass 2010 ein schweres Jahr werde (Abendblatt). Stichwort Wirtschaftskrise. Was ich mich frage: Was kostet wohl eine einzige Silvesternacht den Steuerzahler? Wollen wir das nicht in Zukunft einfach lassen? Da hätten wir doch schon einiges gewonnen!
Abonnieren
Posts (Atom)